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Bild: Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist, Sabine Herpich, Filmstill

Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist

Ein Film von Sabine Herpich.

„In der Kunstwerkstatt Mosaik in Berlin arbeiten Künstler*innen mit Behinderung an ihren Werken. Sabine Herpich beobachtet sie bei der Arbeit und richtet den Blick auf die Institution selbst, auf die Abläufe, das Personal, die Räumlichkeiten. Ihr gelingt es, nicht die Behinderung der Menschen ins Zentrum zu stellen, sondern die künstlerische Arbeit. Um diese herum formiert sich die Institution und wird so primär als Institution für die Kunst und nicht als Institution für Menschen mit Behinderung sichtbar. Die Idee von Kunst wird ganzheitlich, beinhaltet die Menschen, die sie machen, wie auch die Orte, an denen sie erzeugt wird, meint das Sehen der Werke, das Sprechen über sie, meint aber auch: Kunst als Arbeit, mit Arbeitszeiten und Gehalt. Die Filmemacherin selbst ist nicht unsichtbar. Sie fragt die Künstler*innen nach ihren Gedanken, Ideen, Vorgehensweisen. In der Begegnung der Künstler*innen vor der Kamera mit dem Blick der Filmemacherin entsteht eine erhöhte Aufmerksamkeit und Sensibilität – für die Gestimmtheiten der Werke, ihrer Schöpfer*innen und Betrachter*innen, wie auch für die behutsame, nicht schüchterne, genaue, sich nicht verschließende Form dieses Films über Kunst.“ (Alejandro Bachmann, Berlinale Forum)

DOKKA dokKa-Preis der Stadt Karlsruhe

Duisburger Filmwoche: 3sat-Preis sowie eine lobende Erwähnung der Arte-Jury

Nominiert für den Preis der deutschen Filmkritik 2020

Credits:

DE 2020, 106 Min.

Mit: Adolf Beutler, Suzy van Zehlendorf, Gabriele Beer, Till Kalischer, Nina Pfannenstiel u. a.

Regie, Kamera, Montage: Sabine Herpich

O Ton Schnitt, Mischung: Marilyn Janssen

Color Grading: Florian Lampersberger

Titel- und Plakatgestaltung: Ulrike Damm

Produktion: Sabine Herpich, Tobias Büchner

Biografie:

Sabine Herpich, geboren 1973 in einer bayerischen Kleinstadt. Sie studierte Philosophie, Neuere deutsche Literatur und Soziologie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München sowie Filmmontage an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Sabine Herpich ist Mitglied des fsk Kino-Kollektivs und des Peripher Filmverleihs in Berlin, wo sie als freischaffende Filmemacherin und Editorin lebt und arbeitet.

Filmografie:

2012 Neukölln-Aktiv; 97 Min., Co-Regie: Gregor Stadlober; Dokumentarfilm

2014 Zuwandern; 81 Min., Co-Regie: Diana Botescu; Dokumentarfilm

2016 David; 81 Min.; Dokumentarfilm

2018 Ein Bild von Aleksander Gudalo; 45 Min.; Dokumentarfilm

2020 Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist; 106 Min.; Dokumentarfilm

2020 Ulrike Damm schreibt; 13 Min.; Kurz-Dokumentarfilm

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Bild: Rouzbeh Rashidi, Videostill HSP, 2022

Video von Rouzbeh Rashidi

HOMO SAPIENS PROJECT : SELECTION | 42′ |

Rashidi hat sich schon immer von den Mainstream-Vorstellungen des Filmemachens entfernt und versucht, sich von den konventionellen Stereotypen des Geschichtenerzählens zu lösen. Stattdessen gründet er seinen filmischen Stil auf eine poetische Interaktion von Bild und Ton. Er verzichtet in der Regel auf das Verfassen von Drehbüchern und betrachtet den Prozess der Herstellung bewegter Bilder eher als Erkundung denn als Illustration. Sein Werk setzt sich intensiv mit der Filmgeschichte auseinander und beschäftigt sich vor allem mit Mystik, Philosophie, Esoterik, Kosmologie, Phänomenologie und Spuk. Die Filme sind wild experimentell und oft surrealistisch, magisch-realistisch und mysteriös und wurden mit der Remodernisten-Bewegung in Verbindung gebracht. Sie werden mit der Remodernismus-Bewegung in Verbindung gebracht. Sie werden durch seine oneirische Vorstellungskraft, seine idiosynkratischen Arbeitsmethoden und die traumhafte Erfahrung, sie zu sehen, vereint.

Erklärung des Regisseurs

Das Homo Sapiens Project (HSP) ist das Destillat und in gewisser Weise auch der Höhepunkt meiner experimentellen Filmpraxis. Ich habe mich immer dafür eingesetzt, zutiefst persönliche, formal experimentelle Arbeiten zu machen, die die Grenzen zwischen entfremdeter subjektiver Wahrnehmung und der unerschöpflichen Rätselhaftigkeit des bewegten Bildes aufheben. Ich betrachte das Kino (im weitesten Sinne des Wortes) als ein Labor. Meine audiovisuellen Arbeiten sind Experimente, bei denen meine Wahrnehmung und mein Innenleben als „Reagenz“ eingesetzt werden. Ich beginne meine Arbeit mit Ton und Bild und arbeite mich intuitiv nach außen zu Ideen vor. Ich verzichte im Allgemeinen auf das Schreiben von Drehbüchern und betrachte den Prozess der Herstellung bewegter Bilder eher als Erkundung denn als Illustration. Meine Arbeit ist eng mit der Filmgeschichte und meinem persönlichen Leben verbunden, sowohl als Künstler als auch als Mensch.

Diese Sonderausgabe von HSP wurde speziell für das studio im HOCHHAUS kuratiert. Sie spiegelt die unruhige, geheimnisvolle, formal anspruchsvolle und paradoxe Natur der Serie wider. Sie umfasst ein Jahrzehnt filmischer Experimente von den Anfängen im Jahr 2011 bis zum heutigen Tag.

Rouzbeh Rashidi (geboren in Teheran, 1980) ist ein iranisch-irischer Filmemacher. Er macht seit 2000 Filme und gründete zu dieser Zeit die Experimental Film Society in Teheran.

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Bild: Romann Pfeffer, Vienna contemporary, 2015

Videos von Roman Pfeffer

Vienna contemporary, 2015, 2:46 min

„Der Sammler“ Roman Pfeffer als er die Arbeit von Aldo Giannotti bei der Vienna Contemporary 2015 aus der Ausstellungskoje unangemeldet herausschneidet.

Bei der Kunstmesse Vienna Contemporary zeichnet Aldo Gianotti an die Wand der Ausstellungskoje eine Motorsäge und setzt darunter den Schriftzug ‘This drawing can be taken for free if the collector comes with a chainsaw and saws the piece off the wall.’

Roman Pfeffer nimmt die Anweisung ernst und schneidet solange bis er letztendlich gestoppt wurde….

Waiting, 2011, 3:18 min

Das ohne erkennbaren Anfang und Ende geloopte Kurzvideo „Waiting“ von 2011 zeigt den Künstler als Wartenden („Waiter“). Er hält zwei Gläser in der Hand, zwei im Off befindliche Wasserschläuche befüllen diese fortwährend und bringen sie zum Überlaufen. Die statische Kamera verlangt nach laufenden Bildern, doch steht der Künstler erstarrt und gefangen im Korsett des Schicklichen, es gibt keinen Handlungsvollzug und keine narrative Schilderung. In „Waiting“ beschreibt Roman Pfeffer eine Haltung zwischen Konzentration und Zwang, „die Manifestation eines bestimmten Moments, der in einem Stillstand – eigentlich einem Zustand resultiert“. Erwartungen an Kunst, Künstler und Medium werden hier nicht erfüllt, das Zeit-Bild wird zu einem Statthalter der Verwehrung.

The Last Supper, 2009, 1:20 min

Kooperationsprojekt “The Last Supper” mit Aldo Giannotti, 2009, transformiert er bekannte Motive der Kunst- und Kulturgeschichte. Mit ihrer Zustandsveränderung und Neuinterpretation wird das Werke zur Metapher für Fragen zu Veränderung, Zeitablauf und Rhythmik.

Das Motiv erinnert an Leonardo da Vincis „Letztes Abendmahl“, das aufgrund seiner perspektivischen Tiefe als Meilenstein der Renaissancemalerei gilt. Roman Pfeffer gibt dem vertraut erscheinenden Motiv der – noch leeren – Tafel eine neue Wendung. Nach einem Moment der Stille – einer Sequenz von etwa 30 Sekunden – tritt blitzartig für eine Sekunde Bewegung ins Bild zugleich wird der Raum von einem lauten Klirren erfüllt.

13 weiße Teller, 13 Gläser, 13 Bestecksets fallen von oben auf den Tisch herab und zersplittern mit lautem Getöse – danach stellt sich wieder absolute Stille ein. Sobald die schaukelnde Bewegung der letzten Scherben erstarrt ist, erlischt das Bild um wieder von neuem zu beginnen. Das Video thematisiert das – mit dem Bild der Tafel angedeutete – Mahl als Kulthandlung, bei der sich mit der Aussage Jesu „Einer unter euch wird mit verraten“ auf sinnbildliche Weise eine neue Wendung einstellt.

„The Last Supper“ ist eine Manifestation eines bestimmten Moments, der die Situation verändert und einen neuen Zustand dokumentiert. Die BetrachterInnen werden überrascht, die Schnelligkeit der Aktion lässt kaum Zeit, das Gesehene zu reflektieren, die vertrauten Aspekte fügen sich wie die Scherben zu einem neuen Bild zusammen.

Brain Twister (Autogyrocopter), 2015, 2:25 min

In der Arbeit, Brain Twister (Autogyrocopter), arbeitet Pfeffer mit einem 17,5 Meter langen Ruderboot aus Holz und entzieht es seiner ursprünglichen Funktion. Mitten im Wiener Prater stellt sich der Künstler auf ein Podest und setzt sich das Boot auf seinen Kopf. Mit Hilfe des Windes dreht sich das Ruderboot ganz langsam um die eigene Achse. Durch diesen scheinbar simplen Eingriff wird das Boot zu einem Propeller umfunktioniert.

Auch wenn Pfeffers Interventionen oft einen nüchternen und einfachen Eindruck machen, war die Umfunktionierung des Bootes mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. Das Ergebnis ist ein skurril anmutendes und zugleich schönes Bild, das beim Betrachter poetische Assoziationen freisetzt.

The Restricted Conference, 2011, 6 min

Kooperationsprojekt Roman Pfeffer/Markus Hofer

Dass die aktuelle Situation chronischer Beschränkung oder gar Stornierung von Versammlungen dieser Arbeit eine überraschende Aktualität verleiht, war nicht vorauszusehen. Die erste Szene des Films zeigt einen leeren Raum. Auf abgenutztem Bretterboden breitet sich ein funktionaler Konferenztisch aus: lackierte Holzplatte, zwei massive Metallbeine, vier Auslassungen für Verkabelungen, ein Tasten -Telefon. Das ist alles, keine Stühle. In der Rückwand jedoch eine Reihe von Steckdosen: Was an diesem Tisch verhandelt wurde, sollte anschlussfähig sein, sollte in die Weite wirken. Kein Zweifel, hier wurden wichtige Entscheidungen getroffen. Schließlich treten beide Künstler hinzu, schnell wechselnde close-ups begleiten ihre geübten Handgriffe und ziehen in den Bann. Berechnend wird vermessen. Als handele es sich um einen Schauprozess oder eine ritualisierte Hinrichtung, nimmt das zerstörerische Werk seinen Lauf. Nichts verbindet diese Form der Demontage mit der blinden Aggression der Wiener Aktionisten Friedrich Achleitner und Gerhard Rühm, die im April 1959 unter ohrenbetäubendem Lärm auf offener Bühne ein Klavier zertrümmerten. Roman Pfeffer und Markus Hofer geht es nicht um Vandalismus, sondern um Transformation. Diesem Akt sehen wir aus der distanzierten Nähe eines Wissenschaftlers zu. Über Kamera und ohne Ton ist der Beobachterstatus auf rein visuelles Erleben ausgerichtet. Funken weißer Flammen sprühen, als die Metallsäge ansetzt. Zähtropfender Leim deutet die Wendung an. Am Ende ist der Tisch zwar verschwunden, doch liegen keine zerborstenen Trümmer vor uns. Zu sehen sind vielmehr zwei identische Stühle und das Telefon. Nur die runden Öffnungen in ihren Rückenlehnen und manch ungeschönte Kante verraten ihre Genese aus zweitverwendetem Material und erinnern an die fingierten papiernen Welten eines Thomas Demand.

Untiteld, 2006, 4:18 min

Eine kleine Geschicht um die Idee: Wer sich selbst ein Loch gräbt….

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Bild: Sebastian Pöllmann

Lines Fiction Auswahl, Länge / Length 53 Min.
zusammengestellt von Bettina Munk

Lines Fiction online

Unser Projekt versammelt Zeichnerinnen und Zeichner, die ihre Zeichnungen als gleichwertig zu ihren Animationen verstehen. Wir zeigen, wie sich beide Medien gegenseitig inspirieren und ergänzen.
Die Auswahl für dieses Programm beschränkt sich auf kurze Animationen: Viel mehr und längere Stücke kann man online auf linesfiction.de ansehen, da gibt es auch alle weiteren Informationen zu den hier gezeigten Filmen und natürlich unseren Newsletter.

Filmprogramm:

Manon Bovenkerk
Eden, 2011, 1:44, no Sound
eine Animation in der Tradition der frühen Zeichentrickfilme.

Juliane Ebner
Knallerbsenbusch, 2012, 4:30, Text gesprochen von Juliane Ebner
Juliane Ebner erzählt aus ihrer Kindheit und Jugend in der DDR und der Zeit der Wende.

Simon Faithfull
19 Planes Landing, 2020, 1:00, no Sound
Simon Faithfull zeichnet seine Vorlagen für Animationen im Handy und lässt in Coronazeiten 19 Flugzeuge landen.

Tina Haber
Interieur 0303, 3:22, no Sound
Tina Haber wandert in ihren Aquarellierten Innenräumen durch Zimmer und Treppenhäuser, wie in Online Room Tours, und es entsteht eine gleichzeitig vertraute wie unheimliche Atmosphäre.

Aline Helmcke
16:9 clockwise anti-clockwise, 2017, 1:15, no Sound
Ein Faden nimmt in der Screenweite des Bildschirms alle ihm möglichen Positionen ein.

Kakyoung Lee
Dance, Dance, Dance, 2011, 2:20, Sound
Die Standbilder eines Videos werden von Kakyoung Lee in Kaltnadelradierungen übersetzt, und dann für die Animation übereinander montiert, so dass alle Tanzbewegungen sichtbar werden.

Jakob Kirchheim
Sternenstaub, Linofilm, 2012, 3:10, Text gesprochen Von Teresa Delgado
Mit Linoschnitten von Jakob Kirchheim entstehen in Zusammenarbeit mit Teresa Delgado poetische Animationen, Poetry Films.

Simona Koch
Abiotismus 4 / Körper 1, 2014, 1:22, Animation mit Plastillin, no Sound
Mikroskopische Einblicke, wie in Simona Kochs Animation gezeigt, reflektieren ihre Beschäftigung mit Wissenschaft und Kunst.

Betina Kuntzsch
Reise, 2014, 1;43, Computeranimation, no Sound
Aus kleinen Fehlern und Störungen in Computerprogrammen entstehen die Animationen von Betina Kuntzsch.

Sarah Jane Lapp
Catherine’s Rabbi, 2016, 3:49, Skyjelly
Musik von Skyjelly mit Animationen von S J Lapp

Jennifer Levonian
The Oven Sky, 2011, 4:42, Aquarell und Montage
In detailreichen Zeichnungen montiert Jennifer Levonian einen Film über Gentrifizierung in ihrem Kiez in einer amerikanischen Stadt.

Petra Lottje
Ohne meinen Anwalt, 2018, 2:14, 21 digital bewegte Portraits
Im Strafgericht Moabit beobachtet Petra Lottje die Gesichter der Anwesenden und gibt deren Stimmung im bewegten Bild einen lebendigen Ausdruck.

David Mackintosh
Precipice/Abgrund, 2019, 1:29, Aquarell
In schnell aquarellierten Zeichnungen zeigt uns David Mackintosh Bilder von persönlichen und politischen Abgründen.

Miodrag Manojlovic
House, 2012/13, 1:27, Sound
Mit Bild und Ton schafft Miodrag Manojlovic eine surreal unheimliche Atmosphäre.

Serge Onnen
Break, 2007, 2:09, Sound
Wir sehen, wie vergnüglich man elektronische Geräte zerbrechen kann!

Sebastian Pöllman
the way of life, 2008, 1:13, no Sound
Liebe, Geburt, Tod, Verlassen: alles das in einer Minute.

Peter Radelfinger
Animation 1, 0:38, no Sound
Was alles rund um unsere PET-Flaschen passiert.

Matthias Reinhold
domino, 2013, 0:43, no Sound
Dominosteine fallen trickreich um.

Robert Seidel
abogar | people part I, 2019, 3:47
Eine Computeranimation zur Musik, als retro-futuristisches Hybrid aus Pinselschwüngen und Programmierung.

Norbert Trummer
Stadtkino Wien, 2015, 2:19, Musik: der schwimmer
Der ausführliche Blick ins Stadtkino im Zeichentrick.

Nicole Wendel
The Circle, 2017, 5:32, Kamera: Jérôme Ballack, Musik: Yohei Yamakado
Zeichnungsperformance im Espace d’Art Contemporain André Malraux, Colmar

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9. Juni bis 18. August 2021

GOLDT: Ready to Ride the Tiger

Videos 2005-2021 / 18 Minuten

portrait of a young woman AT/DE/NZ 2005, Farbe, Musik: pumice, 3 min.

Was sich nun im Gleichklang einer akustischen Gitarre vollzieht, ist eine Art Affektenlehre des weiblichen Körpers, vermittelt über Farbe und ihre vital changierenden Werte im Aufbau einer organischen Form. Irgendwann bricht plötzlich ein Rot aus dem Raster und droht alles zu überwältigen. Gleichbleiben und doch Anderswerden. (Marc Ries)

i deeply regret DE/AT 2008, Farbe, Stimme: Maria Garcia Rojo, 2 min.

Es geht um verpasste Rache und um versäumte Genugtuung. Mein Video zeigt einen Versuch, sich nachträglich mittels einer Machtphantasie aus der Opferrolle zu befreien: Nach langer, langer Zeit lebt hier jemand die Gegenwehr zur gesummten Melodie von Rocky tatsächlich aus.

spot on – spot off: UGANDA DE/A T 2009, Farbe, Stimme: Maria Garcia Rojo, 5 min.

Die Welt im Wohnzimmer. Projektiert wird das Standbild eines bequemen Lederfauteuils nebst Beistelltisch und Zeitungen, während eine Frauenstimme über die politischen Verhältnisse in Zentralafrika spricht. Auch von Coltan ist die Rede, jenem begehrten Rohstoff, der zur Herstellung von Mobiltelefonen abgebaut wird und in der Region für kriegerische Konflikte sorgt. „We cannot watch it anymore“, spricht die Frauenstimme. Karø Goldts außergewöhnliche Arbeit zeichnet sich durch diese Abwesenheit von (Kriegs-) Bildern aus. (Katalogtext Diagonale 2011)

FEMICIDE DE/USA 2020, Farbe, Musik: Timothy Shearer, 6 min.

Hier geht es um die Tötung von Frauen durch Männer, die eine enge Beziehung zu ihren Opfern haben. Es ist schwierig, einen experimentellen Film zu diesem Thema zu machen, aber die Situation der steigenden Zahl an Femiziden in Deutschland muß angesprochen und diskutiert werden.

Ready to Ride the Tiger DE/USA 2021, Farbe, Musik: Timothy Shearer, 1 ½ min.

Dieses kurze Video war ursptünglich ein Trailer für eine Veranstaltung. Diese ist vorbei. Ich mochte den Trailer, also habe ich ein kleines und ironisches Gedicht geschrieben und das Video „Riding the Tiger“ genannt, was bedeutet, die „Angst“ zu verlieren.

Karø Goldt (*1967, lebt in Berlin) arbeitet seit 1993 mit dem Medium der künstlerischen Fotografie und seit 2001 mit dem Medium des experimentellen Kinos. Goldts Videoarbeiten werden aus digitalen und analogen Fotografien animiert. In den Videos arbeitet sie in engem Austausch mit verschiedenen Musikern. Karø Goldts Arbeiten wurden weltweit in zahlreichen Ausstellungen und auf Festivals gezeigt.

Goldts grafisch bemerkenswerte Videos basieren auf experimentellen und digital manipulierten fotografischen Abzügen, die durch die Animation zu verstörend schönen Bildkompositionen werden: formal minimalistisch, sinnlich intensiv. Indem sie einerseits reale Objekte akribisch beobachten und verfremden, andererseits virtuelle Bildwelten schaffen, die an Realitäten erinnern, erreichen Goldts Filme einen Zustand des Dazwischen. Goldts künstlerische Methodik nähert sich der Frage nach dem Bildhaften und der Zeit mit den Mitteln der Fotografie und des Films. Goldt greift aktuelle Themen auf und hinterfragt in ihrer Arbeit u.a. gesellschaftspolitische und ethische Dynamiken der Gesellschaft.

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Doshi Doshi Doshi

Auch der Videoraum wird von der aktuellen Ausstellung von Annette Kisling, Jens Franke und Leonard Wertgen bespielt.

Zu sehen ist ein Interview mit Balkrishna V. Doshi das 2016 in seinem Architekturbüro in Ahmedabad stattfand, mit einer Länge von 10 Minuten.

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Bild: Home of Display, Laura Engelhardt/Nina Gschlößl 2014

Laura Engelhardt

  1. September bis 11. November 2020

BAUANGRIFF, 7‘20 min., 2015

Der Kurzfilm 突击建房 – Bauangriff bezieht sich auf das Phänomen ‚tuji jianfang’ (Bauangriff) in Pekings Peripherie: Gebäude werden gebaut, um sofort wieder abgerissen zu werden. Der Film bewegt sich zwischen den weiten und sich ständig transformierenden Landschaften am Stadtrand Pekings und den Werbebildschirmen des Stadtzentrums.

HOME ON DISPLAY, 14 min., 2014

– Eine Zusammenarbeit mit Nina Gschlößl

Home on Display ist ein Dokumentarfilm über den Bau von Wohnhäusern für Chinas ‘Nouveaux Riches‘: eine visuelle Reflexion über den Wunsch und die Suche nach dem idealen Zuhause und deren Kommerzialisierung.

AUFZEICHNUNGEN AUS DER NACHBARSCHAFT, 27 min., 2019

Über den Zeitraum von 2 Jahren filme ich kontinuierlich aus meiner Wohnung in Berlin Alt-Treptow in unseren Innenhof und dokumentiere die Entstehung eines Wohn-Neubaus und Alltagsszenen inmitten der Berliner Stadtentwicklung und Verdrängung.

Überlagert werden die dokumentarischen Bilder von einer Textcollage, die inspiriert ist von der Lebensgeschichte meiner Nachbarin, die 1964 in diesem Haus geboren wurde als Alt-Treptow noch zur DDR gehörte.

Eine filmische Erzählung über städtische und körperliche Zustände.

AUFTRITT UND ABGANG VON MASCHA B., 14 min., 2020

Auftritt und Abgang von Mascha B. begleitet eine junge Frau durch einen digitalen Übersetzungsprozess.
In den Räumlichkeiten einer großen Architekturvisualisierungsfirma entsteht in minutiösen Arbeitsabläufen ein Werbebild: Mascha B. wird 3D-gescant, digital weiterverarbeitet und retuschiert. Ein virtueller Büroraum wird möbliert und ausstaffiert und anschließend mit Mascha B. und digitalen Arbeitskolleg*innen belebt. Während des finalen Renderingprozesses spielt die Arie aus der phantastischen Oper „Hoffmanns Erzählungen“ (1881), in der sich der Held unsterblich in die mechanische Puppe Olympia verliebt.

Laura Engelhardt (geb. 1988) studierte Architektur und Kunst in London, Stuttgart und Berlin. Momentan schließt sie das postgraduale Studium mit Schwerpunkt Film an der Kunsthochschule für Medien Köln ab. Ihre Filme untersuchen gebaute und imaginierte Architekturen und setzen sich mit der fragilen Beziehung zwischen Subjekt, Körper und (gebauter) Umwelt auseinander. Ihre Arbeiten werden international in Ausstellungen und auf Festivals gezeigt, ihr Kurzfilm Bauangriff wurde mehrfach ausgezeichnet. Laura lebt und arbeitet als Filmemacherin und Künstlerin in Köln und Berlin.

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Filmprogramm ALLES III





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Bild: Revenant, Michelle Alperin

“Revenant”

Michelle Alperin, 3:51 min, 2013

Revenant ist eine surrealistische Fantasie mit starken Bezügen zum absurden Theater und führt, ganz in diesem Sinne, die Erkundung einer filmischen Traumlogik fort. Laura und Max, ein verheiratetes Paar, verbringen einen entspannten Wochenendnachmittag daheim. Als Laura Geräusche an der Eingangstür hört, trifft sie dort auf Max und einen Besucher – einen großen, mysteriösen, in schwarzer Strickjacke gekleideten Hund. Laura scheint fassungslos, zum einen wegen des Hundes selbst, zum anderen wegen Maxens Behauptung, der Hund sei gekommen, um sie zu sehen. Laura ist umso erstaunter, als Max darauf beharrt, der Hund spreche definitiv die englische Sprache. Wir, das Publikum, sind ebenso verunsichert, ob dies der Wahrheit entspricht, denn wir hören den Hund sowohl bellen als auch sprechen.

Revenant stellt eine Reihe von Fragen: Manipuliert Max Laura, indem er diesen seltsamen Hund in ihr Haus bringt, um sie mit Psychospielen und unlösbaren Rätseln herauszufordern? Wenn ja, warum? Oder kann Laura den Hund, genau wie Max und das Publikum, verstehen, obwohl sie es verneint? Wenn dem so ist, warum verleugnet sie ihre Bekanntschaft zu dem Hund? Und wer ist die mysteriöse und wundersame Gestalt, die die Hausgemeinschaft an einem verschlafenen Nachmittag stört? Es geht um einen nahezu gleichwertigen emotionalen Konflikt dreier Charaktere und wir können keinen der Beweggründe wirklich nachvollziehen. Revenant arbeitet mit den Mitteln der Übertreibung, Fantasterei und dem Absurden, um die Dynamik innerhalb der Paarbeziehung zu enthüllen, während deren tiefer liegende Motive im Dunkeln bleiben.

 

„Minderheit in Mehrheit“

bankleer, 4:30 min, 2011

Das Lied des Musikvideos „Minderheit in Mehrheit“ handelt vom gemeinschaftlichen Aufbruch der Roma-Community aus Stadtviertel Predlice in Usti nad Laben, das vom Staat vollkommen seinem eigenen Verfall überlassen bleibt: Die heruntergekommenen Gebäudefassaden sind Ausdruck der Armut und Perspektivlosigkeit. Das Leben dort ist von der Ausgrenzung und einer damit einhergehenden Ghettoisierung der Roma-Bevölkerung geprägt. „Minderheit in Mehrheit“ setzt einer sich breitmachenden Kultur von Korruption und Apathie den gemeinschaftlichen Aufbruch aus diesen Lebensverhältnissen entgegen. Dieser Clip ist in Zusammenarbeit mit Ondřej Darvaš und Maruška Darvašová entstanden.

 

“parisparis!”

Patrick Borchers, 2:27 min, 2018

 

“focus”

Andreas Drewer, 4:22 min, 2018

Licht erscheint am Rand eines vierfach im Kreis angeordneten Videobildes. Das Licht dringt in das Bild zunächst diffus ein, dann formt der arbeitende Autofokus der Kamera langsam das Abbild des Mondes, der durch den Bildausschnitt wandert, bis es sich wieder auflöst. Eine abstrakte Zeichnung wird gegenständlich und wieder abstrakt.

Die Arbeit des Autofokus, das “Sehen” der Kamera, wird in dieser Videoarbeit zu einem metaphorischen Bild eines allmählichen Verstehensprozesses, im Zentrum ein schwarzes Quadrat als blinder Fleck.

 

“debovary in Lichtenberg”

Debovary, 1 min, 2019

 

“The fragility of holding and letting go”

Dana Engfer, 4:23 min, 2019

Dana Engfer will mit ihren Kunstwerken geheimnisvolle, fragmentarische Bildwelten erfinden. Engfer versteht sich als Sammlerin verschiedener Spuren von Zeit, Erinnerung und Schwebe. Die Videoarbeit “Die Zerbrechlichkeit des Haltens und Loslassens” beschäftigt sich mit dem behutsamen Umgang mit fremden und doch vertrauten Situationen und Handlungen. Engfer arbeitet mit der Spannung zwischen Nähe und Distanz. Der Ton verbindet sich auf fragmentarische Weise mit den Bildern und erzwingt die Spannung zwischen Halten und Loslassen.

„The way up“

Anna Jermolaewa, 4:14 min, 2008

Dem Betrachter der Videoskulptur “Der Weg nach oben” erscheint das Gewirr der Ratten im Glaskäfig eines Tiermarktes in Mexico City und ihr ständiges, vergebliches Streben nach oben als verstörender, metaphorischer Blick auf das Verhalten des Menschen und seiner oft animalisch anmutenden “struggle for life” oder “survival of the fittest”. Die lieblos aufgeklebte Notiz Exportacion wird zum metaphorischen Menetekel. In der durch die Masse der Tiere und die hektische Bewegung auf dem Video beklemmenden Konfrontation erkennt er eigene Verhaltensmuster. (Gaby Gappmayr)

 

„El Orgullo“

Verena Kyselka, 2:45 min, 2015

El Orgullo ist der Begriff des männlichen Egos in Mexiko, äußerlich zu erkennen an der Gestikulation, dem Gesichtsausdruck, der Kleidung und insbesondere den Schuhen. Beim verbotenen Hahnenkampf kommt der EL Orgullo mit besonderem Ausdruck zur Geltung. Die Kampfhähne haben neben ihrem eigenen Stolz, den männlichen Stolz ihrer Eigentümer im Kampf auszutragen. Ein hoffnungsloser, blutiger Kampf, bei dem meistens kein Tier überlebt.

 

“BUM EVERYTHING”

Maria-Leena Räihälä, 2:29 min, 2016

Experiment mit Zeichnungsserien und verschiedenen Sounds:

Hund Sadie (Aufnahmen Zionskirchplatz 2015) / Amsel (Aufnahmen Wollinerstraße 2012) / Singschwan / Dspeech robot

 

“Fish in the sea”

Soopum Sohn, 14:48 min, 2012

Ein koreanischer Mann und eine Französin mit einem lebenden Hummer verirren sich wiederholt in der U-Bahn-Station Times Square. Eine Studie über Zeit und Raum und Mitgefühl.

 

„@crypto_mom0815“

Johanna Thompson, 0:32 min, 2019

Cryptomom versucht Fürsorge mit der Verarbeitung aktueller Geschehnisse und allgemeiner Wahrheiten zu verbinden und dabei eine Form des Ausdrucks zu nutzen, die dem Medium Instagram gerecht wird.

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Melissa Dullius & Gustavo Jahn (Distruktur)





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1 – Muito Romântico (72min, 2016)

Abgrund – und Shangri-La – Die Stadt ist, was man aus ihr macht

Was Karl Scheffler Berlin in seinem berühmten Diktum von 1910 als tragisches Schicksal attestierte, ist den Liebhabern der Stadt von jeher eine Freude: immerfort zu werden und niemals zu sein. Dass das Werden ein Wachsen ist, dafür garantieren immer neue Zugereiste. Sie tragen nicht nur Wünsche, Erwartungen und Träume an die Stadt heran – sie bringen auch die Poesie und Romantik, auf die Berlin als großer Sehnsuchtsort unserer Tage immer wieder neu angewiesen ist.

Mit enormer Sogwirkung ziehen uns die kraftvoll-ruhigen Bilder der Schiffs-Passage aus Brasilien im Muito-Romântico-Exposé zu Melissa und Gustavo ins Boot. Das Ziel der Reise, der neue Lebens- und Arbeitsmittelpunkt, Berlin, ist dagegen Wüste. Zerfallende Altbauten, wuchernde Brachen, Hügellandschaften aus Baustellen überall – bar jeden Glanzes wie ihn etwa das Hockney-Glitzern bis zum Horizont nur Sekunden zuvor noch ausgestrahlt hatte. Herkömmliche Anmut ist eigentlich nur in den herbstlichen Volksparks.

Doch auch die Wüste ist bewohnbar. Berlin ist Abgrund – und Shangri-La. Wohin das Pendel schlägt – der Ausgang ist offen. Übernimmt trüber Alltag das Ruder – was in Berlin schnell gehen kann; nagen Eifersucht, Misstrauen und Unklarheit an den Stadtneurotikern, wie auch zwischen Melissa und Gustavo innerhalb kürzester Zeit – dann sind Herz, Mumm, Abenteuerlust, Poesie und ein Zauber gefragt, den man nur aus sich selbst ziehen kann.

Ein Entkommen ist möglich, immer konnten die Berliner neue Lebensstile und Visionen entwickeln – in den Kiezen und in Muito Romântico verwischen mit dem Personal die Jahrzehnte und Dimensionen, Utopie und Dystopie. Der ehemalige Todesstreifen. Die queere Filmemacherin Imogen Heath. Das ewige anonyme Berliner „Original“. Filmemacher Nikolaus Tscheschner – „Wir leben in Krisenzeiten und in Krisenzonen; so nah und doch so fern“ moderiert er eine Vorführung seines ’85er Films zum Thema „Der Ort, an dem ich wohne“, an.

Jede Biographie ein neuer Entwurf; jede Gruppe eine neue Generation. Kleine Fluchten in Substanzen und Affären mögen helfen, sicherlich Arbeit. Auch Melissa und Gustavo finden durchs Gestrüpp. Im großen durch ein schwarzes Loch in der Wand, durch das sie sich über die Zeit erheben. Im kleinen, indem sie Privates und Arbeit in “Muito Romântico” verweben. Beziehungen und Bekanntschaften ausleben. Musik machen. „Black Banana“ steht dabei am Ende an die Wand geschrieben, dazu eine gepellte schwarze Banane.

So pulsiert der Film unruhig, aber lebhaft auf einem hypnotisch-monotonen Beat in sein offenes Ende – und eine Sternentapete funkelt dazu. Die Band mit der Original-Banane schwingt mit – aber Melissa und Gustavo warten nicht auf den Mann an der Ecke Lexington / 125.

Sie sehen das Licht. (Christian Beck)

2 – In the traveler’s heart (19min, 2013)

3 – Don’t Look Back / Labirinto (6min, 2012)

4 – El Meraya (19min, 2018)

The images of Cairo that make up El Meraya first unfold their attraction by granting access to a foreign city. Then a construction becomes apparent, the scenes give the impression of being staged, part of the realization of a script, the people in it seem like film characters. In fact, however, they are real scenes, only their arrangement by the filmmakers gives the impression of a constructed cinematic event. At the same time, a different reality and a game between reality and fiction emerge, illustrating the power of the images.

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Sophie Hamacher





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Love Song on Liberty Crossing

2017, 11 Minuten, 16:9, Farbe, Stereo

Die Staten-Islands-Fähre wird ein Ort der Kontemplation während der letzten drei Monate meiner Schwangerschaft. Über diese Schwangerschaft und die kommende Mutterschaft reflektierend, wird mein Pendeln durch die New York Bay eine persönliche Topographie eines Dazwischen: Zwischen zwei Kontinenten, zwei Sprachen, und zwei Seinszuständen – Individuum und Mutter. Love Song on Liberty Crossing ist ein Brief an mein ungeborenes Kind, der mein eigenes Filmmaterial mit Archivmaterial und gefundenem Sound verwebt.

 

Night Bus

Ein Film von Sophie Hamacher, Sarah Stein Kerr und Tessa Rex

2015, 13 Minuten, 16:9, Farbe, Stereo

Eine lyrische Zusammenstellung von Klängen und Bildern portraitiert die Erfahrungen von Arbeitern, die New York City in einem Nachbus durchqueren. Während ihrer nächtlichen Reise sind die Konzepte in Jonathan Crarys 24/7, der Spätkapitalismus und die Enden des Schlafes, ausgestattet mit der Unmittelbarkeit von Sinneseindrücken, als Reflektionen, die über dunkle Fenster rutschen, Münzen, die in die Ladenkasse strömen, klagende Druckluftbremsen, quietschende Scharniere, das tiefe Summen der Motoren, verschmelzend mit Erscheinungen, die sich aus der tiefschwarzen Dunkelheit der Stadt abzeichnen.

Nur als diffuse Spiegelungen durch die verwitterten Fenster wahrzunehmen reflektieren die Charaktere, mit Stimmen schwer von Müdigkeit, über die Arbeit, die vor oder hinter ihnen liegt. Diese mäandernden Narrative von Einsamkeit und Schlaflosigkeit geben der gelebten Erfahrung der 24-Stunden-Wirtschaft eine Stimme.

 

Debt Tide

2013, 7 Minuten, 16:9, Super8 übertragen auf HD, Farbe, Stereo

Vier junge Frauen kundschaften eine Küstenlandschaft aus. Ihre sorglosen Wanderungen werden plötzlich von Radiostimmen unterbrochen, die die Gegebenheiten über den Finanzcrash wiederholen. Dieser Kurzfilm, als eine Feier von Jugend und Freundschaft, ist auch eine bruchstückhafte Meditation über Verschuldung und eine verspielte Betrachtung über unschuldige Rebellion.

Der Soundtrack beinhaltet Schnipsel von Radiosendungen, atmosphärische Aufnamen und Ausschnitte einer Lesung von Jospef Conrads Karain: A Memory.