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Harun Farocki September bis Dezember 2019





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Harun Farocki im studio im HOCHHAUS

Kuratiert von Michael Freerix

Harun Farocki (1944 – 2014)

Geboren wurde Farocki am 09.01.1944 in Nový Jicin (Neutitschein), gelegen in dem damals von den Deutschen annektierten Teil der Tschechoslowakei. Ursprünglich wollte er Literat werden, doch seine Filmleidenschaft sorgte dafür, dass er sich 1966 an der neu gegründeten DFFB bewarb und sogleich angenommen wurde. Ab 1968 begann eine intensive filmische Arbeit mit über 100 Produktionen für Fernsehen oder Kino: Kinderfernsehen, Dokumentarfilme, Essayfilme, Storyfilme. Nebenher war er 1974 bis 1984 Redakteur bei der „Filmkritik“, die sich auf außergewöhnliche Weise mit der Produktion von Bildern und ihren Wirkungsweisen beschäftigte.

Diese Filmreihe verfolgt an Hand von Beispielfilmen den Schaffensweg rückwärts, von seinen letzten Produktionen, die sich mit Architektur beschäftigten, weiter zur Wirkungsweise von Räumen und architektonisch gestalteten Welten hin zum Thema der Kommunikation zwischen Menschen und Räumen. Vieles in seinen Filmen verweist auf die Arbeit von Jean-Luc Godard, einem der großen Vorbilder von Farocki, mit dessen Werk und Schaffen er sich Zeit seines Lebens auseinandersetzte. Neben seiner filmischen und schriftstellerischen Arbeit gesellte sich gleichberechtigt seine Lehrtätigkeit, der er mit viel Lust und Inspirationsfreude überall in der Welt nachging.

 

Auftakt

5. September: „Ein Bild von Sarah Schumann“ (1978, 30 min)

Dieser Film von Harun Farocki zeigt die Entstehung eines Bildes, an dem die Künstlerin neun Wochen gearbeitet hat. Sarah Schumann lebt in Berlin und ist eine Vorkämpferin der feministischen Szene. Zusammen mit einigen anderen Künstlerinnen organisierte sie 1977 die erste große Ausstellung, in der nur Arbeiten von Frauen gezeigt wurden.

Sarah Schumann malt figurativ, dass heißt, sie hat eine Technik entwickelt, bei der Collage und Malerei in mehreren Bildschichten über- und ineinandergearbeitet werden. Die Entstehung eines Bildes wird für den Betrachter zum Abenteuer.

 

26.September: „Sauerbruch Hutton Architekten“ (2013, 73 min)

Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton sind sehr erfolgreiche Architekten im deutschen Bausektor. Zirka 70 Mitarbeiter arbeiten in ihren Büros, bundesweit planten sie bisher unter anderem Großbauten wie die ADAC-Zentrale in München, das Umweltbundesamt in Dessau oder die Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung in Hamburg. Im Film sieht man die konzentrierte Aktivität in den Büroräumen, die aufwändige Diskussion um Planungen und Planungsumsetzungen, und informelle Gespräche über Beteiligung an Wettbewerben. Bevor Bauten entstehen, entwickeln sich Denkmodelle, die, immer wieder überarbeitet, schließich zu Stein zu werden.

 

10. Oktober: „Nicht ohne Risiko“ (2004, 50 min)

Wer bei Banken einen Kredit aufnehmen will, braucht Sicherheiten. Hat er diese nicht muss er sich an Risikokapitalgesellschaften wenden. Diese entscheiden vom vorgeschlagenen Projekt ausgehend, ob dieses kreditwürdig ist oder nicht. Im Film sieht man dieses Ringen um eine Kreditlinie, bei der verhandelt, verworfen, neu diskutiert und wieder verhandelt wird. Ob es am Ende zu einer Einigung kommt, hängt von vielen Faktoren ab und nicht unbedingt vom Projekt, um das es sich eigentlich handelt.

 

24. Oktober: „Die Schöpfer der Einkaufswelten“ (2001, 72 min)

Der Werber kennt kein „Shopping“, er redet von der Kommunikation zwischen Kunden und Produkt. Dieses wird angeregt durch die Umgebung, in der Kunde und Produkt aufeinander treffen, hierzulande hauptsächlich in so genannten ‚Shopping-Malls‘. Wie diese geplant und gedacht sind, ist in diesem Film an einem Beispiel heraus gearbeitet. Viele Spezialisten arbeiten dabei Hand in Hand, vieles in diesen Gesprächen dreht sich um Psychologie und Gespür. Entscheidend ist schließlich, wohin der Blick des Kunden fällt oder wie ein „spontaner“ Kaufakt verursacht werden kann.

 

07. November: „Leben BRD“ (1990, 83 min)

Das Leben in der Industriegesellschaft wird immer komplexer und widersprüchlicher. Deshalb arbeiten viele Firmen an Simulationsprozessen, durch die sich Menschen, die in diesen Firmen arbeiten sollen, auf unvorhersehbare und vorhersehbare Arbeitssituation einstellen, und ihr Verhalten praktisch im Trockenversuch „einstudieren“ können. „Leben BRD“ zeigt diese Übungsprozesse, in denen auf das Unvorbereitetsein vorbereitet wird. Mental, körperlich und intellektuell.

 

21. November: „Die Schulung“ (1987, 44 min)

Als eine Art „Vorarbeit“ zu „Leben BRD“ entstand dieser Film, in dem Angestellte lernen sollen, sich und die Firma, die sie vertreten, „besser zu verkaufen“. Da geht es um die einfachsten Dinge des Lebens, wie man eine Tür öffnet, sich auf einen Stuhl setzt, jemanden begrüßt, eine Tasse Kaffee trinkt. Alles hat in dieser speziellen Verhandlungssituation eine besondere (und kann von entscheidender) Bedeutung sein. Nicht die Sache an sich wird zum Thema, sondern wie der Verkäufer Atmosphäre herstellt, in der er einen guten Verkauf tätigen kann, ohne dass dies der Käufer bemerkt.

 

05. Dezember: „Etwas wird sichtbar“ (1981, 114 min)

„Etwas wird sichtbar“ handelt von Distanzen, von Beziehungen zwischen diesen Distanzen. Er erklärt auch nicht, er erinnert nur daran, dass nie zuvor ein Krieg wie der Vietnam-Krieg derart massiv medial verwertet wurde. Trotzdem steht die Frage im Raum, ob diese Bilder seinen Verlauf mitbestimmt hätten. Er zeigt die Nachwehen, die Kriegseffekte. Er kombiniert ein historisches Motiv mit einem romantischen. Vietnam und ein Liebespaar. Und stellt eine moderne Version des Filmes „Hiroshima mon Amor“ eines Alain Resnais dar, nach dem Buch von Marguerite Duras.

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Performance im Hochhaus II 22.– 24. August 2019





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Foto: Hori Izhaki Foto Thomas Reul

Performance im Hochhaus 2

22.– 24. August 2019
Donnerstag ab 19.00 Uhr
Freitag ab 18.00 Uhr
Samstag ab 16.00 Uhr

Kuratiert von Anja Ibsch und Jörn Burmester Wium
Mit Performances von Marita Bullmann (Essen), Jörn Burmester Wium (Kopenhagen/Berlin), Adriana Disman (London, Montreal), Anja Ibsch (Berlin), Hori Izhaki (Tel Aviv, Berlin), Thomas Reul (Köln), Lutz Streun (Berlin) und Ilka Theurich (Hannover).

Erneut gibt es im Studio im Hochhaus aktuelle, für den Anlass und den Ort entwickelte Performancekunst von Berliner und internationalen Künstler*innen zu erleben. Die zweite Ausgabe des Festivals setzt Live-Aktionen in Beziehung zu bildnerischen Arbeiten. An drei Tagen im August werden in den Räumen der kommunalen Galerie Einzel- und Duoperformances zu sehen sein. Dokumentationen, Versuche und Überreste der Aktionen bleiben an den Orten der Performances zurück. Sie dienen im Verlauf als Ausgangspunkt für neue Performances und sind zugleich im Austausch mit einer Auswahl bildnerischer Arbeiten der beteiligten Künstler*innen als sich permanent weiter entwickelnde Gesamtinstallation zu erleben. Durch die Gegenüberstellung von Performances, ihren materiellen Spuren sowie anderen, permanenten künstlerischen Arbeiten geraten Aspekte der Archivierung, der Paradoxie von Dokumentation und Fragen zur Materialität von Performancekunst in den Fokus.

Performancekunst ereignet sich vorwiegend in von Künstler*innen initiierten Netzwerken, wo sie sich selbst geeignete Arbeitsbedingungen schaffen. Anja Ibsch und Jörn Burmester Wium, die Kurator*innen von „Performance im Hochhaus“ kommen aus dem Umfeld der Association for Performance Art in Berlin APAB e.V., einige der eingeladenen Künstler*innen aus dem Umfeld des europäischen Aktionslabors PAErsche.

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poetry\\\sound

Sonntag, 1. September 2019





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poetry\\\sound #9

Zeitgenössische Lyrik und Elektronische Musik

im Wohnzimmerformat

 

Sonntag, 1. September 2019

Lesung: Moritz Gause
aus „Meditationen hinterm Supermarkt“ + unveröffentlichte Gedichte
https://fliegenfangen.wordpress.com/ Leseprobe: https://bit.ly/2FzNPTn

Konzert: Sonae
„Music For People Who Shave Their Heads: Preview, Deconstruct“
sonaemusic.net | soundcloud.com/sonae

Beginn: 16:00 Uhr
Eintritt frei | free admission

Moritz Gause wurde 1986 in Berlin geboren und wuchs dort, in Brandenburg und in Thüringen auf. Er studierte in Jena Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. In den Jahren 2009 bis 2015 verantwortete er Literaturprojekte, Lesereihen, literarische Werkstätten, Ausstellungen und Interventionen in Thüringen. Nach zwei Jahren in Bishkek, Kyrgyzstan, lebt Gause heute in Berlin.
Gause erhielt 2011 den hr2-Literaturpreis, gemeinsam mit Romina Nikolić das Walter-Dexel-Stipendium der Stadt Jena 2012 und im Jahre 2013 ein Arbeitsstipendium des Freistaates Thüringen.
Weiterhin wurde Gause nomiert für den Ulla-Hahn-Autorenpreis 2018 und den Peter-Huchel-Preis 2019. Sein Debüt „Meditationen hinterm Supermarkt“ erschien 2018 in der edition AZUR.

Sonae ist Produzentin, Live-Musikerin und DJ im Bereich experimenteller Elektronik und im Label-Kollektiv monika werkstatt aktiv. Ihr Debüt „Far away is right around the Corner“ erschien 2015 beim Berliner Label monika enterprise.
Später war sie artist in residence beim Düsseldorfer klingklang studio, Stipendiatin des women in computer music-Programms der CCRMA/Stanford University und erwarb an der Folkwang Universität in Essen einen Master im Studiengang Populäre Musik. 2018 veröffentlichte sie ihre zweite Platte „I Started Wearing Black“.
Sonaes neues Album „Music For People Who Shave Their Heads“ erscheint diesen Oktober beim britischen Label Bit-Phalanx Musixc. Ihr Live-Set bei poetry\\\sound ist eine Dekonstruktion aus diesem Material, das eigentlich für Clubs und Festivals konzipiert ist, und welches Sonae heute in einer Bearbeitung für den intimeren Rahmen und Raum des studio im HOCHHAUS präsentiert.

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Im Zentrum der eigenen Peripherie





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Foto: Ellen Friis
 Im Zentrum der eigenen Peripherie

Sechs Performances, 2019

Kuratiert von Anja Ibsch und Teena Lange

Nach einem gelungenem Auftakt der Performance-Reihe 2018 laden Anja Ibsch und Teena Lange erneut sechs KünstlerInnen in das studio im HOCHHAUS ein, die vorwiegend performativ und zeitbasiert arbeiten. Nicht jeder Akt und nicht jede Tat müssen von einem selbst handeln, es kann auch mit einer gewissen Distanz über sich selbst berichtet werden. Vor allem dann, wenn in einer Situation etwas Erwartetes nicht vollzogen wird. Als bewegte Personen können wir alle zwischen Handlungen unterscheiden, die wir vollziehen oder unterlassen. Dabei spielen Zeit, Ort und Absicht oft ganz eigene Beziehungsrollen. Warum ist es sinnvoll, von unterlassenen Handlungen zu reden? Was ist zentral, was ist un-/angemessen und was soll eigentlich die Peripherie sein?

Es wird zu den KünstlerInnen und Performances anschließende moderierte Gesprächsrunden geben. Die Galerieräume könnten peripher verlassen werden. 

Immer dienstags um 19 Uhr

#3 09. Juli 2019

Mit einem fachlichen Hintergrund als Bühnendesignerin (Akademiet for Scenekunst, Frederikstad, Norwegen) und einem Abschluss in Interdisziplinärer Kunst von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (2005) verfügt die Dänin Ellen Friis über einen unkonventionellen Ansatz zu den grundsätzlichen Fragen von Zeit und Raum. Sie beschäftigt sich insbesondere damit, wie verschiedene Zeitstrukturen den Raum und die Erzählung bei Liveauftritten beeinflussen oder verändern. Bei ihrer Arbeit in Theatern und Museen in Dänemark, Deutschland, England, Norwegen, Schweden, Polen und Finnland kombiniert sie Performances mit Videoaufnahmen, um zu untersuchen, was passiert, wenn die Zeit rückwärts, langsam oder überhaupt nicht läuft.

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Ute Aurand und Lilli Kuschel

Donnerstag 23. November, 19 Uhr





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Donnerstag 23. November, 19 Uhr

Filmabend
mit Filmen von Ute Aurand und Lilli Kuschel

dj mfx (reboot fm) gestaltet dazu neue Tonspuren mit Vinyl aus dem Klangarchiv

Ute Aurand

„(…) Throughout the film, Aurand develops a beautiful rhythmic pattern with her in-camera edits and intuitive use of the variable shutter. There is a musical quality to the way brief clusters of shots, complete with flash frames, lead into gestural pans. The manual fades that she employs—often in the same shot—invoke a series of revelations, a feeling further amplified by her cuts to color footage. Aurand shares her process of discovery: as the building unfolds before her, the film is constantly re-energized by new explorations of the architectural space. The museum alone is a stunning example of design, but Aurand’s ability to find new visual surprises in the myriad details of the building—using holes in the walls as frames, considering the shadows of a slatted stairwell, compressing the perspective on a series of latticed walls—moves this well beyond a document of a building into a passionate call to look.(…)” (Chris Kennedy)

IN DIE ERDE GEBAUT (2008, 42 Minuten, 16mm,Idee, Kamera, Schnitt: Ute Aurand)

Vom Spatenstich im Mai 2004 bis zur Eröffnung im Februar 2007 verfolgt der Film den Erweiterungsbau des Museums Rietberg, einer Sammlung außereuropäischer Kunst in Zürich. Im Laufe der Bauarbeiten verändert sich die Art der Arbeit von der schweren körperlichen Arbeit wie Erde ausheben, Beton gießen, Stahlverbindungen verlegen, über Wände glätten und Fußboden verlegen, bis zum Aufstellen der Exponate in den neuen Räumen. Die unterschiedlichen Tätigkeiten der Arbeiter bestimmen den Rhythmus des Films. IN DIE ERDE GEBAUT ist ohne Ton.

 

Lilli Kuschels Bilder städtischer Ensembles und gezeichneter Landschaften, von Verkehrsanlagen, menschlichen Konstellationen und kommunikativen Akten sprechen eine eigenwillig genaue Sprache. Das Entrückte, wie auch das Verrückte der Normalität werden in der Komposition der Dinge und Personen auf ihren Bildflächen sofort sichtbar. Kaum ein Wort wird gesagt, aber der gestaltende Blick hat begriffen, erzählt ohne Worte.

ATLAS CINEMA | Marokko  | 22 min

SONNENALLEE | Deutschland  | 37 min

STYK |Tschechische Republik | 18 min
Atlas Cinema – Auf den weiten Flächen einer marokkanischen Wüste konkurrieren die imposanten Kulissenbauten eines Filmsets mit den spektakulären Landschaften des Atlas Gebirges. Was anfängt wie eine exzellent fotografierte Reportage über Tourismus an ungewöhnlichen Orten vermengt sich fast unmerklich mit dem diffusen Widerhall vergangener medialer Anstrengungen. Die Soundtracks hier gedrehter Sequenzen einer Bibelverfilmung oder Großfilme wie Lawrence of Arabia setzen ein, und Kuschels Film geht in seiner Schnittfolge über in den exakten Nachvollzug der Einstellungen dieser Filme. Die heilige Kaaba ist ein Bretterverschlag, durchs Bild laufende Touristen übernehmen unfreiwillig Rollen, und muslimische Extras verharren in Wartepositionen, bevor sie Christen spielen müssen.
Sonnenallee – Die Kamera fährt eine Straße in Berlin-Neukölln ab und richtet den Blick auf Fassaden, Läden und Schaufenster. Manchmal hält sie inne, der Filmschnitt durchsticht die Fassaden, und wir befinden uns im Inneren der Häuser: in einem arabischen Reisebüro, einer Schneiderei, einem  Nagelstudio, einem Restaurant, einer Arztpraxis, einem Kosmetiksalon, einem Friseurgeschäft und einem Hundesalon. Was dort an Kultur zu sehen ist, ist mehr als sensationell.
Styk – Prag 2009, Nahverkehr und öffentliche Räume, die Komik des Alltäglichen und der Anblicke, die es gewährt. Mitten im angeblichen Chaos wird die Kameraarbeit zu einer bewahrenden Kraft, die die Dinge ebenso auseinanderhält, wie sie sie zusammenbringt.“ (Text: Heinz Emigholz)

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Vortrags- und Filmreihen

September bis Dezember





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Dienstag 11. Januar, 19 Uhr

Die Platte hat Zukunft!

Urs Kohlbrenner

Audiomitschnitt
Weichenstellung bei der städtebaulichen Entwicklung von Großsiedlungen nach der Wende am Beispiel von Hohenschönhausen Die Großsiedlung Hohenschönhausen war nach der Wende weniger in der öffentlichen Diskussion als Marzahn oder Hellersdorf. Aber die gegebenen Rahmenbedingungen und Diskussionen fanden auch hier ihren Niederschlag.
Es ging nach der Wende zunächst um ganz elementare Fragen wie z. B. die Klärung der Eigentumsverhältnisse und die Zuständigkeiten zwischen Wohnungsunternehmen, Bezirk und dem Land Berlin, aber auch um die Zukunftsperspektiven der Großsiedlungen. In Diskussionen wurde deren Erhalt auch von Fachleuten grundsätzlich in Frage gestellt.
Nach einer ersten Phase mit überzogenen Wachstumserwartungen für Berlin erfolgte die Ernüchterung aufgrund sinkender Bevölkerungszahlen. Damit gewannen auch Überlegungen über Abriss und Neubau erneut Nahrung.
Mit der damals mutigen Entscheidung zum grundsätzlichen Erhalt begann die im Grunde bis heute andauernde Phase der Weiterentwicklung mit Themen wie Adressbildung/ Profilierung, Verbesserung des Wohnumfeldes und Anpassung der sozialen Infrastruktur aufgrund des demografischen Wandels als städtebauliche Herausforderung.
Trotz des oft kaum nachvollziehbaren Prozesses ist aus einem Wohnort ein Stadtteil mit durchaus eigenem Profil entstanden. So gesehen hat die Platte ihre Zukunftsfähigkeit bewiesen.

Urs Kohlbrenner: Nach einer Lehre als Bauzeichner in Basel Studium und Abschlüsse als Architekt an der HdK (heute UDK) und der TU Berlin.Neben der Bürotätigkeit Lehraufträge und Gastprofessuren an der GH Kassel, UDK und während 12 Jahren am Institut für Stadt-und Regionalplanung der TU Berlin.

 

Mittwoch 13. Dezember, 19 Uhr

Vortragsreihe „Großsiedlungen im Spiegel der Zeit“

Jean-Baptist Schöneberger

Audiomitschnitt

Großsiedlungen West (Gropiusstadt, Märkisches Viertel) Anfang der 1960er Jahre entstanden in West-Berlin die Großsiedlungen Märkisches Viertel und Gropiusstadt.
Schnell schlug das Bild von der fortschrittlichen Siedlungsform zu einem negativen Bild anonymer Betonwüsten um. Bücher wie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und unzählige Sozialstudien trugen dazu bei. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Entste-hungsgeschichte und dem Umgang mit den beiden Großsiedlungen Westberlins.

Jean-Baptiste Schöneberger: Studium der Architektur an der FH-Mainz mit Vertiefungsrichtungen Städtebau und Altbau sowie Studium der Denkmalpflege an der TU-Berlin Abschluß M.Sc. Derzeit freiberuflicher wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Berliner Unterwelten und Gedenkstätte Hohenschönhausen und als selbstständiger Stadtführer tätig.

Donnerstag, 14. Dezember, 19 Uhr

„B-52“ (1999, 110 min)

Nach dem zweiten Weltkrieg ging es darum, ein Flugzeug zu erfinden, das unabhängig von Stützpunkten in fremden Ländern vom Boden der USA aus operieren konnte. Die B-52 wurde entwickelt, um aus möglichst großer Höhe eine möglichst große Bombenlast, vor allem auch Atombomben, zielgerichtet abwerfen zu können. Bis heute ist diese Flugmaschine, immer wieder modifiziert, im Einsatz. 744 Maschinen wurden bisher gebaut und sind seit Generationen eine Art Sinnbild des Luftkrieges. Und Beispiel für ein industrielles Produkt, das sich immer wieder an den Markt hat anpassen können, angepasst wurde.

 

Mittwoch 15. November, 19 Uhr

Vortragsreihe „Großsiedlungen im Spiegel der Zeit“

Dr. phil. Ulrich Hartung

Audiomitschnitt

Neu-Hohenschönhausen – Planung und Bau eines Ostberliner Stadtbezirks
Personen, Konzepte, Perspektiven

Der Vortrag wird die Vorgeschichte und Geschichte des heutigen Wohngebiets Neu-Hohenschönhausen, von der Niles-Siedlung bis zur „komplexen“ Neubebauung eines ganzen Stadtteils und den Einzelbauwerken nach 1990 umreißen. Dabei werden Namen und Konzepte der verschiedenen Entwerfer (Otto Rauter, Wolf Eisentraut, Hans Kollhoff  u. A.) ebenso herausgestellt wie die mit ihnen verbundenen Einzel- und Typenbauten in ihrer Farb- und Freiflächengestaltung, denn sie geben die Grundlagen für die Planungen der Zukunft.

Dr. phil. Ulrich Hartung: Studium der Kunstgeschichte und klassischen Archäologie an der Humboldt-Universität Berlin. Dort Dissertation zu Kulturhausbauten der DDR in den fünfziger Jahren, 1997 als Buch „Arbeiter- und Bauerntempel“.

 

Filmreihe 2017
Hartmut Bitomsky
Kuratiert von Michael Freerix

Donnerstag, 16. November, 19 Uhr:
„Reichsautobahn“ (1987, 91 min)

Die Reichsautobahn war ein Netz von Schnellstraßen, dessen Aufbau bereits 1921 in der Weimarer Republik begann. Nach 1933 wurde ihr Ausbau beschleunigt, weil die NS-Propaganda eine hochmobile „Volksgemeinschaft“ propagierte. Die Wehr-macht unterstützte diesen Ausbau, weil eine wachsende Zahl an zivilen Kraftfahrern mehr motorisierte Truppenteile bei Kriegsausbruch bedeutete. So unterstützte die Reichsautobahn eher indirekt die Kriegsvorbereitungen, ist aber ästhetisch ein Bindeglied zwischen der Weimarer Republik und der Gegenwartsgesellschaft.
Der Film wurde 1987 mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet.

 

Mittwoch 11. Oktober, 19 Uhr
Vortragsreihe „Großsiedlungen im Spiegel der Zeit“
Dr. Harald Engler

Audiomitschnitt

Das industrielle Bauen in der DDR – Die „Platte“ und die Folgen

Die strategische Entscheidung in der DDR, den Wohnungsbau seit Mitte der fünfziger Jahre in gro-ßem Umfang in industrieller Bauweise zu bewerkstelligen, zeigte erhebliche Folgen. Die einseitige Dominanz der „Platte“ sorgte dafür, dass die DDR sich in ein Land mit einer extrem hohen Dichte an Plattenbauten verwandelte. Gleichzeitig nahmen die bautechnologische Qualität und der Gehalt der mit den Bauten ursprünglich verbundenen utopischen gesellschaftlichen Visionen deutlich ab. Diese Entwicklung hatte weitreichende Konsequenzen für die Baukultur, die Ästhetik und das Aussehen der Städte und der Landschaft, für das Berufsbild der Architekten und Planer, vor allem aber für die Menschen als Bewohner selbst. Letztlich sorgte die mangelhafte Urbanität der Plattenbausiedlungen zusammen mit dem gleichzeitig zugelassenen Zerfall der Altbausubstanz der Städte vor allem seit den achtziger Jahren für eine allmähliche Delegitimation des Staates insgesamt.
Gleichzeitig wurde innerhalb des Systems „Platte“ teilweise sehr innovative Architektur geschaffen und mit den Großwohnsiedlungen in Plattenbauweise die modernsten Wohnungen jener Zeit errichtet, parallel zu den Entwicklungen in anderen Ländern der Moderne in Ost und West. So bilden die Plattenbauten mit ihren Wohnungen heute inzwischen soziale Erinnerungsorte von großer Bedeutung für viele (ostdeutsche) Bewohner und ein übergreifend wichtiges Zeugnis der deutschen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts, das es zu erhalten und zu ertüchtigen gilt.

Dr. Harald Engler: Historiker, stellvertretender Abteilungsleiter der Historischen Forschungsstelle/Wissenschaftliche Sammlungen zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR beim Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Erkner; Studium der Geschichtswissenschaften und Germanistik an der FU Berlin.

Filmreihe 2017
Hartmut Bitomsky
Kuratiert von Michael Freerix

19. Oktober, 19 Uhr:
„Der VW Komplex“ (1989, 90 min)

Bei der Eröffnung der 24. Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung forderte Adolf Hitler am 08. März 1934 ein „autobahnfestes“ Fahrzeug mit vier Sitzen, sparsam im Verbrauch und für unter 1000 Reichsmark zu erwerben. Ferdinand Porsche machte sich sogleich daran, einen Prototypen zu entwickeln. Eher zufällig wurde eine Fläche bei Fallersleben, später in Wolfsburg umbenannt, zum Ort für das Werk bestimmt. Emil Rudolf Mewes und Karl Kohlbecker planten und errichteten 1938 die Werkshallen, in denen allerdings mit Kriegsbeginn nur Rüstungsgüter hergestellt wurden. Noch 1945 ging der erste Käfer vom Band und wurde zum Motor für die industrielle Entwicklung West-Deutschlands, und zum Sinnbild für die Mobilität des modernen Lebens.

 

 

 

Weitere Termine: 11. Oktober, Dr. Harald Engler; 15. November, Dr. phil. Ulrich Hartung; 13. Dezember, Jean-Baptist Schöneberger

 

Donnerstag 21. September, 19 Uhr:
„Imaginäre Architektur – Der Baumeister Hans
Scharoun“ (1993, 60 min)

Hans Scharoun, der die Philharmonie, den Kammermusiksaal und die Staatsbibliothek am Potsdamer Platz gebaut hat, prägte mit seinen Bauten das Stadtbild von Berlin. Scharoun gestaltete seine Häuser von innen nach außen, von einem „Raum der Mitte“ ausgehend. Ihre
Ästhetik sollte von ihrer Funktion bestimmt sein und von den Menschen, die in diesen Gebäuden lebten oder diese nutzten. Weil ihr Sinn von innen nach außen gedacht war,
also äußerlich organisch sichtbar sein sollte, bezeichnete er sein Konzept als „imaginäre Architektur“. An dieser Idee arbeitete er bereits während der Nazizeit, als er, „aus
Selbsterhaltungstrieb,“ sich in Aquarellen und Zeichnungen „mit der Frage der kommenden Gestalt“ auseinandersetzte, während er vor allem Bombenschäden reparierte.

Weitere Termine: 19. Oktober; 2./16./30. November; 14. Dezember

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Ursula Blickle Video Archiv im HOCHHAUS

13. bis 15. September 2017





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Ursula Blickle Video zu Gast im studio im HOCHHAUS

13. September ab 19 Uhr

15. September ab 18 Uhr mit dj mfx (reboot fm)

Eine Stadt ist ein Geflecht: bebautes und unbebautes Gebiet, Verkehrsadern, Transportlinien, belebt durch soziale Interaktion. Die Geschichte des bewegten Bildes ist mit jener des modernen wie auch post-modernen Stadtraumes aufs engste verbunden: Keine Raumerfahrung ohne Bewegung ohne Blick ohne „Kino“ im weitesten Sinne.

Die Arbeiten aus dem Ursula Blickle Video Archiv – einem virtuellen Videokunst-Archiv, das im Belvedere und 21er Haus in Wien beheimatet ist – widmen sich besonders dem Aspekt der Beschreibung und Repräsentation von urbanem Raum. Durch die unterschiedlichen künstlerischen Strategien changiert dieser zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, wird zum formbaren Material, öffnet sich Ein- wie Überschreibungen und trägt letztendlich Geschichte(n) weiter. (Claudia Slanar, Kuratorin UBVA)

Programm

Gesamtlänge ca. 60 min

Claudia Larcher, INTER, 2014

Axel Stockburger, Brilliant City, 2004

Devis Venturelli, Loop, 2008

Maia Gusberti, Fragments of a city without a map, 2012

Siegmund Skalar, Gün ve Gece, 2013

Karl-Heinz Klopf, Tesvikiye, 2004

Carlos Vasconcelos, Asphalt, 2013

Konzert mit Videos, neu vertont von Gerhard Schultz (Care Of Editions)

Felix Malnig, D (Detroit), 2007

Marianne Maderna, Negacity, 2004

http://ursulablicklevideoarchiv.com/

 

Claudia Larcher, INTER, 2014, 14 min 10 sek

Die Idee zur Installation INTER entstand während eines zweimonatigen Auslandsaufenthaltes in Tokio, der der Analyse der urbanen Struktur Tokios und der Erforschung des japanischen Begriffs des „MA“ diente. Der Begriff des „MA“ kann ungefähr als „Intervall“ oder „Pause“ übersetzt werden, beschreibt aber eher das nicht fassbare Erleben eines physischen oder psychischen Zwischenraums. (…) INTER bietet am Beispiel T okios einen Blick in eine dystopische Zukunft möglicher Städteplanung und Energiewirtschaft, wobei die Natur sich immer mehr der Architektur unterordnen muss. (Claudia Larcher)

Axel Stockburger, Brilliant City, 2004, 19 min 2 sek

Der Titel bezieht sich auf den Namen des Drehorts, einen Wohnkomplex im Norden von Shanghai. Gänzlich vom 34. Stockwerk des Gebäudes gefilmt, liefert das Video einen voyeuristischen Blick auf die umliegende Stadt und fängt dabei alltägliche Aktivitäten, die von diesem Aussichtspunkt aus zu sehen sind. Der Film agiert im Rahmen eines bestimmten visuellen Bezugssystems, welches von Strategie- und Simulationsspielen (Sim City, The Sims) bekannt ist. Diesen distanzierten Blick nehmen gewöhnlich Städteplaner, Spieler von Videospielen oder Politiker ein. (Axel Stockburger)

Devis Venturelli, Loop, 2008, 3 min 6 sek

Der italienische Architekt und Künstler widmet sich der Erforschung urbaner Zonen. Er interveniert mit Hilfe von Skulpturen und Performances, die die Materialität und Formbarkeit des Stadtraumes wiederspiegeln. (Claudia Slanar)

Stoffe und Isoliermaterialien mit ihrer unterschiedlichen Textur und ihrer Tragbarkeit stehen meist zu Beginn eines künstlerischen Experimentierprozesses: Devis Venturelli hinterfragt das Verhältnis zwischen rigider, permanenter Architektur und deren Nachhaltigkeit und den nomadischen, ephemeren und biegsamen Formen, die gerade durch ihre Leichtigkeit denselben Effekt erzielen. (Fabio Carnaghi)

Maia Gusberti, Fragments of a city without a map, 2012, 8 min 45 sek

Das während eines Künstler_innen-Residency in Amman/Jordanien gesammelte, fragmentarische Material, das im Video zu sehen ist, wurde von mir noch mehr fragmentiert und dekonstruiert. Als nächsten Schritt versuchte ich, mich zu erinnern, die Teile neu zusammenzusetzen, und durch das Material zu einem neuen Ergebnis zu kommen, das auch mich nur überraschen konnte. Schließlich entstand daraus eine imaginäre Landschaft; im Video mit einer Stimme hinterlegt, die von Stadterfahrungen und persönlichen Erinnerungen berichtet. (Maia Gusberti, Claudia Slanar)

Siegmund Skalar, Gün ve Gece, 2013, 8 min

Farb- und leidenschaftslos hängt der Himmel über Istanbul. Zum inneren Monolog einer türkischen Frau weiten sich Aufnahmen aus dem privaten in den öffentlichen Raum. Der Blick aus dem Fenster eines fahrenden Autos lässt eine Stadt im Transit erkennen. Während die Metropole jedoch den Alltag abspult, vermittelt sich im Off ein Begehren, das darin keinen Platz findet; Die Arbeit basiert auf dem gleichnamigen Text der türkischen Autorin Helin Celik. (Siegmund Skalar)

Karl-Heinz Klopf, Tesvikiye, 2004, 5 min 23 sek

Das Video wurde im Istanbuler Stadtteil Tesvikiye gedreht, der auf sieben Hügeln erbaut wurde und damit eine ziemlich extreme Topographie. Dadurch war es in vielen Gegenden schwer, ein öffentliches Verkehrssystem zu implementieren. Die zwischen privat und öffentlich situierten Treppen vor den Häusern wurden somit zum Marker der individuellen Möglichkeiten von Design, in das urbane Gewebe einzugreifen. Im Kontrast zu europäischen Städten etwa, gab es in Istanbul nie einen Masterplan für das Design des Straßenpflasters. (Karl-Heinz Klopf, Sigrid Kurz)

Carlos Vasconcelos, Asphalt, 2013 2 min 21 sek

Das Video Asphalt ist eine Vignette, die beispielhaft einen Arbeitsprozess im Stadtraum zeigt, der zwar zur Erhaltung der Infrastruktur notwendig ist, aber meist als lästiges Übel wahrgenommen wird. Vasconcelos ist dabei fasziniert vom Material und seiner Erscheinungsform, dem Wechsel zwischen flüssig und dampfend-heiß zu kalt und erstarrt, wie auch von den Arbeitsschritten, Gesten und Werkzeugen, die zur Asphaltierung notwendig sind. Auf Ton-ebene werden diese Elemente durch experimentelle, elektronische Musik verstärkt, die den Rhythmus dieses kurzen Stückes Stadtbeobachtung vorgibt. (Claudia Slanar)

 

Neu vertont von Gerhard Schultz (Care Of Editions):

Felix Malnig, D (Detroit), 2007, 16 min (loop)

Felix Malnigs 2007 entstandenes Video zeigt uns einen vielgestaltigen Blick auf die Stadt Detroit von der einspurigen Hochbahn, dem „People Mover“, aus gesehen. Dabei handelt es sich um ein Transportsystem, das einen Kreis um die Innenstadt beschreibt. So gewährt die Zugfahrt den Passagieren – und damit den Betrachter_innen – die Möglichkeit, die vorbeiziehende Stadt, geprägt vom ökonomischen und sozialen Niedergang historischen Ausmaßes sowie dem Scheitern utopischer Projekte, im langsamen Prozess der Erneuerung mitzuerleben. … (Dan Devening)

Marianne Maderna, Negacity, 2004, 5 min 38 sek

Stadt / Negativ-Filter / Verbrannt, Verschneit; – erinnerte mich an Dresden 1945. (Marianne Maderna). Negacity ist die Annäherung an eine als Negativ, also in ihrer Umkehrung, gezeigte Stadt. Vorerst ist jedoch nicht klar, was tatsächlich zu sehen ist: Linien und dreidimensionale Gebilde auf einer weißen Fläche könnten ein Modell wie auch animierte Fotografien oder im Auflösungsprozess doch noch konservierte Filmbilder von etwas längst Vergangenem zeigen. Die Fragilität der Abbildung bleibt, selbst als der Originalton schließlich Aufschluss über das Dargestellte gibt. (Claudia Slanar)

Gerhard Schultz

Studierte Experimentellen Klang am California Institute of the Arts und Komposition an der University of Michigan, Ann Arbor. 2013 gründete er das Label »Care Of Editions« als experimentelle Vertriebsplattform. In seinen neuesten Arbeiten beschreibt er einen Zugang zum Akt des Hörens, der weniger direkt und sogar ein wenig lauter ist als bisher. Schultz vereint darin detaillierte skulpturale Untersuchungen von Ton und Zeit, die, obwohl formal stringent, mehrere Deutungen zulassen. Dabei vermischen sich Erfahrungen zwischen Zuhören und Erzählen, inklusive möglicher Unterbrechungen. Er lebt und arbeitet derzeit in Berlin.

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Performance im HOCHHAUS

17. bis 22.November 2016 immer ab 16 Uhr





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„Performance im Hochhaus“ lädt zehn internationale Performancekünstler*innen, die in Berlin leben und arbeiten, für eine Woche ins „studio im Hochhaus” ein.
Sie nutzen unterschiedliche Medien, kommen aus diversen Praxen, haben Wurzeln auf vier Kontinenten, gehören nahezu allen derzeit aktiven Generationen an – und lassen sich auf diese Begegnung ein.
Vom 18. bis 22.11.2016 können Besucher*innen täglich ab 16 Uhr Performances betrachten, ihre Entstehung  beobachten, Videoarbeiten sehen und mit den Künstlerer*innen ins Gespräch kommen. Jede*r Künstler*in  realisiert in einem einwöchigen, gemeinsamen Arbeitsprozess zwei Performances: eine Long Durational Performance von mehreren Stunden Dauer und eine kürzere Arbeit in einem Abendprogramm. Die Besucher*innen erhalten so die Möglichkeit, je zwei Arbeiten der Künstler*innen zu erleben, und bekommen tiefe Einblicke in deren vielfältige Arbeitsweisen.
Performancekunst in Berlin ereignet sich vorwiegend in von Künstler*innen initiierten Netzwerken, in denen sie sich selber geeignete Arbeitsbedingungen schaffen. Die Künstler*innen von „Performance im Hochhaus“ kommen aus dem Umfeld eines Netzwerks, das sich seit der Jahrtausendwende am Performer-Stammtisch und während des Monats der Performancekunst MPA–B gebildet hat und sich aktuell in der Association for Performance Art in Berlin APAB e.V. weiter entwickelt.

Programm:

Donnerstag 17.11.
Ab 16 Uhr: Coming together, Filmprogramm und offene Diskussion zum Auftakt

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Freitag 18.11.
Ab 16 Uhr: Durational Performances von Frank Homeyer, Florian Feigl, Lan Hungh.

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Samstag 19.11.
Ab 16 Uhr: Durational Performances von Lan Hungh, Ilya Noé und Adrian Brun.

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Abendprogramm ab 19 Uhr: Performances von Frank Homeyer, Aleks Slota, Lan Hungh, Nathalie Mba Bokoro, Florian Feigl.

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Sonntag 20.11.
Ab 16 Uhr: Durational Performances von Jörn J. Burmester und Ilya Noé, Nathalie Mba Bokoro, Lan Hungh.

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Montag 21.11.
Ab 16 Uhr: Durational Performances von Anja Ibsch, Joy  Harder, Lan Hungh.

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hader1 Joy Harder ließt alles (Bushido):

S. 1 – 22, 22 – 37, 37 – 50, 50 – 64, 64 – 79, 79 – 95, 95 – 112, 112 – 129, 129 – 145, 145 – 161, 161 – 175, 175 – 191

Dienstag 22.11.
Ab 16 Uhr: Durational Performances von Lan Hungh.

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Abendprogramm ab 19 Uhr: Performances von Anja Ibsch, Ilya Noé, Adrian Brun, Joy Harder, Jörn J. Burmester.

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