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The Weather Underground





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The Weather Underground – USA 2002, 92 Minuten, Regie: Sam Green und Bill Siegel


In den 1960er und 1970er Jahren war die Polarisierung der politischen Situation in den USA akut mit dem Vietnamkrieg und dem Kampf um die Bürgerrechte verbunden. Angesichts der scheinbar wirkungslosen Methoden des friedlichen Protests und Widerstands bildeten sich innerhalb der Protestbewegung militante Gruppen, unter anderem der Weather Underground. Der Film beleuchtet Vorgeschichte und Aktivitäten des Weather Underground. Green und Siegel lassen Aktivisten und Aktivistinnen von damals sprechen und zeigen die vom FBI angewandten illegalen Methoden in der Bekämpfung der Revolte. „The Weather Underground“ wurde 2004 für den Oscar nominiert und ist das erst zweite filmische Dokument zur US-amerikanischen Stadtguerilla.

Die Weathermen (Weather Underground Organisation) hatten die Ehre und das Vergngen, Dr. Timothy Leary behilflich zu sein, aus dem POW-Lager in San Luis Obispo, Kalifornien, auszubrechen. Er war ein politischer Gefangener, eingesperrt fr die Arbeit, die er getan hat, die uns allen hilft, eine neue Kultur in dieser Wste zu erschaffen, in die dieses Land von Demokraten, Republikanern und widerlichen Menschen verwandelt wurde. LSD und Gras wie auch die Kräuter, der Kaktus und die Pilze der amerikanischen Indianer und der unzähligen Zivilisationen, die auf dieser Erde existiert haben, werden uns helfen, eine Zukunft aufzubauen, die es uns ermöglicht in Frieden zu leben. Jetzt sind wir im Krieg. […] Unsere Organisation verpflichtet sich, die Kriegsgefangenen zu befreien. Wir sind gesetzlos, wir sind frei.“ Bernadine Dohrn, 15. September 1970, Weatherman Underground: Kommunique Nr. 4

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Volker Sattel: LA CUPOLA





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Bilder: Volker Sattel

LA CUPOLA

Ein Film von Volker Sattel

LA CUPOLA beginnt und endet mit Bildern der roten Porphyr-Klippen an der Costa Paradiso,

Sardinien. Formen des Werdens, non-finito, Steinfinger und -hände, die ergriffen werden wollen. Wir alle sind Bleigiesser, im Geiste – müssen die Welt lesen, begreifen; in der Deutung zeigen wir uns. Vielleicht sind die Skulpturen im Stein schon enthalten oder die Zukunft wartet im Berg, wie Björk einmal gesungen hat.

Als Entdecker eines alten und doch unbekannten Morgen müssen sich auch der Architekt Dante Bini und seine Auftraggeber Michelangelo Antonioni und Monica Vitti gefühlt haben, als sie hier Ende der 60er Jahre ein Ferienhaus bauten. Die dünne Betonkuppel, konstruktiv gesehen eine Blase, in die biomorph Fenster, Türen, ein Steg als Zugang geschnitten sind – wie in eine Mohnkapsel geschnitzt – der stützenfreie, offene Raum, in dem sogar ein Garten Platz hat, das Super-Cinemascope-Fenster mit dem Blick auf die rote Marslandschaft… erzählen von dem Versuch, neues Sehen und neues Leben zu verschränken.

Doch die raue Schale bröckelt, die Kuppel der Freiheit ist in die Jahre gekommen. Im Off des Films, nur 160 km weiter südlich, in Oristano, gibt es formverwandte, und doch ganz entgegengesetzte Bauten aus dem 2. Weltkrieg, Massivbeton-Bunker aus den Jahren 42/43, wie von Paul Virilio in seiner Bunker Archäologie beschrieben. Der Fußabdruck der friedlichen Utopien – Antonioni hat vor Ort unter anderem das Drehbuch zu ZABRISKIE POINT geschrieben – ist leichter, die Seeluft beeilt sich, das Haus abzutragen. Und das ist, bei allem Bedauern über das Verschwinden dieses Denkmals, tröstlich. (Christoph Hochhäusler)

webv.sattel

LA CUPOLA

Portrait eines Hauses ohne tragende Wände. Eine kühne Kuppel aus Beton, ein Open Space – gelegen inmitten bizarrer Felsformationen einer schroffen Küste aus rötlichem Gestein. Das Haus gehörte der Schauspielerin Monica Vitti und dem Regisseur Michelangelo Antonioni. Die Leere der »Cupola« und die Verlassenheit des Ortes werden zum Ausgangspunkt für Spekulationen – hier hat Antonioni unter anderem das Drehbuch zu »Zabriskie Point« geschrieben. Scheinbar zufällig geraten Figuren ins Bild und betreten die Kuppel, über dessen Form noch heute die Utopie eines alternativen Wohn- und Lebenskonzept schwebt.

D 2016, 40min, Farbe, HD

Mit Minze Gaus, Francesca Bertin, Giuseppina Isetta, Stephan Geene und Severin Dold

Originalversion: Italienisch/Deutsch mit englischen oder deutschen Untertiteln

Vorführformat: 1: 2,39 / DCP, 5.1 digital

 

Credits:

Buch, Regie, Kamera: Volker Sattel — Steadycam/2.Kamera: Thilo Schmidt —Ton: Filipp Forberg — Recherche/Assistenz: Francesca Bertin — Montage: Stefanie Gaus, Volker Sattel — Tongestaltung und Komposition: Tim Elzer — Grading: Till Beckmann — Mischung: Jochen Jezussek — Produktion: Caroline Kirberg — Übersetzung: Henrieke Markert — Produzent: Volker Sattel

 

Bio/Filmographie Volker Sattel:

Geboren 1970 in Speyer. 1993–99 Regie- und Kamerastudium an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sattel lebt in Berlin und agiert als Autor, Regisseur und Kameramann in unterschiedlichen filmischen Formen und Genres. Sattels Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, sein Kinofilm „Unter Kontrolle – Eine Archäologie der Atomkraft“ von 2011 u.a. mit den deutschen Schnittpreis der VG Bild-Kunst und dem Gerd-Ruge-Stipendium und sein aktuelles Filmprojekt „La Cupola“ mit einem Projektstipendium der Stiftung Kunstfonds. 2013 war er mit Stefanie Gaus Stipendiat der Villa Kamogawa des Goethe-Instituts in Kyoto, Japan und realisierten dort zusammen den Film „Beyond Metabolism“.

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Lilli Kuschel

19. Juni - 22 August 2018





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SONNENALLEE | Deutschland 2010 | 37 min

Lilli Kuschels Bilder städtischer Ensembles und gezeichneter Landschaften, von Verkehrsanlagen, menschlichen Konstellationen und kommunikativen Akten sprechen eine eigenwillig genaue Sprache. Das Entrückte, wie auch das Verrückte der Normalität werden in der Komposition der Dinge und Personen auf ihren Bildflächen sofort sichtbar. Kaum ein Wort wird gesagt, aber der gestaltende Blick hat begriffen, erzählt ohne Worte.

Sonnenallee – Die Kamera fährt eine Straße in Berlin-Neukölln ab und richtet den Blick auf Fassaden, Läden und Schaufenster. Manchmal hält sie inne, der Filmschnitt durchsticht die Fassaden, und wir befinden uns im Inneren der Häuser: in einem arabischen Reisebüro, einer Schneiderei, einem  Nagelstudio, einem Restaurant, einer Arztpraxis, einem Kosmetiksalon, einem Friseurgeschäft und einem Hundesalon. Was dort an Kultur zu sehen ist, ist mehr als sensationell.

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Frederik Foert Videos





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The Heart of Darkness • Video HD, 12 min, China 2017

Der Kurzfilm entstand von Mai bis Oktober 2017 in verschiedenen Parks in den Städten Guangzhou und Peking sowie in Pekings Shopping Mall „The Place“. Der unterlegte Soundtrack „The End“ von den Doors stellt eine direkte Parallele zum Filmklassiker „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola her. Die Musik bildet sozusagen das Gerüst für eine Filmcollage aus Alltagsszenen chinesischen Lebens, die sich absurderweise an der Handlung eines der berühmtesten Antikriegsfilme entlanghangelt. Statt Hubschrauberstaffeln wurden hier mit Laiendarstellern Choreografien für Rasenmäher und Kinderspielzeug geschaffen.

Musik: The Doors, The End, Lyrics written by Jim Morrison, 1967

To Live Is To Fly • Video HD, 6.35 min, China 2017

Der ebenfalls mit Musik unterlegte Film zeigt eine Busfahrt vom Terminal 3 des Beijing International Airport zum Flugzeug. Durch einen denkbar einfachen Trick wird der Betrachter in diese an sich alltägliche Szenerie gesogen. Das Bild steht Kopf, eine Baselitz-Perspektive quasi. Bei blauem Himmel und Sonnenschein orientieren wir uns an der Horizontlinie. Der Himmel jedoch erscheint uns hier aus Asphalt immer wieder von typografischen Zeichen strukturiert. Der Boden hingegen wurde uns unter den Füßen weggezogen. Jeder Richtungswechsel läßt uns ein wenig schwindeln, während alle Fahrzeuge wie die Wuppertaler Schwebebahn an uns vorüberziehen.

Musik: Towns Van Zandt, To Live Is To Fly, 1971 / Dexter, Rainbow Flight, 2013

Little Red Riding Hood • Video HD, 3.50 min, China/Italien 2017

Little Red Riding Hood ist der kürzeste der drei gezeigten Filme und erinnert uns damit am ehesten an ein Musikvideo. Untermalt von einer Coverversion des titelgebenden 60er Jahre Klassikers beobachten wir eine Szene in einem Innenhof der Verbotenen Stadt, dem ehemaligen Kaiserpalast in Peking. Bei günstiger Wetterlage ist dies eine beliebte Bühne für Hochzeitsfotografen und ihre Kundschaft. Die chinesische Braut heiratet traditionell in Rot und das Hochzeitsfotoalbum ist ungefähr so wichtig wie das Bankkonto des Bräutigams. Hier inszenieren sich an einem schönen Nachmittag dutzende von Brautpaaren und eine Vielzahl an Fotografen und Assistenten sind darauf bedacht, dass ihnen kein fremdes Brautpaar in die Quere kommt! Schnitt – Szenenwechsel: Venedig, das Traumziel all der eben gesehenen Paare. 5 Uhr morgens, kein Mensch, kein Tourist nur die Abfälle vom Abend vorher. Die Tauben picken die Reste aus den weggeworfenen Pizzakartons… so viel Romantik muss sein!

Musik: Amanda Seyfried: Little Red Riding Hood, 2013

Songwriter: Ronald Blackwell, 1966

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ALLES! Videoprogramm





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„Public owned city“

bankleer

0:30 min, 2012

ON HUMAN ARROGANCE

Helmut Dick

4:20 min, 2017

In vielen Religionen und Legenden spielen Vögel als fliegende Überbringer und Vermittler zwischen der unerreichbaren Welt der Götter und den erdgebundenen Menschen eine besondere Rolle. Auch in ON HUMAN ARROGANCE werden Vögel für einen Botengang eingespannt. Heraus kommt eine besondere aber auch zweifelhafte Aktion, in der die Beschränktheit und Unausweichlichkeit unserer anthropozentrischen Wahrheit spürbar wird.

Jumping City Teil 2

Birgit Dunkel

7:41 min, 2017

Hopsen – eine Bewegungsform wird wiederentdeckt, eine Form der Fortbewegung mit Erkenntnisgewinn und potentiellem Suchtfaktor. Die Hamburger Künstlerin Birgit Dunkel hat eine alte Form kindlicher Fortbewegung wiederentdeckt und sie konzeptuell für ihr Performance-Filmprojekt „Jumping City“ eingesetzt.

Beim „Hopsen“ (Jumping) wird die Endorphin-Produktion (sog. Glückshormon) angeregt, was sich positiv auf die Erkenntisfähigkeit auswirkt. Im Sprung verlässt der Körper den Boden und überwindet die Schwerkraft – der Traum vom Fliegen wird für Bruchteile von Sekunden realisiert. Dieser Zustand wird als gesteigertes Glücksempfinden wahrgenommen und erweitert die Kognitions- und Perzeptionsfähigkeit durch eine vermehrte Öffnung der Synapsen. So kann das durch Bücher erworbene Wissen eine kognitive Verbindung mit der sinnlich erlebten Gegenwart und der im Material verkapselten Geschichte des Ortes eingehen, an dem das ‚Jumping‘ erlebt wird. Der springende/hopsende Mensch erlebt die ‚Joy of cognition‘. (Keine esoterische Kunstaktion, sondern ein künstlerisch-wissenschaftlicher Feldversuch!)

Das Filmprojekt ‚Jumping City‘: In 12 europäischen Städten entstehen Bausteine von ca. 5- 6 Minuten Länge. Bisherige Stationen: Stockholm, Oslo, Kopenhagen, Amsterdam, Venedig, Athen und Kassel.

OP

Karin Glanz

7 min, 2013
Das Video entstand 2013 in Berlin-Mitte.

Vive la Solidarité – La Z.A.D. est partout!
Julia Lazarus

5:56 min, 2016
In ihrer künstlerischen, filmischen und kuratorischen Arbeit setzt sich Julia Lazarus mit politischen Architekturen, sozialen Landschaften und den subjektiven Lebenswirklichkeiten auseinander, die durch diese hergestellt werden. In Kooperation mit der türkischen Umweltaktivist*innengruppe Kuzey Ormanları Savunması arbeitet sie derzeit an einem Film, der die Auswirkung der Großbauprojekte auf die nördlich von Istanbul gelegenen Wälder beschreibt. Die kürzlich eröffnete dritte Bosporus-Brücke, der neue Autobahnring und das geplante Luftfahrt-Drehkreuz am Schwarzen Meer sind Teil eines Masterplans der türkischen Regierung für den Großraum Istanbul. Seit 2014 kämpfen die Aktivist*innen von K.O.S gemeinsam mit den Bewohner*innen der betroffenen ländlichen Gebiete gegen die kapitalgetriebene repressive politische Entwicklung, die den gemeinschaftlichen Lebensraum zerstört. Den zunehmenden Schwierigkeiten begegnen sie mit Mut und Humor. Vive la Solidarité – La Z.A.D. est partout! zeigt Aufnahmen einer solidarischen performativen Aktion der Gruppe für die französischen Aktivist*innen der Zone A Défendre, die Widerstand gegen ein ähnlich gigantisches Flughafenprojekt bei Nantes, Frankreich formulieren.

Headonism ˈhiːd(ə)nɪz(ə)m,ˈhɛːd(ə)nɪz(ə)m/ noun

India Roper-Evans

2:37min, 2018

PHILOSOPHY

the mind blowing school of thought, that exhilaration, intoxication, stimulation and invigoration are the most important pursuits of humankind, and the only thing that is good for an individual. 

tanz die parallaxe

Olivia W. Seiling

3:25 min, 2015

Ein schleifenförmiger Film über die Humantopologie von Selbstausbeutung, Kulturproduktion, Wirtschaft und Arbeitskraft in einer rastlosen, euphemistischen Gesellschaft. Eine Peep Show über neurotisch expressive Ipsationsmuster in Räumen die Labor, Studio, Geschäft und Zuhause sein können/müssen, sind oder waren.

Seilings Arbeiten bewegen sich auf einer Möbiusschleife zwischen schizoidem Selbstzweck, der Repräsentation von Intuition und Appropriation und dem vermeintlich freien Spiel mit den Dingen zur Spiegelung disparater Welten und Ideen. Gezeichnete Linien, die dem inneren Auge folgten und performanceartige Darbietungen vor einer einsamen Kamera, belegen die verschlungenen Wanderungen zwischen der Perzeption als Subjekt und der Eigenfunktionalisierung zum Objekt.

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Seraphina Lenz





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Filmpark, 2008, 34 min

Filmpark wurde im Sommer 2008 mit Anwohnern und Besuchern des Carl-Weder-Parks in Berlin-Neukölln gedreht. Verschiedene Kameras lagen bereit um eigene Sequenzen aufzunehmen. Man konnte zum Casting kommen und im Film eine Rolle spielen. Es gab ein Separee für konzentrierte Meinungsäußerungen vor der Kamera und Drehbuchbesprechungen.

Der Film ist mehr als eine Ortsbeschreibung. Er handelt von verborgenen Potenzialen des Parks, von der Möglichkeit ihn zu verwandeln, ihm neue Bedeutung zu geben.

Filmpark ist ein Projekt der Werkstatt für Veränderung.

Regie: Seraphina Lenz

Kamera und Schnitt: Daniel Kunle

Künstlerische Mitarbeit: Michael Bause

Musik: Jan Tilmann Schade

Finanziert durch das Bezirksamt Neukölln FB, Stadtplanung

 

Die Werkstatt weckt den weißen Riesen, 2011, 5:35 min

Zwischen 2011 und 2014 entwickelte Seraphina Lenz im Auftrag des Bezirksamts Neukölln ein Konzept für die Nutzung des umgebauten Bunkergeländes an der Rungiusstraße. Im Flächennutzungsplan ist er als Standort für Kinder und Jugendliche ausgewiesen. Der Name „weißer Riese“ ist die Erfindung einer Teilnehmerin und geht auf die weiße Zeltarchitektur zurück, die die Fläche beschirmt. Der Film zeigt, wie die Nachbarskinder im ersten Jahr den Ort entdecken und verwandeln.

Regie: Seraphina Lenz

Kamera und Schnitt: Anett Vietzke

Künstlerische Mitarbeit: Michael Bause

Musik: Willy Daum

Finanziert durch das Bezirksamt Neukölln, FB Stadtplanung

 

Glamourriese, 2014, 3:48 Minuten

Das Video ist die letzte von vier Produktionen, die zwischen 2011 und 2014 auf dem neu gestalteten Bunkergelände an der Neuköllner Rungiusstraße stattfanden. Der Ort erwies sich als ausgeprägter Hybrid zum Beispiel zwischen drinnen und draußen, Werkstatt und Theater, Varieté und Spielplatz. Diese Unbestimmtheit zeigte sich als perfekte Voraussetzung für immer neue Experimente und offene Prozesse, die in konkrete Vorhaben umschlagen: 2014 war das eine Varietéshow und die Produktion eines Musikklips.

Regie: Seraphina Lenz

Kamera und Schnitt: Daniel Kunle

Künstlerische Mitarbeit: Michael Bause

Musik: Westbam

Finanziert durch das Bezirksamt Neukölln, FB Stadtplanung

 

Anspiel – der Trailer, 2017, 4:16 min

Auf Einladung zum kuratierten Kunstverfahren der IGA recherchierte Seraphina Lenz von 2013 bis 2016 in Marzahn Hellersdorf zu der Frage wie das stadträumliche Großereignis sich für die Anwohner_innen darstellt. 2016 gründete sie das Anspiel-Ensemble mit 16 ortsansässigen Protagonisten. Ein knappes Jahr wurde wöchentlich geprobt und diskutiert. Mit der Schauspielerin und Regisseurin Anja Scheffer und dem Ensemble realisierte die Künstlerin eine Performance, die das städtische Umfeld mit historischen und aktuellen Aspekten in der Gartenausstellung aufführte. Das Ensemble bewegte sich über das Gelände, nahm Raum ein, stand im Weg, bildete Soundduschen und dialogische Chöre. Ein DDR-Museum auf Rollen begleitete das Stück.

Anspiel – der Trailer verweist auf die Performance, die in der Vergangenheit liegt und so nie wieder zu sehen ist.

Idee und Realisierung: Seraphina Lenz

Schauspielarbeit und Dramaturgie: Anja Scheffer

Kamera und Schnitt: Daniel Kunle

Musik: Ekki Maas

Finanziert durch die IGA Berlin 2017

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India Roper-Evans





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India Roper-Evans

„Dancing to the Sounds of Lichtenberg” ist ein Projekt, das in diesem Jahr während eines Aufenthaltes in den Lichtenberg Studios mit jeweils zur Hälfte professionellen und untrainierten Tänzern konzipiert wurde, die zu den sie umgebenden Klängen verschiedener Standorte im Berliner Bezirk Lichtenberg tanzen. Die ausgebildeten und nicht ausgebildeten Tänzer und Sich-Bewegenden reagieren auf alltägliche Klänge und interpretieren diese auf unterschiedliche Weise – in industriellen, städtischen Landschaften, an historischen Sehenswürdigkeiten, vor verlassenen Gebäuden, an touristischen Stätten und auf leeren Parkplätzen. Lärm wird zum Rhythmus, Verkehrsgeräusche werden zum Beat, Vogelgesang wird eine Melodie, Wind wird eine Bewegung. Eine rein körperliche Reaktion auf Lichtenberg.

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Folke Köbberling / Martin Kaltwassser und David Moises





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Die performative Skulptur von Folke Köbberling / Martin Kaltwassser und David Moises ist ein Aufeinanderprallen eines lustvollen Spiels mit der Technik auf eine emphemere Struktur. Ein temporäres Parkhaus aus Gipskartonplatten wird zwischen Schaustelle und der Pinakothek der Moderne errichtet. In dem »Kulissenparkhaus« befinden sich Autos, die mit einer Fernsteuerung ausgestattet sind und über einen gewissen Zeitraum täglich fahren. Die Pfosten des Parkhauses werden bei der Fahrt von den Autos berührt, gestoßen und schließlich zerstört, sodass die Architektur allmählich in sich zusammenstürzt, Platten schieben sich unvorhersehbar ineinander und ein skulpturaler Prozess beginnt täglich neu.
Die Autos zerstören damit ein Bauwerk, das – rein typologisch – nur zur Unterbringung von Autos geschaffen wurde. Die nach wie vor praktizierte individuelle Mobilität und der vorherrschende Kultstatus des Autos werden in Frage gestellt. Köbberling / Kaltwasser und David Moises drehen die Verhältnisse um: Sobald die Automobile ihr individuelles Eigenleben entwickeln, beginnen sie, sich selbst und ihr Umfeld zu zerstören.

 

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Matthias Beckmann

April - Juni





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„Atlas der Anatomie“

Das Thema des Skeletts und der Puppe als Stellvertreter für den menschlichen Körper beschäftigt den Zeichner Matthias Beckmann schon seit langer Zeit. Die Bleistiftzeichnungen für diesen Film, der mit Vanitasmotiven spielt, entstanden ohne Korrekturen oder fotografische Hilfsmittel vor dem Motiv.

Die Modelle bewegen sich, drehen sich und werden dabei zuweilen durch mehrere Spiegel vervielfacht. Es sind: das lebensgroße Skelett „Stan“, mal als Ganzes und mal in seine Teile zerlegt, ein kleineres Skelettmodell, eine Puppe, ein Puppenkopf, Ärmchen, Beinchen, Plastiktiere, Messer, Gabeln, eine Gesamtausgabe Edgar Allen Poe sowie Bildzitate nach Dürers „Ritter, Tod und Teufel“, Bellinis Dogenbildnis, Franz Xaver Messerschmidts grotesken Grimassenköpfen und Holzschnitten aus dem legendären Anatomiebuch von Andreas Vesalius aus dem Jahre 1543.

Matthias Beckmann flüsternde Stimme, mit der er die Namen der Muskeln, Sehnen und Knochen aus einem Atlas der Anatomie vorträgt, bildet die Grundlage für eine Klangcollage, in der sich mehrere Tonspuren überlagern. Die Begriffslitanei wird zu konkreter Poesie.

 

Animationsfilm 2013

4:02 Minuten

Idee, Zeichnungen, Sprecher: Matthias Beckmann

Ton: Dirk Schaefer

Filmtechnik: Matthias Daenschel

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Doris Schmid / Jürgen Palmtag

Februar bis April 2017





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Es gibt kein Geheimnis
Wo beginnt Narration und wo endet sie? Ein umgearbeiteter Horrorfilm, mit Überlagerungen und Cut-
Outs – ausgeschnittene Bilder, auf die projiziert wurde, eine gleichzeitige Aneignung und
Verfremdung von Bildmaterial.
Wie übermalte Bilder, mit Resten vom vorhergehenden Bild und Resten der Zeit, der linearen Zeit
widersprechend. Innerhalb derselben Einstellung sind mehrere Zeitabläufe kombiniert.
Im Zentrum steht das Verfolgt-Werden: Eine Frau und ihre Doppelgängerin, die Performerin.
Sie imitiert und wiederholt die Handlungen der Protagonistin, es beginnt ein Wechselspiel zwischen
Filmbild und Performance. Schauplätze sind nächtliche Szenerien: einsame Strassen und
Landschaften, ein Hotelzimmer und eine Kirche samt Orgel.

Video, DE 2015 / 20 min / PAL 4:3 / Stereo
Doris Schmid / Jürgen Palmtag
Bild: Doris Schmid / Musik: Jürgen Palmtag
2. Kamera: Markus Otto / Performance: Fabienne Gallina-Baron