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Bild: Ich denke oft an Hawaii, Elfi Mikesch, 1978 © Deutsche Kinemathek

Leben im Quadrat

Eine von Florian Wüst kuratierte Filmreihe

Die Filmreihe Leben im Quadrat wird am Dienstag den 21. September 2021 um 19 Uhr mit dem Film Ich denke oft an Hawaii von Elfi Mikesch, fortgesetzt. Im Anschuß findet ein Publikumsgespräch mit Elfi Mikesch statt.

Ich denke oft an Hawaii, Elfi Mikesch, BRD 1978, 85′

„Ein Film für jedes Wohnzimmer“ sollte Ich denke oft an Hawaii sein, in dem die Phantasien und die Dinge des Alltags ihren besonderen Stellenwert haben. Erzählt wird die Geschichte der sechzehnjährigen Carmen, die mit ihrer Mutter Ruth und Bruder Tito in einem Mehrfamilienhaus an der Westberliner Peripherie leben. Es sind die 1970er Jahre. Die Mutter arbeitete jahrelang in einer Knopffabrik am Fließband und verdient nun als Putzfrau den Lebensunterhalt für die Familie. Der Vater der Kinder, ein puerto-ricanischer Berufssoldat, verließ sie nach Carmens Geburt. Außer einigen Postkarten und Hawaii-Musik-Platten ließ er nichts zurück. Tochter Carmen will Tänzerin werden. Sie träumt von einem warmen Land mit Sonne. Tito hingegen ist ein stiller Junge, der gerne Geige spielt.

Die von Florian Wüst kuratiert Filmreihe thematisiert die Wohnungsfrage die so alt wie allgegenwärtig ist. Denn Wohnen ist existenziell. Dieser Tatsache steht der durch das Recht auf Eigentum geschützte Warencharakter des Wohnens gegenüber: Immobilien nicht als Dach über dem Kopf, sondern als Kapitalanlage. Zur Frage, wem die Stadt gehört und wer sie sich noch leisten kann, kommt die Frage nach zukünftigen Wohnformen. Denn auch die bauliche Organisation des städtischen Raumes bis hin zu den Wohnungsgrundrissen – ob der Neubau der 1970er Jahre, kollektive Wohnprojekte oder das Loft Living von heute – beschreibt die Verfasstheit sozialen Zusammenlebens.

Weitere Temine:

Di, 5.10., 19 Uhr / Der Stoff, aus dem Träume sind, Lotte Schreiber, Michael Rieper, AT 2019, 75′

Di, 26.10., 19 Uhr / Rift Finfinnee, Daniel Kötter, ET/DE 2020, 79′

Di, 9.11., 19 Uhr / Verdrängung hat viele Gesichter, Filmkollektiv Schwarzer Hahn, DE 2014, 94′

Di, 30.11., 19 Uhr / Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit, Yulia Lokshina, DE 2020, 92′