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Heike Baranowsky,

Veronika Kellndorfer

und Mirjam Thomann

Wand an Wand an Wand

Ausstellung vom 1. September bis 11. November 2020

In der Ausstellung „Wand an Wand an Wand“ beschäftigen sich die Künstlerinnen Heike Baranowsky, Veronika Kellndorfer und Mirjam Thomann mit der Ausstellungssituation im Studio im Hochhaus, das sich in den ehemaligen Geschäftsräumen der Volkssolidarität befindet. Die historischen, architektonischen und soziopolitischen Besonderheiten des Ortes, einer ebenerdigen Ladengalerie inmitten eines in den späten 1980er Jahren errichteten Hochhauskomplexes, in dem bis heute 50 000 Menschen wohnen, sind Ausgangspunkt für die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten. Diese werden durch einen gemeinsam vorgenommenen räumlichen Eingriff – die herausgenommene Deckenpaneele – mit dem Ort verbunden und in Beziehung zueinander gesetzt. Das Alugitter und die jetzt sichtbaren Installationsrohre, Kabel und das Betonskelett der Decke, muten wie eine archäologische Ausgrabung an. Nur werden hier nicht Bodenschichten durchgraben, sondern der Blick in eine unerwartete Höhe freigelegt.

Diese Umkehrung der Richtungsverläufe thematisiert Veronika Kellndorfer in ihren eigens für die Ausstellung konzipierten Arbeiten. Sie projiziert eine Aufnahme des 20-geschossigen Hochhauses als Kleinbild-Dia, stark verkleinert, knapp über die Fußleiste. Ein Zwei-Wege-Spiegel reflektiert die gerasterte Fassade der Architektur als mehrfach gebrochene Projektion, durch die Gitterstruktur bis an die Deckenkonstruktion. Die Blickrichtung des Dias, die es ermöglichte die Höhe des Hauses aufzunehmen, wird durch den Blick auf die Decke repetiert, das Außen verbindet sich mit dem Raum im Erdgeschoss – eine Projektion des Ortes auf sich selbst.

In Kellndorfers zweiten Arbeit in der Ausstellung, Interior, Corner beleuchtet ein Diaprojektor mehrere Gegenstände. Die Skulptur besteht aus einer konstruktivistischen Anordnung einfacher, geometrischer Figuren, gebaut aus dichroitischen und siebbedruckten Gläsern, sowie einem hölzernen Podest. Daneben gibt es einen Stein, der einen Scheinwerfer stützt und eine Pflanze, die Kellndorfer von Heike Baranowsky für die Dauer der Ausstellung geliehen hat. Die Lichtquelle erzeugt im Aufprall mit den Gläsern und der Pflanze ein geheimnisvolles Geflecht aus komplementären Farbspielen, Schattenwürfen und Projektionen. Monstera deliciosa, eine Pflanze, die an bürgerliche Interieurs denken lässt, verbindet sich hier mit dem Siebdruck des Atriums von Lina Bo Bardis Wohnhaus, der Casa de Vidro, in São Paulo – das DDR-Wohnungsbauprojekt in Hohenschönhausen wird mit dem Tropical Modernism Bo Bardis kurzgeschlossen.

182 ½ sind camera obsura Aufnahmen des Sonnenverlaufs über 6 Monate vom Höchst- bis zum Tiefststand, die Heike Baranowsky im hinteren Ausstellungsraum zeigt. Die Kameras hingen an verschiedenen Orten, die für die Künstlerin eine persönliche Bedeutung haben, wie ihr Zuhause, ihr Arbeitsplatz oder ihr Atelier. In den Kameras befand sich ein großformatiger s/w-Negativplanfilm auf den die Sonnenstrahlen direkt ihren Weg von Osten nach Westen als eine Lichtspur in Parabelform einschrieben. Der obere Scheitelpunkt markiert den Sommerhöchststand, der untere den Wintertiefstand. Aus den architektonisch anmutenden Formen kann man neben dem Sonnenstand auch die Wetterverhältnisse herauslesen. Langzeitbelichtungen komprimieren einen zeitlichen Ablauf auf einen Moment ähnlich einem Film, der auf ein einziges Bild reduziert wird. Trotz allem ist der zeitliche Aspekt und gerade ihre Dauer noch abzulesen.

Der Bogenhanf (Sansevieria cylindrica), Snake Plant oder African Spear genannt, nutzt die von den drei Künstlerinnen rausgenommenen Deckenpaneelen als Sockel und kann dadurch erst seine volle Bogenspannung entfalten. Dabei wird der Stapel Paneele ebenso wie die Pflanzen zu einer (lebendigen) Skulptur. Der konzeptionelle Ansatz von Baranowskys Arbeit liegt im Perspektivwechsel: Die Haltung des stillen Beobachtens von Phänomenen schließt die Handlung des Bauens von Bildwirklichkeiten nicht aus.

Mirjam Thomann zeigt in der Ausstellung zwei Arbeiten, die sie an den Rändern des Ausstellungsraums platziert, an den Eingängen, Übergängen und Ausgängen der Architektur. Der Schriftzug auf einer Glasscheibe, von innen spiegelverkehrt angebracht, von außen als Klartext lesbar, wurde durch die Plakatarbeit „I AM THE DOOR“ der Künstlerin Milena Muzquiz inspiriert, die Thomann 2019 während eines Besuchs in Los Angeles im Wohnzimmer einer gemeinsamen Freundin gesehen hat. Während der von Muzquiz verwendete Satz eine Rede Jesus zitiert, adressiert die leicht abgewandelte Form „I AM A DOOR“ unmittelbar die architektonische Beschaffenheit des Ausstellungsraums: Die transparente Schwelle zwischen Innen und Außen, die sich in dem Satz spiegelnden Besucher*innen bzw. Passant*innen, das Paradox des Aus- bzw. Einschluss bei gleichzeitiger Durchsicht und das transformative Potential von Türen.

Die drei im ersten Ausstellungsraum gezeigten Zeichnungen sind Teil einer Serie, die unter Verwendung der Farbstifte „Light Flesh“, „Medium Flesh“ und „Dark Flesh“ von Faber Castell entstanden ist. So genannte Flesh Colors oder Fleischfarben, die auf das Korporale und Lebendige verweisen, kommen in verschiedenen Materialitäten und Formen in Thomanns Arbeiten vor und spiegeln hier die Bewegung des Körpers im Raum.

Alle Bilder: Thomas Bruns

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Bild: Jan-Peter E.R. Sonntag

Berit Myrebøe

Jan-Peter E.R. Sonntag

Künstler*in Gespräch am Sonntag den 23.August zwischen 14 und

18 Uhr mit Berit Myrebøe und Jan-Peter E.R. Sonntag

Ausstellung bis 26. August 2020

Aufgrund der Covid 19 Pandemie können nur maximal fünf Personen mit Mundschutz (bitte mitbringen) gleichzeitig die Ausstellung besuchen. Aber keine Angst wir haben draußen viel Platz zum stehen und sitzen.

 

Berit Myrebøe

„Die in Berlin lebende Künstlerin malt Seestücke, die u.a. von Aufenthalten in ihrer Heimat Norwegen inspiriert sind. Das monochrome, spröde Material des Aluminiums durchläuft eine Metamorphose und wandelt sich in der Oberfläche durch die Kraft ihrer zeichnerischen Spuren, durch Licht und Reflexion, zu einer organisch bewegten, naturidentischen Projektion.
Die rauchig-kühle, fast monochrome Farbigkeit der Werke geht eine Symbiose mit dem silbrigen Bilduntergrund ein und trägt zur einzigartigen, seltsam distanzierten und gleichzeitig intimen Atmosphäre der Darstellungen bei. Sie variiert zwischen verschiedenen schattig-nebligen Grau- und Schwarzstufen, bis hin zu einer Palette von starken Blau- und Grüntönen, die an die kilometerlange Tiefe des Meeres, der Fjorde sowie das einzigartige Licht des Polarhimmels zu erinnern scheinen.” (Spuren, Musikzeitung für Gegenwart, Ausgabe Mai 2014, Klangspuren Schwaz, Tirol)

 Jan-Peter E.R. Sonntag

„In Travemünde an der Ostsee in der Niobestraße, in der ich aufwuchs, wohnte der Maler Linde. Ich sah ihn manchmal mit Malerutensilien an das nahe Steilufer gehen. Neben dem Haus, in dem die HNO-Praxis meines Vaters war, gab es eine Kunstgalerie, die fast nur Bilder der See – Seestücke ohne Menschen und Boote im Schaufenster hatte. Oft frage ich mich, wie es wohl wäre, würde ich mich, anstatt den offenen Enden der Moderne nach zu spüren, einfach ganz dem Genre der Seestücke verschreiben?“ (Jan-Peter E.R. Sonntag)

Raum 1

Raum 2

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ALLES III





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ALLES III

Eröffnung am 28. Januar um 19 Uhr

bis 24.Juni

Mit:

Wolfgang Aichner – Sonja Alhäuser – Michelle Alperin – Nándor Angstenberger – Martin Assig – Clara Bahlsen – bankleer – Heike Baranowsky – Heike Kati Barath – Horst Bartnig – Jürgen Baumann – Michael Bause – Konstantin Bayer – Matias Bechtold – Kai-Annett Becker – Matthias Beckmann – Oliver van den Berg – Holger Biermann – Roland Boden – Manuel Bonik – Patrick Borchers – Kai Bornhöft – Benedikt Braun – Thomas Bruns – Marcel Buehler – Ingmar Bruhn – Matthew Burbidge – Astrid Busch – Dirk Busch – Salomé Chkheidze-Mohs – Herbert De Colle – Marula di Como – Chris Costan – Swen Daemen – Henrike Daum – Dellbrügge & de Moll – Anne Dettmer – Helmut Dick – Andreas Drewer – Jesper Dyrehauge – Irena Eden & Stijn Lernout – Manfred Eichhorn – Axel Eichhorst – Jürgen Eisenacher – Dana Engfer – Christel Fetzer – Frederik Foert – Franziska Frey – Sabine Friesicke – Stella Geppert – Catherine Gerberon – Ingo Gerken – Katrin Glanz – Thorsten Goldberg – Carola Goellner – Kerstin Gottschalk – Reinhold Gottwald – Michael Gumhold – Markus Guschelbauer – Massoud Graf–Hachempour – Kim Dotty Hachmann – Ulrich Hakel – Heike Hamann – Klaus Hartmann – Lisa Haselbek – Tanja Hehn – Tina Isabella Hild – Gerhard Himmer – Annika Hippler – Christian Hoischen – Birgit Hölmer – Ralf Homann – Irène Hug – Anja Ibsch – Andrea Imwiehe – Henrik Jacob – Gunilla Jähnichen – Zora Janković – Anna Jermolaewa – Uwe Jonas – Jaeeun Jung – Yuki Jungesblut – Martin Kaltwasser – Mi Jean Kang – Franco Kappl – Judith Karcheter – Veronika Kellndorfer – Werner Kernebeck – Annette Kisling – Ulrike & Günther-Jürgen Klein – Andreas Knäbel – Andreas Koch – Eva–Maria Kollischan – Susanne Kohler – Karen Koltermann – Andreas Kotulla – Ulrike Kötz – Vanja Krajnc – Inge Krause – Annette Kuhl – Susanne Kutter – Verena Kyselka – Chantal Labinski – Pia Lanzinger – Michael Lapuks – Seraphina Lenz – Pia Linz – Antonia Low – Liz Magno – Fritz Margull – Enikö Márton – Matthias Mayer – Howard McCalebb – Manfred Michl – Penka Mincheva – Ulrike Mohr – Leo de Munk – Berit Myrebøe – Silvia Nettekoven – Gertrud Neuhaus – Sybille Neumeyer – Gabriele Obermaier – Lorcan O’Byrne – Juergen O. Olbrich – Bea Otto – Jürgen Palmtag – Jürgen Paas – Günther Pedrotti – Roman Pfeffer – Andrea Pichl – Torsten Prothmann – Marcel Prüfert – Katja Pudor – Maria–Leena Räihälä – Mirja Reuter –– Gerda Riechert – Kai Richter – Sebastian Rogler – Matthias Roth – Rasso Rottenfusser – Julia Sand – Maike Sander – Matthias Schamp – Gisela Schattenburg – Claudia Schoemig – Iris Schomaker – An Seebach – Olivia W. Seiling – Daniel Seiple – Spunk Seipel – Johanna Smiatek – Soyoung Shon – Soopum Sohn – Jan-Peter E.R. Sonntag – Elisabeth Sonneck – Petra Spielhagen – Ute Sroka – Anne Staszkiewicz – Christian Stock – Tommy Støckel – Stoll & Wachall – ststs – Sven Stuckenschmidt – Betty Stürmer – Max Sudhues – Caro Suerkemper – Gaby Taplick – Johanna Thompson – Thea Timm – Peter Torp – Tim Trantenroth – Lukas Troberg – Andrea Übelacker – Timm Ulrichs – Marcos Vidal – Anke Völk – Line Wasner – Christine Weber – Albert Weis – Ute Weiss Leder – Markus Willeke – HS Winkler – René Wirths – Gloria Zein – Barbara Zenner – Christof Zwiene

grundriss

Raum 1 (Video/360 Fotos: Uwe Jonas;Fotos: Thomas Bruns)

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Raum 2 (Video/360 Fotos: Uwe Jonas;Fotos: Thomas Bruns)

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Ulrike und Günther-Jürgen Klein, Anne Staszkiewicz





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Ausstellung vom 13. November 2019 bis 22. Januar 2020

Ulrike und Günther-Jürgen Klein

In „Der Tod ist nur ein Vorhang“ zeigen Ulrike und Günther-Jürgen Klein eine Installation aus ihrem surrealistischen B-MOVIE-Gesamtkunstwerk.

Episode 10, Kapitel 12

Durch die unendlichen Weiten des Alls schwebt die Amöbe II.

Mit einer nachdenklichen Falte auf der hübschen Stirn scannt Evelyne durch die panoramaverglaste Kuppelfront die unendliche Weite: „Wann schlagen wir los?!“ – „Wir warten noch“, kommt es lässig aus der Tiefe des Raumes. Gaspards kantiges Kinn bewegt sich kaum bei diesen Worten. Mit wenigen Schritten tritt er nach vorn, an die Seite der Gefährtin. „Auf was?“, fragt Evelyne mit dunkler Stimme.

„Die korrekte Frage muß lauten: Auf wen?“, klärt Professor Frauenschuh, der sich dezent im Hintergrund gehalten hatte, die Freunde auf.

In diesem Augenblick, ringeldibingel, klingelt es freundlich an der Tür. Wer mag das sein?

Auf einem verspratzten Schwarzweissmonitor erkennt man vage ein heftig winkendes Männlein mit wallendem Haupthaar.

„Hallöooh! Ich bin’s!“, krächzt es frohgemut aus dem Lautsprecher.

Potztausend! Das ist ja der Prof. Dr. Caspar David Friedrich Mannheimer!

 

Anne Staszkiewicz

Einfach nur zu gehen ist das Unangestrengteste. Bei den Bildern von Anne Staszkiewicz befindet man sich mitten auf dem Weg, wo Farbe sich gehen lässt, als bewege mab sich wie durch eine Landschaft auf dem Wege des geringsten Widerstandes.
Der eine oder andere Balken im Blick dient als Orientierungshilfe und markiert die Schnittstellen des Papiers, hält es zusammen und lässt an eine Landkarte erinnern.
Zwar weiß niemand, wohin die Reise geht, aber hin und wieder gibt ein Hund oder eine mehr oder weniger lebendige Figur einen Kommentar, um vielleicht verstehen zu helfen, oder um wenigstens etwas von der Einsamkeit zu nehmen, welche diese Stimmungskarten erzeugen.

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Fotos: Thorsten Bruns

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Andrea Pichl, Matthew Burbidge





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Ausstellung vom 4. September bis 6. November 2019

Matthew Burbidge

“Philosophische sowie kunsthistorische Betrachtungen, Annäherungen an Personen der Kunstgeschichte und gesellschaftliche Phänomene nutzt er intensiv, um Objekte, Skulpturen, Installationen und „Nicht-Bilder“ zu fertigen. Die dabei entstehende subjektive Gedanken- bzw. Sinnebene, die die Ursprungsebene künstlerisch fortschreibt, dient ihm wiederum zur sach- und fachlichen Erklärung seiner Arbeiten. Es nimmt anarchische Züge an, wenn er im finalen Arbeitsschritt die Ästhetik der Theorie überstellt, währenddessen er seine Arbeiten genau an jenem theoretischen Gerüst präzise aufbaut. Letztendlich könnte man ihn als einen Vertreter der Konzeptkunst bezeichnen. Wer dies tut, wäre allerdings auf sein intelligentes Spiel zwischen theoretischem Ansatz und ästhetischer Praxis hereingefallen. Er lässt sich nicht einfach einordnen. Trotz der zahlreichen Zitate verliert er nie die Bodenhaftung, denn das ist sein eigentliches Ziel. In Bezug zur Gegenwartspunkt und dem Kunstmarkt ist seine Grundhaltung prinzipiell ablehnend. Eine Überhöhung des Künstler-Genies verachtet er. Er liebt den ‘Punk der Gedanken’.” (Matthias Mayer, 2017)

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Fotos: Thomas Bruns

 

Andrea Pichl

(…) Die Frage ist nun, wie wir Andrea Pichls Skulpturen und Installationen lesen sollen, da alle ornamentalen Phänomene im öffentlichen Raum aus derselben Form zu kommen scheinen. (…) Oder winken aus weiter Ferne Thomas Morus´ Insula Utopia mit ihrem radiozentrischen halbmondförmigen Lageplan, die perfekten und komplizierten Geometrien von Dürers Schachbrettern und Filaretes sternenförmige Idealstädte? Wohnt am Ende noch jedem dümmlichen Baumarktelement ein Rest utopisches Potential inne? Handelt es sich quasi um archäologische Überbleibsel aus dem Zeitalter heroischer Architektur, als Le Corbusier eine Millionenstadt vollständig aus vorgefertigten standardisierten Bauelementen plante und in Berlin das Magazin G erschien, in dem Mies van der Rohe seine ersten Texte über das industrielle Bauen veröffentlichte?

Angesichts dieser widersprüchlichen Fragen an die Arbeit von Andrea Pichl dämmert es dem Betrachter, dass es der Künstlerin weder um Apotheose noch um Verdammung gehen kann. Vielmehr lässt sich an ihren Arbeiten beobachten, was mit Dingen im Transfer passiert. Was es für ein Objekt heißt, wenn es aus seinem ohnehin absurden Kontext gelöst und in den nicht minder befremdlichen Kontext einer Galerie versetzt wird. Dabei führt sie auf sehr behutsame Weise, quasi durch die Hintertür, einen völlig eigenständigen Weg der Re-Konstruktion ein, der dem künstlerischen Interesse an der Beziehungshaftigkeit der Dinge, an ihren Verhältnissen zueinander, an wechselseitigen Bezügen und Verbindungen entspringt und nebenbei die Aufmerksamkeit des Umfelds schärft.“ (Susanne Prinz, 2017)

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Fotos: Thomas Bruns

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Holger Biermann, Thomas Bruns





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Bild: Thomas Bruns, Kulturforum, 2015

 19. Juni bis 21. August 2019

Holger Biermann, Thomas Bruns

 

Holger Biermann

„Holger Biermann ist nach traditioneller Vorstellung Straßenfotograf. Als solcher registriert er mit seiner Kamera sehr wachsam, was ihm auf den Straßen begegnet. Es folgt einer gewissen Plausibilität, dass die Anfänge seiner Fotografie in New York liegen, wo er sich von 2001 bis 2003 aufhielt. Und mithin in der Stadt, die wohl die meisten der weltweit bekannt gewordenen Fotografinnen und Fotografen dieses Sujets hervorgebracht hat. Straßenfotografie bedingt die Großstadt, zwingend, denn nur dort kommt es zu den notwendigen Verdichtungen, wenn zig Menschen im täglichen Einerlei aufeinandertreffen. Eben diese Stadt, New York City, löste bei Holger Biermann angesichts der für ihn ungewohnt vielen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen den entscheidenden Impuls aus. So wanderte er über Monate durch die Straßen dieser Weltmetropole und fotografierte, was er sah. So auch im Umfeld des Anschlags auf die Twin-Tower am 11. September 2001.“ (Dr. Enno Kaufhold, Fotohistoriker)

 

Thomas Bruns

„Architektur und öffentlicher Raum sind gleichzeitig auch die Austragungsorte politischer, sozialer und ökonomischer Kämpfe. Allzu offensichtlich sind die Verdrängungsprozesse und Verteilungskämpfe, die sich an Besitz, Nutzung, Funktion von Flächen und Bauten und an Miet- und Verkaufspreisen festmachen lassen. Jedes Nutzungskonzept für den städtischen Raum ist auch Ausdruck einer komplexen soziologischen Entwicklung und stellt gerade in Berlin immer auch historische Kontexte und kulturelle Prämissen zur Diskussion.“ (Maik Schlüter, Ausschnitt aus dem Text „Dokument und Desaster“)

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Zora Janković, Peter Torp





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Bild: Zora Jankovic, SK316, beton stahl, 52x76x28cm, 2016

10. April bis 12. Juni 2019

Zora Janković, Peter Torp

 

Zora Janković

“Ich beschäftige mich hauptsächlich mit Skulptur und Fotografie. Neben dem komplexen Arbeitsprozess interessiert mich bei den Betonkonstruktionen vor allem die dreidimensionale geometrische Ausformung, das architektonische Fragment und seine räumliche Struktur. Die Einheit von Konstruktion und Komposition von Material, Masse und Volumen sind wichtige Elemente meiner Arbeit.
Für meine fotografischen Arbeiten benutze ich das analoge SW Prinzip. Für die Serien, die in den letzten Jahren entstanden sind, habe ich mir verschiedene Raumkörper gebaut. Diese Körper zu variablen Kompositionen zusammengesetzt und gezielt ausgeleuchtet. Das fotografische Ergebniss sind durch Licht und Schatten stark abstrahierte zweidimensionale Arbeiten, die trotzdem noch ihre dreidimensionale Objektherkunft transportieren und an sie erinnern.” (Zora Janković, 2018)

„Was sich im öffentlichen Raum als brutalistische Baukunst identifizieren lässt, wird gemeinhin nur von einem Spezialisten-Grüppchen goutiert. Diese Genießer der langsam wieder in den Diskurs einfließenden klobigen architektonischen Zukunftsverheißungen haben uns immerhin die Augen geöffnet für die Spezifik jenes Stils und seine Verankerung in den Utopievorstellungen der Moderne.“  (Christoph Tannert, Ausschnitt aus dem Text: Zora Janković, Konkret)

Peter Torp

„Der allgemeine Grundfehler des Neurokonstruktivismus besteht darin, dass er nicht erkennt, dass es kein Problem ist, Tatsachen an sich zu erkennen.“…sagt Markus Gabriel. Er muss es wissen. Er lehrt Existenzphilosophie.
Dieser Satz sei vorangestellt, weil aus ihm über ein kompliziertes Verfahren, von dem hier aber gar nicht die Rede sein soll, ein Reiterstandbild entstand, welches Peter Torp zu zeigen gedenkt: Ein Wesen, von dessen Gehirn man so viel weiß, dass es in einem beträchtlichen Vakuum seines schwammigen Kopfes nur einen geringen Raum einnimmt, ist, einen Fisch reitend, mit Wasserinstallation beschäftigt. Dieser Fisch, so sagt es die Regel, sei “Shaun das Fisch”.

“Wenn Peter Torp miteinander verwobene Bilderrätsel zeichnet, arbeitet er mit Witz und Tiefsinn, voller Zusammenhänge und mit einem schier überbordendem Reichtum an Einfällen. Dabei halten genaue Beobachtung, intellektuelle Reflexion und abgründiger Humor mit den künstlerischen Möglichkeiten Schritt oder sind diesen ein immer neuer Ansporn. Viele seiner Arbeiten sind mit einem philosophischen oder wissenschaflichen Thema hinterlegt, dem sich Torp mit seinen bildnerischen Erfindungen nähert und dieses mit subjektiven Interpretationen einkreist, um es dann mit heiterer Gelassenheit in den Raum der Kunst zu entlassen.” (Erik Stephan, 2007)

Zora Janković wurde 1978 in Ljubljana, Slowenien geboren und lebt – nach mehrjärigem Aufenthalt in Italien – seit 2008 in Berlin. Sie studierte Fotografie, Design, Grafik und Bildhauerei in ihrer Geburtstsadt sowie in Rom, Venedig und Berlin. An der Kunsthochschule Weißensee erwarb sie 2015 ihr Diplom und ein Jahr später den Meisterschülerabschluss.

Peter Torp wurde 1954 in Schleswig-Holstein geboren, war in der Landwirtschaft tätig, bevor er mit einem Studium der Freien Kunst in Kiel den Schritt in die Kunst tat. Seit 2000 lebt er in Berlin.

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Fotos: Thomas Bruns

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ALLES II





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Bild: Uwe Jonas

23. Januar bis 3. April

mit:

Sonja Alhäuser – Michelle Alperin – Nándor Angstenberger – Martin Assig – bankleer – Heike Kati Barath – Jürgen Baumann – Michael Bause – Konstantin Bayer – Matias Bechtold – Kai-Annett Becker – Matthias Beckmann – Oliver van den Berg – Holger Biermann – Berthold Bock – Roland Boden – Patrick Borchers – Kai Bornhöft – Ivan Boskovic – Nick Bötticher – Benedikt Braun – Thomas Bruns – Matthew Burbidge – Sonja Burbidge – Astrid Busch – Dirk Busch – Kate McCabe – Alexander Callsen – Mahmut Celayir – Herbert De Colle – Marula di Como – Henrike Daum – Dellbrügge & de Moll – Anne Dettmer – Helmut Dick – Andreas Drewer – Irena Eden & Stijn Lernout – Manfred Eichhorn – Jürgen Eisenacher – Dana Engfer – Scott Clifford Evans – Frederik Foert – Enrico Freitag – Franziska Frey – Sabine Friesicke – Stella Geppert – Ingo Gerken – Katrin Glanz – Surya Gied – Thorsten Goldberg – Kerstin Gottschalk – Reinhold Gottwald – Michael Gumhold – Massoud Graf–Hachempour – Kim Dotty Hachmann – Ulrich Hakel – Heike Hamann – Lisa Haselbek – Gerhard Himmer – Annika Hippler – Birgit Hölmer – Ralf Homann – Stephan Homann – Irène Hug – Henrik Jacob – Gunilla Jähnichen – Zora Janković – Anna Jermolaewa – Uwe Jonas – Yuki Jungesblut – Martin Kaltwasser – Mi Jean Kang – Franco Kappl – Judith Karcheter – Veronika Kellndorfer – Werner Kernebeck – Yeon Ji Kim – R.J. Kirsch – Ulrike & Günther–Jürgen Klein – Andreas Knäbel – Andreas Koch – Folke Köbberling – Eva–Maria Kollischan – Karen Koltermann – Andreas Kotulla – Vanja Krajnc – Inge Krause – Carolina Kreusch – Annette Kuhl – Susanne Kutter – Verena Kyselka – Chantal Labinski – Pia Lanzinger – Michael Lapuks – Julia Lazarus – Seraphina Lenz – Pia Linz – Antonia Low – Enikö Márton – Matthias Mayer – Howard McCalebb – Manfred Michl – Penka Mincheva – Ulrike Mohr – Leo de Munk – Berit Myrebøe – Silvia Nettekoven – Gertrud Neuhaus – Sybille Neumeyer – Gabriele Obermaier – Wolfgang Obermair – Lorcan O’Byrne – Juergen O. Olbrich – Bea Otto – Jürgen Palmtag – Jürgen Paas – Roman Pfeffer – Andrea Pichl – Andreas Pinkow – Torsten Prothmann – Marcel Prüfert – Katja Pudor – Maria–Leena Räihälä – Thomas Rentmeister – Mirja Reuter – Hannes Ribartis – Tina Ribartis – Gerda Riechert – Kai Richter – Reneè Ridgway – Susanne Ring – Matthias Roth – Rasso Rottenfusser – Julia Sand – Maike Sander – Lena Inken Schaefer – Gisela Schattenburg – Claudia Schoemig – Iris Schomaker – Alexandra Schumacher – An Seebach – Olivia W. Seiling – Daniel Seiple – Spunk Seipel – Ekaterina Shapiro-Obermair – Kamil Sobolewski – Soyoung Shon – Jan–Peter E.R. Sonntag – Elisabeth Sonneck – Christina Speer – Petra Spielhagen – Anne Staszkiewicz – Christian Stock – Tommy Støckel – ststs – Sven Stuckenschmidt – Max Sudhues – Johanna Thompson – Thea Timm – Peter Torp – Lukas Troberg – Andrea Übelacker – Timm Ulrichs – Marcos Vidal – Line Wasner – Christine Weber – Albert Weis – Ute Weiss Leder – Markus Willeke – HS Winkler – Sezer Yigitoglu – Barbara Zenner – Christof Zwiener

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alles8 Fotos: Thomas Bruns

 

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Hans HS Winkler Radikal Amerika





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Bild: Irving Norman

7. November 2018 bis 15. Januar 2019

Radikal Amerika

Ende der 1960er Jahre schlossen sich, das Massensterben des Vietnamkriegs vor Augen, hunderttausende Menschen zusammen: Als Counter Culture attackierten sie überkommene amerikanische Werte, bürgerliche Moralvorstellungen und Umgangsformen, die als Ursache von Krieg und Rassendiskriminierung ausgemacht wurden.

Diese kulturelle Revolution wurde zur einflussreichsten Opposition in der Geschichte der USA, um dem kapitalistischen Amerika einen anderen, sozialen oder sozialistischen Gesellschaftsentwurf entgegenzusetzen.

In der Ausstellung im studio im HOCHHAUS wird eine Installation zu sehen sein, in der es vor allem um Arbeiten von KünstlerInnen der US-Westküste des 20. Jahrhunderts geht, die durch ihr politisches Engagement wegweisend für spätere Generationen wurden oder noch sein könnten.

Zudem ist eine Rekonstruktion der „Slant Step Show“ zu sehen: Eine von Geschichten und Mythen besetzte Ausstellung, von der es „nur“ noch Erzählungen und Interviews beteiligter Künstler wie William Wiley gibt, welcher das notwendige Verschwinden von „Markt“-Kunst thematisiert.

 

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Jesper Dyrehauge, Birgit Hölmer





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Bild: Birgit Hölmer

Jesper Dyrehauge, Birgit Hölmer

Ausstellungseröffnung: Dienstag | 28. August 2018 | 19 Uhr
Ausstellung vom 29. August bis 30. Oktober 2018

 

Birgit Hölmer
In einer Druckerei, in der solche Sticker auf großen Bögen ausgeprintet werden, holt Birgit Hölmer die Abschnitte, die beim zurechtschneiden der Bögen entstehen und die sonst im Abfall landen oder vielleicht recycelt würden, regelmäßig ab und füllt mit ihnen die Ladefläche ihres Autos. So hat sie ihr Material stets parat, wenn sie sich als motorisierte Flaneurin auf die Suche nach geeigneten Orten für neue CUTS begibt.
Was Birgit Hölmer auf die Fenster klebt, ist von großer Variationsbreite. Häufig stehen kreisförmige Strukturen im Mittelpunkt, wobei oft ein Loch in der Mitte eine Beschädigung der Scheibe suggeriert. Immer wieder finden sich jedoch auch rechteckige Gebilde, die sich aus eng nebeneinanderliegenden geraden Streifen ergeben. Während manche Formationen als reine Abstraktionen erscheinen, erinnern andere an Spinnen- oder andere Netze oder an Vorhänge. Oft konzentriert sich der CUT auf eine große, mehr oder weniger komplexe Einzelform, manchmal verteilen sich auch kleinere Elemente über die Scheibe. (Ludwig Seyfarth)

Bild: Jesper Dyrehauge, no title, 2018, 195×160

Jesper Dyrehauge

Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat Dyrehauge eine einzigartige Methode und Philosophie entwickelt, die versucht, die Konventionen der traditionellen Malerei in Frage zu stellen. Mit perfekt geschnittenen Karotten als „Pinsel” stanzt Dyrehauge seine rohen Leinwände mit monochromen Farbpunkten in minutiöse Raster. Nur mit Hilfe seiner Augen als Messwerkzeug, seiner visuellen Erinnerung und einer stringenten Anwendungstechnik gestaltet und schichtet Dyrehauge seine Leinwände mit ausgedehnten gepunkteten Mustern. Sie unterscheiden sich nur geringfügig in Farbe und Komposition: Individualität. (Aukje Lepoutre Ravn)

„Das Karotten-Stempeln ist für mich eine Möglichkeit, den vorherrschenden Hierarchien und Erzählungen der traditionellen Malerei zu entfliehen”, erklärt der Künstler. „Indem ich Elemente des Zufalls, des Irrtums und des Humors in meiner Arbeit zulasse, kann ich zeigen, dass Malerei in einem fließenden, nicht kategorisierten und nicht-hierarchischen Zustand existiert – in einem ‘Dazwischen’.“

Fotos: Thomas Buns

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