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Bild: Christof Zwiener, Entwurf für ein Land Art Projekt in Schweden

Roman Pfeffer and Christof Zwiener

Die Künstler Roman Pfeffer und Christof Zwiener vermessen die Welt der Dinge im Studio im Hochhaus. Am 16. November 2021, um 19.00 Uhr, eröffnet die Ausstellung und gibt einen Einblick in deren Interventionen und Deformationen. Sie ist bis zum 19. Januar 2022 im studio im HOCHHAUS in der Zingster Straße 25 zu sehen.

In ihren Werken laden beide Künstler Dinge mit Geschichte und Erwartungen auf und befragen die Materialien auf unterschiedliche Art: Pfeffer nutzt eine große Bandbreite künstlerischer Möglichkeiten um Maße und Proportionen von Dingen zu untersuchen und sie in neue Formen zu bringen, wie bei dem umgeformten 8’er-Ruderboot, das als Braintwister in der Ausstellung zu sehen ist. Bei Zwiener spielen die Narrative gefundener Gegenstände und Orte die Hauptrolle. Durch den überwiegenden Einsatz von Readymades, die ortsspezifisch arrangiert und ab und an verfremdet werden, macht Zwiener die Überlagerung von Zeiten sichtbar. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind hier unmittelbar mit einem Gegenstand, einem Gebäude oder einem Ort verknüpft.

Roman Pfeffer wurde 1972 in Vöcklabruck in Österreich geboren. Er studierte von 1996 bis 2001 Malerei an der Akademie der bildenden Künste bei Gunter Damisch in Wien und am Kent Institute of Art and Design in Canterbury. Er ist Mitglied des Leitungsteams der Klasse TransArts an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wo er auch lebt.

Christof Zwiener, ebenfalls Jahrgang ’72, aus Osnabrück, studierte interdisziplinäre Bildhauerei an der HBK Braunschweig. Er lebt und arbeitet in Berlin als Künstler und Kurator. Er organisiert an unterschiedlichen Orten, häufig in Pförtnerhäusern, temporäre Ausstellungsprojekte.

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Bild: Pia Linz, Zingster Straße 25, 2020

25. August bis 10. November 2021

Matthias Beckmann, Patrick Borchers, Bea Davies, Jorn Ebner, Juliane Laitzsch, Pia Linz, Christoph Peters

aufzeichnen

Zeichnung als Dokumentation

Die von Matthias Beckmann mitkuratierte Ausstellung „aufzeichnen“ gibt einen Einblick in die „zeichnerische Dokumentation“.

Die Ausstellung zeigt an sieben künstlerischen Positionen exemplarisch die Zeichnung als zeitgenössisches künstlerisches Medium der Dokumentation. Herangehensweisen, Formate und Techniken sind so unterschiedlich wie die Sichtweisen der Zeichnerinnen und Zeichner. Manche von ihnen werden den Begriff Dokumentation ablehnen, da er nur einen Teil ihrer Arbeit betrift.

In umfangreichen Zeichnungsfolgen werden Orte akribisch beschrieben. Der Comic lässt Bilder und Texte Geschichten erzählen. Die Spur des Stiftes kann Bewegungen und Handlungen nachspüren. Schwarze Punkte bringen in ihrer Verdichtung die Schönheit japanischer Teeschalen zur Erscheinung. Die Zeichnung ist Textur und beschäftigt sich mit Textur. Territorien werden erwandert, vermessen und aufgezeichnet. Mit geeigneten Liniennetzen kann man Schätze aus den medialen Bilderfluten heben. Und immer gilt, dass Zeichnen wie auch Sehen ein Akt der Interpretation ist. Das absichtslose Sehen, die reine Dokumentation gibt es nicht.

Matthias Beckmann

“Matthias Beckmann zeichnet vor Ort. Er braucht keine andere Vorlage als die gerade anvisierte Situation. Die ergreift er im Sehen, ja, es scheint so, als lege er wie in einer Art skelettierenden Solarisation die offensichtliche Lineatur frei. Der dafür notwendige Röntgenblick scheint angeboren. Mühelos durchdringt er die verwirrenden Ablenkungen des farbigen Hell-Dunkels, zurück bleibt ein netzartiges Konzentrat, das nichts Wichtiges vergisst. Details sind zu erkennen, Vorne und Hinten, Nähe und Ferne schaffen den Raum, Gegenstände, Schattenfugen oder die Maserung des Holzes werden in den sich bietenden Umrissen entsprechend übersetzt. Eine strukturelle Plausibilität hat das Sagen, die immer ein wenig am Rande eines ornamentalen Realismus steht. Trotz der partiell automatisch anmutenden Übertragungsarbeit ist die Fähigkeit vorhanden, zu ignorieren, zu übersehen, was den Blättern immer wieder schöne Freiflächen, bzw. natürliche Gewichtungen beschert. Festgehalten wird nur das Notwendigste. Ohnehin wirken diese Zeichnungen wie im Weiß aufgehängt.” (Reinhard Ermen, Matthias Beckmann, Kunstforum International, Band 231, 2015, Titel: Zeichnen zur Zeit VII, S. 166)

Matthias Beckmann wurde 1965 in Arnsberg geboren und lebt als Zeichner in Berlin. Er hat an den Kunstakademien in Düsseldorf und Stuttgart studiert. Seine streng linearen Werke entstehen ohne fotografische Hilfsmittel oder vorbereitende Skizzen direkt vor dem Motiv. Seit einigen Jahren arbeitet er auch an Zeichentrickfilmen. Seine künstlerische Arbeit wurde u.a. gefördert durch ein Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn, ein Auslandsstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Paris, ein Stipendium der Künstlerhäuser Worpswede, das Casa-Baldi-Stipendium in Olevano Romano und einen Arbeitsaufenthalt im Atelier des Landes Oberösterreich im Salzamt Linz. Matthias Beckmanns Werke befinden sich in vielen grafischen Sammlungen, z.B. in Berlin, Bonn, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen oder Wuppertal.

Patrick Borchers

“Borchers Zeichnungen sind Bilder fragmentierter Wirklichkeitserfahrung, die sich in einem einfachen, zentralperspektivischen Narrativ nicht mehr vermitteln lässt. Wir stehen vor dem Bild wie in einem japanischen Zen-Garten und sind nicht in der Lage, die Totalität der Komposition, die genaue Anzahl der Steine auf dem Kiesbett zu erfassen, wo auch immer wir stehen, das Gesamtbild ist nicht komplett.” (Aus: „Elefantenbabies und tote Terroristen – zu Patrick Borchers bildanalytischen Hieroglyphen der Gegenwart.“, Jan-Philipp Fruehsorge, S.3, 2017)

Patrick Borchers wurde 1975 geboren, ist Zeichner und Videokünstler. Er lebt und arbeitet in Hagen und Dortmund. Nach einem Kunst- und Sonderpädagogikstudium an der Universität Dortmund besuchte er die Klasse Timm Ulrichs an der Kunstakademie Münster. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, beispielsweise 2008 in Kyoto und Osaka, 2011 im OK Offenes Kulturhaus OÖ in Linz, 2014 in zwei Ausstellungen im Museum Folkwang Essen, 2016 im Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität und 2019 im Osthaus Museum Hagen. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit ist er als künstlerischer Mitarbeiter im Bereich Graphik an der TU Dortmund tätig.

Bea Davies

“Vor Ort zu zeichnen ist mein Weg, um tief in das ‚Hier’ und ‚Jetzt’ zu tauchen, ein Fluchtweg aus unserer subjektiven Blase, ein Zugang zur Realität, die uns umgibt.

Das zeichnerische Festhalten von Bildsequenzen, Bewegungen, Farben und Geräuschen, die sich eben gerade vor meinem Auge abgespielt haben, ist von einer ungeschönten Unmittelbarkeit, die in anderen Medien kaum zu finden ist.

Für meine Reportagen verbinde ich das Zeichnen vor Ort mit der für den Comic typischen sequentiellen Erzählweise mit dem Ziel, den Lesern die abgebildeten Situationen und Ereignisse möglichst nah zu bringen und ihnen einen persönlichen Zugang zu bieten.”

Beatrice Davies, wurde 1990 in Italien geboren, lebt seit dem Jahr 2012 in Berlin und arbeitet als freie Illustratorin und Comiczeichnerin, unter anderem für die Obdachlosenzeitung Strassen|feger. Gefördert durch ein Stipendium beginnt sie 2010 ihre künstlerische Ausbildung an der School of Visual Arts in New York. Nach Aufenthalten in Kolumbien und Italien zieht sie mit Mann und Kind nach Berlin. Im Jahr 2015 fängt sie ein Studium der Visuellen Kommunikation an der weissensee kunsthochschule berlin an. 2016 erhält sie den Förderpreis der Comic Invasion Berlin und das Mart Stam Stipendium. 2018 wird sie von der Studienstiftung des Deutschen Volkes angenommen. Ihre erste Graphic Novel “Der König der Vagabunden”, mit dem sie 2019 unter den Finalisten für den Comicpreis der Berthold Leibinger Stiftung ist, erscheint im gleichen Jahr im avant-verlag. 2020 veröffentlicht der Jaja-Verlag einen Sammelband ihrer autobiografischen Comics unter dem Titel „A Child’s Journey“.

Jorn Ebner

“Der gedankliche Raum von Zeichnung besteht aus Schichten von Materie und Zeit. Transformationen (von Erinnerung). Zeichnung ist in meiner Arbeit analog und digital, auf Papier oder als Klang. Das Triptychon „08.12.1980“entstand 2014, nachdem ich in meinem Online-Klangprojekt „(The Beatles) in Hamburg“ (2011/2012) [http://wwwthedeatlesinhamburg.com/] akustisch die Orte nachzeichnete, an denen sich die Beatles zu Beginn ihrer Karriere in Hamburg nachweislich aufgehalten hatten. Der Tod John Lennons hat einen so dauerhaft starken Nachhall in meinem Leben, dass ich Yoko, John und das Dakota Building, vor dem Lennon erschossen wurde, als Zeichnungen umsetzen wollte”.

Jorn Ebner wurde 1966 in Bremerhaven geboren, lebt in Berlin. Studien: Magister englische Literatur, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg (1990-95), BA (Hons) Freie Kunst, Central Saint Martins College of Art and Design, London (1995-98), Corso Superiore di arti visivi – Allan Kaprow, Fondazione Antonio Ratti, Como (1997), AHRC Forschungsstipendium, Kunsthochschule der University of Newcastle upon Tyne (2002-05). Jüngere Projekte: Projektstipendium Kunst + Kommunikation 2020, Kunsthaus Kloster Gravenhorst; AiR Niederösterreich 2019, Krems [AT], Internationale Einzelausstellungen und Beteiligungen: u.a. Kunstverein Bochum; Laura Mars, Berlin; Museo de arte contemporaneo de Bogota [CO]; Vane, Newcastle upon Tyne [UK]. Veröffentlichungen beim Verlag The Green Box, Berlin.

Juliane Laitzsch

Aus der Nähe betrachtet

Die künstlerische Arbeit von Juliane Laitzsch ist motiviert von der Neugierde, Dinge in ihrem Werden und Vergehen zu verstehen. Wie verändern sich Dinge im Laufe der Zeit und wie entstehen die entsprechenden Bilder in unseren Köpfen?

Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit historischen Textilien, aktuell handelt es sich um spätantike Textilfragmente aus Ägypten, fragt sie nach der Zeit; nach der Zeit, die sich in das Material der Textilien einschreibt, und nach der Zeit, die in der medialen Vermittlung der Objekte, in Texten und Fotografien, lesbar wird. Die Zeichnungen folgen ihren Beobachtungen, sie reproduzieren die Objekte betreffende Dokumente und sie dokumentieren ihren eigenen Entstehungsprozess. Die Zeichnung dient Juliane Laitzsch als ein Medium der Annäherung und Verlangsamung. Dabei variiert ihre Zeichentechnik von der möglichst präzisen Darstellung bis zur Telefonkritzelei. Ihre Aufmerksamkeit gilt dem Prozess des Zeichnens, seiner Eigendynamik, seinen Rhythmen, Resonanzen und Rückkopplungen.

Juliane Laitzsch wurde 1964 in Nürnberg geboren, sie studierte Bildhauerei in Bremen und an der Hochschule der Künste in Berlin. Sie erhielt Arbeitsstipendien u.a. vom Berliner Senat, vom Land Mecklenburg-Vorpommern, Forschungsstipendien von der Graduiertenschule der UdK Berlin und von der VW-Stiftung. 2019 waren ihre Arbeiten in der Ausstellung „Original Bauhaus“ in der Berlinischen Galerie und 2020 in der Ausstellung „Aus der Nähe betrachtet“ im Kulturhistorischen Museum Magdeburg zu sehen. Aktuell realisiert Juliane Laitzsch eine künstlerische Dissertation an der Kunstuni Linz, betreut von Thomas Macho, und ist Mitglied des Doktoratsprogramms „Epistemologien ästhetischer Praktiken“ in Zürich.

Pia Linz

Die „Ortsbezogenen Zeichnungsprojekte“ beginne ich meist mit der Vermessung des Ortes mit Fußschritten. Anhand der Vermessungszahlen webe ich einen Flächenplan mit freihändig gezogenen Bleistiftlinien, die von einem Koordinatensystem ausgehen, das ich am unteren und rechten Rand der Papierfläche angelegt habe. Mit einem Umhängezeichenbrett arbeite ich nun direkt vor Ort. Zeichnend und schreibend verorte ich meine über lange Zeiträume aus zahllosen Fußgängerperspektiven gemachten Beobachtungen in den Plan und vergleichzeitige sie so in einer Gesamtübersicht.

„Vor uns stehen gezeichnete Miniaturwelten, parallele Wirklichkeiten, gezeugt von Pia Linz. Hier paart sich objektive Niederschrift mit Tacit knowledge, dem impliziten Wissen, das in der Hand steckt und im Zeichenprozess aktiviert wird. Diese Ambivalenz ist das Faszinierende an den „Ortsbezogenen Zeichnungsprojekten“. Sie stehen am Rande des ontologischen Zweifels und bringen die Grundfesten der Bauten zum Wanken. Denn diese Zeichnungen öffnen nicht nur eine triviale Raum-Illusion, sondern streifen jene Grenze, an der sich Reales und Imaginäres berühren. Flächengesetzlichkeiten sind überlistet, Oberfläche und Tiefe vertauscht. In diesem Zeichnen treffen Fiktion und Fantasie mit wissenschaftlicher Forschung und mathematischer Genauigkeit zusammen. Die Grenzen von Sein und Schein, von Innen und Außen, von Nähe und Ferne verschwimmen. Pia Linz’ Zeichnung ist das Dazwischen, sie hält es fest.“ Mechthild Haas, („Pia Linz“, Ausstellungskatalog: „JE MEHR ICH ZEICHNE. ZEICHNUNG ALS WELTENTWURF“, Museum für Gegenwartskunst Siegen, 2010)

Pia Linz wurde1964 in Kronberg i.T.geboren, studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main Malerei und Graphik. Mit ihren Arbeiten ist sie international in Ausstellungen und öffentlichen Sammlungen vertreten. Verschiedene Stipendien führten sie u.a. nach Rom (Studienstiftung des Deutschen Volkes, 1989/90), London (Hessische Kulturstiftung, 2005/06) und New York (Berliner Senatskanzlei-Kulturelle Angelegenheiten, 2010/2011). 2015 wurde sie für ihr Werk mit dem HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst ausgezeichnet. Seit 2016 ist sie Professorin für Zeichnung an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Christoph Peters

Teeschalen, sonst nichts.

Im November 2019 besuchte ich im Museum der Urasenke-Teeschule in Kyoto eine Ausstellung, in der neben berühmten Gefäßen für die Teezeremonie auch Handschriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert mit einfachen Zeichnungen der ausgestellten Objekte gezeigt wurden.

Da ich mich seit über zwanzig Jahren intensiv mit der japanischen Teekeramik beschäftige und bereits seit Längerem auf der Suche nach einem neuen Ansatz für die eigene zeichnerische Arbeit war, verband sich Beides schon in der Ausstellung zu der Idee, mich einigen der Teeschalen, die ich im Lauf der Zeit zusammengetragen habe, auch zeichnerisch zu nähern. Nach Monaten des Experimentierens entschied ich mich für die Technik der Punktschraffur, da sie einerseits große Präzision ermöglicht, andererseits auf alles vordergründig Individuelle verzichtet.

Zum Zeichnen stelle ich die jeweilige Schale in Augenhöhe auf ein Podest und leuchte sie möglichst gleichmäßig aus. Das Zeichnen ist sowohl ein Abtasten der Konturen und Oberflächen mit Auge und Stift als auch eine Annäherung an das Unsichtbare dahinter.

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. Von 1988 bis 1994 studierte er Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe bei H.E. Kalinowski und G. Neusel, zuletzt als Meisterschüler von Meuser. Anschließend arbeitete er fünf Jahre als Fluggastkontrolleur am Frankfurter Flughafen. Seit 2000 lebt er als Schriftsteller und Zeichner in Berlin.

Zuletzt veröffentlichte er die Romane „Das Jahr der Katze“ (2018) und „Dorfroman“ (2020), den Erzählband „Selfie mit Sheikh“ (2017), sowie den Essay „Diese wunderbare Bitterkeit – Leben mit Tee“ (2016). Sein Werk erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Aspekte-Literaturpreis 1999, den Friedrich-Hölderlin-Preis 2016 und den Wolfgang-Koeppen-Literaturpreis 2018.

Teile seiner Sammlung japanischer Keramik waren 2019/20 in der Ausstellung „Unter Freunden“ im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, zu sehen.

2020 zeigte das Otto-Ubbelohde-Haus, Goßfelden, Teeschalen und Zeichnungen. Zur Ausstellung erschien der Katalog „Teeschalen, sonst nichts“.

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9. Juni bis 18. August 2021

Matias Bechtold und Maike Sander

Andere Welten

Matias Bechtold und Maike Sander zeigen im studio im HOCHHAUS eine Welt aus Pappe. Während Maike Sander sich für diese Ausstellung auf Vogelskulpturen konzentriert, erschafft Matias Bechtold Stadtlandschaften.

Die Ausstellung „Andere Welten“ gibt einen Einblick in die künstlerischen Möglichkeiten, die in dem profanen Material stecken.

Matias Bechtolds Arbeiten faszinieren, da sie sowohl durch Mega-Strukturen als auch als Modelle von ganzen Stadtlandschaften oder von riesenhaften Bauten die Imagination beflügeln. Zugleich sind sie so reich an Details, dass man sich bei ihrer Betrachtung regelrecht in ihnen verlieren und dabei vergessen kann, dass es sich um ein Modell handelt. Für diese besondere Erfahrung zwischen Vision, Illusion und Realismus spielt aber nicht nur die Einheitlichkeit des Materials, aus denen sie gefertigt sind, eine wichtige Rolle. Vor allem die konsistente Faktur seiner Bearbeitung, in der das Material fast zum Verschwinden gebracht wird, ist wesentlich. In ihrer konzeptionellen und künstlerischen Geschlossenheit bringen Bechtolds Werke in der Tat ganz eigene Welten zur Anschauung, die die Welt, in der wir leben, kritisch-ironisch kommentieren oder gezielt übersteigen.“ (Laura Mars, 2015)

Mathias Bechtold, 1955 auf Ibiza geboren, baut Modelle von Häusern und ganzen Stadtlandschaften aus Verpackungen im weitesten Sinn. Aus Kuchenverpackungen oder Sushiboxen schichtet er Wolkenkratzer mit kuriosem Innenleben, aus Pappe Städte und Inseln. Teils fiktiv oder von der Literatur angeregt, etwa von Alfred Kubin, oder ausgehend von Vorhandenem als Projektion in eine Zukunft. So sind Städte wie Köln oder Berlin mit Hochhäusern und futuristischen Verkehrswegen entstanden und ist Ibiza zu einem einzigen urbanen Geflecht zusammengewachsen.

Maike Sander setzt die Dinge in Beziehung zu den Menschen. Und siehe da – die Dinge sind belebter, als wir dachten. Der Staubsauger, asthmatisch, verdient sich sein Gnadenbrot, egal, ob er noch saugt oder nicht. Der Fisch: ein Lebewesen, nicht nur eine leckere Auslage im Fischgeschäft. Der Affe: dito – und? Sieht er nicht ein bisschen aus wie Onkel Herbert? So werden eben auch Stühle zu etwas wie Verwandten, Bruder und Schwester. Man muss sich nicht unbedingt lieben um miteinander verwandt zu sein, das kommt in den besten Familien vor. Diese Stühle werden nur noch selten gerückt, sie bewegen sich in sich selbst und ächzen unter der Last des Menschen.

(…) Das von Sander verwendete Material Papier, Karton und Algen ist per se ephemer. Man kann die Stühle und Sessel nicht besitzen, sie sind deutlich charakterisiert als künstlerische Artefakte ohne Gebrauchswert. Dafür vermitteln sie eine Idee des vergänglichen Seins, des jeweiligen Individuums, das einmalig und unwiederholbar ist.

(…) Vielleicht ist das das Wesen der Dinge wie der Menschen: das Altern, das stetige Verändern. Maike Sanders Plastiken schärfen aufs Neue den Blick für Ding und Mensch, vermitteln auf subtile Art und Weise einen Respekt, der uns aufmerksam macht für eine mögliche neue Nachhaltigkeit, die nicht nur unsere Beziehung zu den Dingen sondern auch zu den anderen Menschen betrifft.“ (Martin Stather)

Maike Sander, 1965 in Lüneburg geboren, beschäftigt sich schon lange mit diesem Material in ihrer bildhauerischen Arbeit. Neben Tieren, die sie meist in Originalgrößen erschafft und zum Teil mit anderen Materialien, wie etwa Algen, zum Leben erweckt, sind es auch Alltagsgegenstände, die als Vorlagen dienen. So hat sie gesamte Einrichtungen, vom Stuhl übers Bett bis hin zum Bademantel, aus Pappe geschaffen. Die offensichtliche Fragilität schafft eine spezielle Atmosphäre, die einer Musealität vergleichbar wäre, diese aber auch gleich wieder bricht.

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Annette Kisling, Jens Franke
Leonard Wertgen

Ausstellung vom 19. Januar bis 2. Juni 2021

Doshi Doshi Doshi

Der 1927 geborene Architekt Balkrishna Doshi hat die indische Stadt Ahmedabad mit seinem baulichen Werk und seinem gesellschaftlichen Engagement entscheidend geprägt. Neben seiner Tätigkeit als Architekt ist er Städteplaner, Professor, Theoretiker und Gründer der Architekturfakultät der CEPT Universität in Ahmedabad.

Seit 2009 untersuchen Leonard Wertgen und Jens Franke (in Zusammenarbeit mit Niklas Fanelsa, Marius Helten und Björn Martenson) mit ihrer sich fortsetzenden Recherche die Stadt Ahmedabad. Ihr Interesse ist es, die gebaute Umwelt der Stadt in ihrer Vielfalt und ihren Widersprüchen zu verstehen und die Parallelität räumlicher Konzepte, die immer auch soziale, politische und historische Momente einbeziehen, wahrnehmbar zu machen. 2016 hatten sie die Möglichkeit mit Balkrishna Doshi über seine Arbeit und die Stadt Ahmedabad zu sprechen. Dieses Gespräch bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung „Doshi Doshi Doshi“. Zusätzlich werden als weiterer Teil des Forschungsprojektes Filmaufnahmen und Fotografien folgender Gebäude aus Ahmedabad von Balkrishna Doshi gezeigt: Institute of Indology (1962), Central Bank of India (1967), Premabhai Hall (1972), LIC Housing (1976) und Sangath (1981).

Die fotografische Arbeit von Annette Kisling widmet sich einem sehr bekannten Bauwerk von Balkrishna Doshi, dem Indian Institute of Management in Bangalore (1963 bis 1983). Im Winter 2014 hatte sie die Gelegenheit, den Campus des Institute of Management über den Zeitraum von zwei Wochen bei Tag und bei Nacht zu durchqueren und zu fotografieren. Der Ort ist so konzipiert, dass Innen- und Außenräume miteinander korrespondieren, ineinander übergehen. Für die Ausstellung wurden vor allem Fotografien ausgewählt, die Einblicke genau in diese Zwischenbereiche gewähren, zusätzlich in einige Innenräume, beispielsweise die Bibliothek des Institutes.

Am 15. März erschien in der taz eine Besprechung zur Ausstellung.

Alle Videos: Uwe Jonas, Bilder: Thomas Bruns

Raum 1

In diesem Video wird der erste Raum der Ausstellung, aber auch das gesamte Konzept von den Künstler*innen erklärt.

Raum 2

Architekturraum

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Heike Baranowsky,

Veronika Kellndorfer

und Mirjam Thomann

Wand an Wand an Wand

Ausstellung vom 1. September verlängert bis bis 13. Januar 2021

In der Ausstellung „Wand an Wand an Wand“ beschäftigen sich die Künstlerinnen Heike Baranowsky, Veronika Kellndorfer und Mirjam Thomann mit der Ausstellungssituation im Studio im Hochhaus, das sich in den ehemaligen Geschäftsräumen der Volkssolidarität befindet. Die historischen, architektonischen und soziopolitischen Besonderheiten des Ortes, einer ebenerdigen Ladengalerie inmitten eines in den späten 1980er Jahren errichteten Hochhauskomplexes, in dem bis heute 50 000 Menschen wohnen, sind Ausgangspunkt für die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten. Diese werden durch einen gemeinsam vorgenommenen räumlichen Eingriff – die herausgenommene Deckenpaneele – mit dem Ort verbunden und in Beziehung zueinander gesetzt. Das Alugitter und die jetzt sichtbaren Installationsrohre, Kabel und das Betonskelett der Decke, muten wie eine archäologische Ausgrabung an. Nur werden hier nicht Bodenschichten durchgraben, sondern der Blick in eine unerwartete Höhe freigelegt.

Diese Umkehrung der Richtungsverläufe thematisiert Veronika Kellndorfer in ihren eigens für die Ausstellung konzipierten Arbeiten. Sie projiziert eine Aufnahme des 20-geschossigen Hochhauses als Kleinbild-Dia, stark verkleinert, knapp über die Fußleiste. Ein Zwei-Wege-Spiegel reflektiert die gerasterte Fassade der Architektur als mehrfach gebrochene Projektion, durch die Gitterstruktur bis an die Deckenkonstruktion. Die Blickrichtung des Dias, die es ermöglichte die Höhe des Hauses aufzunehmen, wird durch den Blick auf die Decke repetiert, das Außen verbindet sich mit dem Raum im Erdgeschoss – eine Projektion des Ortes auf sich selbst.

In Kellndorfers zweiten Arbeit in der Ausstellung, Interior, Corner beleuchtet ein Diaprojektor mehrere Gegenstände. Die Skulptur besteht aus einer konstruktivistischen Anordnung einfacher, geometrischer Figuren, gebaut aus dichroitischen und siebbedruckten Gläsern, sowie einem hölzernen Podest. Daneben gibt es einen Stein, der einen Scheinwerfer stützt und eine Pflanze, die Kellndorfer von Heike Baranowsky für die Dauer der Ausstellung geliehen hat. Die Lichtquelle erzeugt im Aufprall mit den Gläsern und der Pflanze ein geheimnisvolles Geflecht aus komplementären Farbspielen, Schattenwürfen und Projektionen. Monstera deliciosa, eine Pflanze, die an bürgerliche Interieurs denken lässt, verbindet sich hier mit dem Siebdruck des Atriums von Lina Bo Bardis Wohnhaus, der Casa de Vidro, in São Paulo – das DDR-Wohnungsbauprojekt in Hohenschönhausen wird mit dem Tropical Modernism Bo Bardis kurzgeschlossen.

182 ½ sind camera obsura Aufnahmen des Sonnenverlaufs über 6 Monate vom Höchst- bis zum Tiefststand, die Heike Baranowsky im hinteren Ausstellungsraum zeigt. Die Kameras hingen an verschiedenen Orten, die für die Künstlerin eine persönliche Bedeutung haben, wie ihr Zuhause, ihr Arbeitsplatz oder ihr Atelier. In den Kameras befand sich ein großformatiger s/w-Negativplanfilm auf den die Sonnenstrahlen direkt ihren Weg von Osten nach Westen als eine Lichtspur in Parabelform einschrieben. Der obere Scheitelpunkt markiert den Sommerhöchststand, der untere den Wintertiefstand. Aus den architektonisch anmutenden Formen kann man neben dem Sonnenstand auch die Wetterverhältnisse herauslesen. Langzeitbelichtungen komprimieren einen zeitlichen Ablauf auf einen Moment ähnlich einem Film, der auf ein einziges Bild reduziert wird. Trotz allem ist der zeitliche Aspekt und gerade ihre Dauer noch abzulesen.

Der Bogenhanf (Sansevieria cylindrica), Snake Plant oder African Spear genannt, nutzt die von den drei Künstlerinnen rausgenommenen Deckenpaneelen als Sockel und kann dadurch erst seine volle Bogenspannung entfalten. Dabei wird der Stapel Paneele ebenso wie die Pflanzen zu einer (lebendigen) Skulptur. Der konzeptionelle Ansatz von Baranowskys Arbeit liegt im Perspektivwechsel: Die Haltung des stillen Beobachtens von Phänomenen schließt die Handlung des Bauens von Bildwirklichkeiten nicht aus.

Mirjam Thomann zeigt in der Ausstellung zwei Arbeiten, die sie an den Rändern des Ausstellungsraums platziert, an den Eingängen, Übergängen und Ausgängen der Architektur. Der Schriftzug auf einer Glasscheibe, von innen spiegelverkehrt angebracht, von außen als Klartext lesbar, wurde durch die Plakatarbeit „I AM THE DOOR“ der Künstlerin Milena Muzquiz inspiriert, die Thomann 2019 während eines Besuchs in Los Angeles im Wohnzimmer einer gemeinsamen Freundin gesehen hat. Während der von Muzquiz verwendete Satz eine Rede Jesus zitiert, adressiert die leicht abgewandelte Form „I AM A DOOR“ unmittelbar die architektonische Beschaffenheit des Ausstellungsraums: Die transparente Schwelle zwischen Innen und Außen, die sich in dem Satz spiegelnden Besucher*innen bzw. Passant*innen, das Paradox des Aus- bzw. Einschluss bei gleichzeitiger Durchsicht und das transformative Potential von Türen.

Die drei im ersten Ausstellungsraum gezeigten Zeichnungen sind Teil einer Serie, die unter Verwendung der Farbstifte „Light Flesh“, „Medium Flesh“ und „Dark Flesh“ von Faber Castell entstanden ist. So genannte Flesh Colors oder Fleischfarben, die auf das Korporale und Lebendige verweisen, kommen in verschiedenen Materialitäten und Formen in Thomanns Arbeiten vor und spiegeln hier die Bewegung des Körpers im Raum.

Alle Bilder: Thomas Bruns

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Bild: Jan-Peter E.R. Sonntag

Berit Myrebøe

Jan-Peter E.R. Sonntag

Künstler*in Gespräch am Sonntag den 23.August zwischen 14 und

18 Uhr mit Berit Myrebøe und Jan-Peter E.R. Sonntag

Ausstellung bis 26. August 2020

Aufgrund der Covid 19 Pandemie können nur maximal fünf Personen mit Mundschutz (bitte mitbringen) gleichzeitig die Ausstellung besuchen. Aber keine Angst wir haben draußen viel Platz zum stehen und sitzen.

 

Berit Myrebøe

„Die in Berlin lebende Künstlerin malt Seestücke, die u.a. von Aufenthalten in ihrer Heimat Norwegen inspiriert sind. Das monochrome, spröde Material des Aluminiums durchläuft eine Metamorphose und wandelt sich in der Oberfläche durch die Kraft ihrer zeichnerischen Spuren, durch Licht und Reflexion, zu einer organisch bewegten, naturidentischen Projektion.
Die rauchig-kühle, fast monochrome Farbigkeit der Werke geht eine Symbiose mit dem silbrigen Bilduntergrund ein und trägt zur einzigartigen, seltsam distanzierten und gleichzeitig intimen Atmosphäre der Darstellungen bei. Sie variiert zwischen verschiedenen schattig-nebligen Grau- und Schwarzstufen, bis hin zu einer Palette von starken Blau- und Grüntönen, die an die kilometerlange Tiefe des Meeres, der Fjorde sowie das einzigartige Licht des Polarhimmels zu erinnern scheinen.” (Spuren, Musikzeitung für Gegenwart, Ausgabe Mai 2014, Klangspuren Schwaz, Tirol)

 Jan-Peter E.R. Sonntag

„In Travemünde an der Ostsee in der Niobestraße, in der ich aufwuchs, wohnte der Maler Linde. Ich sah ihn manchmal mit Malerutensilien an das nahe Steilufer gehen. Neben dem Haus, in dem die HNO-Praxis meines Vaters war, gab es eine Kunstgalerie, die fast nur Bilder der See – Seestücke ohne Menschen und Boote im Schaufenster hatte. Oft frage ich mich, wie es wohl wäre, würde ich mich, anstatt den offenen Enden der Moderne nach zu spüren, einfach ganz dem Genre der Seestücke verschreiben?“ (Jan-Peter E.R. Sonntag)

Raum 1

Raum 2

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ALLES III





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ALLES III

Eröffnung am 28. Januar um 19 Uhr

bis 24.Juni

Mit:

Wolfgang Aichner – Sonja Alhäuser – Michelle Alperin – Nándor Angstenberger – Martin Assig – Clara Bahlsen – bankleer – Heike Baranowsky – Heike Kati Barath – Horst Bartnig – Jürgen Baumann – Michael Bause – Konstantin Bayer – Matias Bechtold – Kai-Annett Becker – Matthias Beckmann – Oliver van den Berg – Holger Biermann – Roland Boden – Manuel Bonik – Patrick Borchers – Kai Bornhöft – Benedikt Braun – Thomas Bruns – Marcel Buehler – Ingmar Bruhn – Matthew Burbidge – Astrid Busch – Dirk Busch – Salomé Chkheidze-Mohs – Herbert De Colle – Marula di Como – Chris Costan – Swen Daemen – Henrike Daum – Dellbrügge & de Moll – Anne Dettmer – Helmut Dick – Andreas Drewer – Jesper Dyrehauge – Irena Eden & Stijn Lernout – Manfred Eichhorn – Axel Eichhorst – Jürgen Eisenacher – Dana Engfer – Christel Fetzer – Frederik Foert – Franziska Frey – Sabine Friesicke – Stella Geppert – Catherine Gerberon – Ingo Gerken – Katrin Glanz – Thorsten Goldberg – Carola Goellner – Kerstin Gottschalk – Reinhold Gottwald – Michael Gumhold – Markus Guschelbauer – Massoud Graf–Hachempour – Kim Dotty Hachmann – Ulrich Hakel – Heike Hamann – Klaus Hartmann – Lisa Haselbek – Tanja Hehn – Tina Isabella Hild – Gerhard Himmer – Annika Hippler – Christian Hoischen – Birgit Hölmer – Ralf Homann – Irène Hug – Anja Ibsch – Andrea Imwiehe – Henrik Jacob – Gunilla Jähnichen – Zora Janković – Anna Jermolaewa – Uwe Jonas – Jaeeun Jung – Yuki Jungesblut – Martin Kaltwasser – Mi Jean Kang – Franco Kappl – Judith Karcheter – Veronika Kellndorfer – Werner Kernebeck – Annette Kisling – Ulrike & Günther-Jürgen Klein – Andreas Knäbel – Andreas Koch – Eva–Maria Kollischan – Susanne Kohler – Karen Koltermann – Andreas Kotulla – Ulrike Kötz – Vanja Krajnc – Inge Krause – Annette Kuhl – Susanne Kutter – Verena Kyselka – Chantal Labinski – Pia Lanzinger – Michael Lapuks – Seraphina Lenz – Pia Linz – Antonia Low – Liz Magno – Fritz Margull – Enikö Márton – Matthias Mayer – Howard McCalebb – Manfred Michl – Penka Mincheva – Ulrike Mohr – Leo de Munk – Berit Myrebøe – Silvia Nettekoven – Gertrud Neuhaus – Sybille Neumeyer – Gabriele Obermaier – Lorcan O’Byrne – Juergen O. Olbrich – Bea Otto – Jürgen Palmtag – Jürgen Paas – Günther Pedrotti – Roman Pfeffer – Andrea Pichl – Torsten Prothmann – Marcel Prüfert – Katja Pudor – Maria–Leena Räihälä – Mirja Reuter –– Gerda Riechert – Kai Richter – Sebastian Rogler – Matthias Roth – Rasso Rottenfusser – Julia Sand – Maike Sander – Matthias Schamp – Gisela Schattenburg – Claudia Schoemig – Iris Schomaker – An Seebach – Olivia W. Seiling – Daniel Seiple – Spunk Seipel – Johanna Smiatek – Soyoung Shon – Soopum Sohn – Jan-Peter E.R. Sonntag – Elisabeth Sonneck – Petra Spielhagen – Ute Sroka – Anne Staszkiewicz – Christian Stock – Tommy Støckel – Stoll & Wachall – ststs – Sven Stuckenschmidt – Betty Stürmer – Max Sudhues – Caro Suerkemper – Gaby Taplick – Johanna Thompson – Thea Timm – Peter Torp – Tim Trantenroth – Lukas Troberg – Andrea Übelacker – Timm Ulrichs – Marcos Vidal – Anke Völk – Line Wasner – Christine Weber – Albert Weis – Ute Weiss Leder – Markus Willeke – HS Winkler – René Wirths – Gloria Zein – Barbara Zenner – Christof Zwiene

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Raum 1 (Video/360 Fotos: Uwe Jonas;Fotos: Thomas Bruns)

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Raum 2 (Video/360 Fotos: Uwe Jonas;Fotos: Thomas Bruns)

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Ulrike und Günther-Jürgen Klein, Anne Staszkiewicz





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Ausstellung vom 13. November 2019 bis 22. Januar 2020

Ulrike und Günther-Jürgen Klein

In „Der Tod ist nur ein Vorhang“ zeigen Ulrike und Günther-Jürgen Klein eine Installation aus ihrem surrealistischen B-MOVIE-Gesamtkunstwerk.

Episode 10, Kapitel 12

Durch die unendlichen Weiten des Alls schwebt die Amöbe II.

Mit einer nachdenklichen Falte auf der hübschen Stirn scannt Evelyne durch die panoramaverglaste Kuppelfront die unendliche Weite: „Wann schlagen wir los?!“ – „Wir warten noch“, kommt es lässig aus der Tiefe des Raumes. Gaspards kantiges Kinn bewegt sich kaum bei diesen Worten. Mit wenigen Schritten tritt er nach vorn, an die Seite der Gefährtin. „Auf was?“, fragt Evelyne mit dunkler Stimme.

„Die korrekte Frage muß lauten: Auf wen?“, klärt Professor Frauenschuh, der sich dezent im Hintergrund gehalten hatte, die Freunde auf.

In diesem Augenblick, ringeldibingel, klingelt es freundlich an der Tür. Wer mag das sein?

Auf einem verspratzten Schwarzweissmonitor erkennt man vage ein heftig winkendes Männlein mit wallendem Haupthaar.

„Hallöooh! Ich bin’s!“, krächzt es frohgemut aus dem Lautsprecher.

Potztausend! Das ist ja der Prof. Dr. Caspar David Friedrich Mannheimer!

 

Anne Staszkiewicz

Einfach nur zu gehen ist das Unangestrengteste. Bei den Bildern von Anne Staszkiewicz befindet man sich mitten auf dem Weg, wo Farbe sich gehen lässt, als bewege mab sich wie durch eine Landschaft auf dem Wege des geringsten Widerstandes.
Der eine oder andere Balken im Blick dient als Orientierungshilfe und markiert die Schnittstellen des Papiers, hält es zusammen und lässt an eine Landkarte erinnern.
Zwar weiß niemand, wohin die Reise geht, aber hin und wieder gibt ein Hund oder eine mehr oder weniger lebendige Figur einen Kommentar, um vielleicht verstehen zu helfen, oder um wenigstens etwas von der Einsamkeit zu nehmen, welche diese Stimmungskarten erzeugen.

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Fotos: Thorsten Bruns

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Andrea Pichl, Matthew Burbidge





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Ausstellung vom 4. September bis 6. November 2019

Matthew Burbidge

“Philosophische sowie kunsthistorische Betrachtungen, Annäherungen an Personen der Kunstgeschichte und gesellschaftliche Phänomene nutzt er intensiv, um Objekte, Skulpturen, Installationen und „Nicht-Bilder“ zu fertigen. Die dabei entstehende subjektive Gedanken- bzw. Sinnebene, die die Ursprungsebene künstlerisch fortschreibt, dient ihm wiederum zur sach- und fachlichen Erklärung seiner Arbeiten. Es nimmt anarchische Züge an, wenn er im finalen Arbeitsschritt die Ästhetik der Theorie überstellt, währenddessen er seine Arbeiten genau an jenem theoretischen Gerüst präzise aufbaut. Letztendlich könnte man ihn als einen Vertreter der Konzeptkunst bezeichnen. Wer dies tut, wäre allerdings auf sein intelligentes Spiel zwischen theoretischem Ansatz und ästhetischer Praxis hereingefallen. Er lässt sich nicht einfach einordnen. Trotz der zahlreichen Zitate verliert er nie die Bodenhaftung, denn das ist sein eigentliches Ziel. In Bezug zur Gegenwartspunkt und dem Kunstmarkt ist seine Grundhaltung prinzipiell ablehnend. Eine Überhöhung des Künstler-Genies verachtet er. Er liebt den ‘Punk der Gedanken’.” (Matthias Mayer, 2017)

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Fotos: Thomas Bruns

 

Andrea Pichl

(…) Die Frage ist nun, wie wir Andrea Pichls Skulpturen und Installationen lesen sollen, da alle ornamentalen Phänomene im öffentlichen Raum aus derselben Form zu kommen scheinen. (…) Oder winken aus weiter Ferne Thomas Morus´ Insula Utopia mit ihrem radiozentrischen halbmondförmigen Lageplan, die perfekten und komplizierten Geometrien von Dürers Schachbrettern und Filaretes sternenförmige Idealstädte? Wohnt am Ende noch jedem dümmlichen Baumarktelement ein Rest utopisches Potential inne? Handelt es sich quasi um archäologische Überbleibsel aus dem Zeitalter heroischer Architektur, als Le Corbusier eine Millionenstadt vollständig aus vorgefertigten standardisierten Bauelementen plante und in Berlin das Magazin G erschien, in dem Mies van der Rohe seine ersten Texte über das industrielle Bauen veröffentlichte?

Angesichts dieser widersprüchlichen Fragen an die Arbeit von Andrea Pichl dämmert es dem Betrachter, dass es der Künstlerin weder um Apotheose noch um Verdammung gehen kann. Vielmehr lässt sich an ihren Arbeiten beobachten, was mit Dingen im Transfer passiert. Was es für ein Objekt heißt, wenn es aus seinem ohnehin absurden Kontext gelöst und in den nicht minder befremdlichen Kontext einer Galerie versetzt wird. Dabei führt sie auf sehr behutsame Weise, quasi durch die Hintertür, einen völlig eigenständigen Weg der Re-Konstruktion ein, der dem künstlerischen Interesse an der Beziehungshaftigkeit der Dinge, an ihren Verhältnissen zueinander, an wechselseitigen Bezügen und Verbindungen entspringt und nebenbei die Aufmerksamkeit des Umfelds schärft.“ (Susanne Prinz, 2017)

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Fotos: Thomas Bruns

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Holger Biermann, Thomas Bruns





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Bild: Thomas Bruns, Kulturforum, 2015

 19. Juni bis 21. August 2019

Holger Biermann, Thomas Bruns

 

Holger Biermann

„Holger Biermann ist nach traditioneller Vorstellung Straßenfotograf. Als solcher registriert er mit seiner Kamera sehr wachsam, was ihm auf den Straßen begegnet. Es folgt einer gewissen Plausibilität, dass die Anfänge seiner Fotografie in New York liegen, wo er sich von 2001 bis 2003 aufhielt. Und mithin in der Stadt, die wohl die meisten der weltweit bekannt gewordenen Fotografinnen und Fotografen dieses Sujets hervorgebracht hat. Straßenfotografie bedingt die Großstadt, zwingend, denn nur dort kommt es zu den notwendigen Verdichtungen, wenn zig Menschen im täglichen Einerlei aufeinandertreffen. Eben diese Stadt, New York City, löste bei Holger Biermann angesichts der für ihn ungewohnt vielen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen den entscheidenden Impuls aus. So wanderte er über Monate durch die Straßen dieser Weltmetropole und fotografierte, was er sah. So auch im Umfeld des Anschlags auf die Twin-Tower am 11. September 2001.“ (Dr. Enno Kaufhold, Fotohistoriker)

 

Thomas Bruns

„Architektur und öffentlicher Raum sind gleichzeitig auch die Austragungsorte politischer, sozialer und ökonomischer Kämpfe. Allzu offensichtlich sind die Verdrängungsprozesse und Verteilungskämpfe, die sich an Besitz, Nutzung, Funktion von Flächen und Bauten und an Miet- und Verkaufspreisen festmachen lassen. Jedes Nutzungskonzept für den städtischen Raum ist auch Ausdruck einer komplexen soziologischen Entwicklung und stellt gerade in Berlin immer auch historische Kontexte und kulturelle Prämissen zur Diskussion.“ (Maik Schlüter, Ausschnitt aus dem Text „Dokument und Desaster“)

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