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Sabine Friesicke, Inge Krause

19. Juni - 22 August 2018





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Zeit Zeichen

Sabine Friesicke
In meiner neuen Rauminstallation „ Islands of time“ (2017/2018) geht es um Zeit.
Das Metronom schlägt im Sekundentakt, während Linien auf gefundenen und zerkleinerten Papieren (meist Rückseiten meiner alten Zeichnungen), entstehen. Ich zeichne mit der Hand und benutzte schwarze und weisse Tusche, Gouache, Wasserfarbe oder Graphit.
Die Linien sind von begrenzter Zeit, werden nach einer Minute abgebrochen. Diese kleinen Zeichnungen füge ich in Kollagen zusammen: Zufälle, überlagerte Zeit, dichte Zeit, unsichtbare Zeit, Zeiträume. So entstehen die Zeitinseln. Angebracht direkt an die Wand wird diese als Bildträger mit einbezogen. Jede „Insel“ steht für sich. Als Gruppe an der Wand gehen sie eine Wechselwirkung ein und durch ihre Ausdehnung in den Raum können sie abgeschritten werden. Sie fordern den Betrachter auf, dicht an sie heranzutreten und aus der Nähe zu schauen. (Sabine Friesicke, April 2018)

Inge Krause
Die Motive meiner Zeichnungen entstammen überwiegend der Tagespresse. In der umfangreichen Arbeit ohne Titel (SZ August 2007 bis April 2008) habe ich beispielsweise über neun Monate das Titelfoto der Süddeutschen Zeitung immer am Tag ihres Erscheinens gezeichnet. Dabei wurden die Vorlagen zeichnerisch so umgesetzt, dass die öffentlichen Bilder durch gezielte Unschärfe  ins Abstrakte gelenkt werden, um ihnen eine Relevanz zu geben, die über das tagespolitische Ereignis hinausreicht. (Inge Krause, April 2018)

Sabine Friesicke, geboren in Hamburg, lebt in Berlin und New York.
Nach ihrem Studium der Freien Kunst in Hamburg an der HfBK lebte und arbeitete sie von 1988 bis 2015 in NYC, USA. Nach dem Studium folgten sowohl Einzel- als auch Gruppenausstellungen in New York City, NY, Philadelphia, PA, Spanien und in Berlin. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, wie u.a. im Brooklyn Museum, NY, Harvard University Art Museum, Cambridge, MA, im Davis Museum, Wellesley College, MA, im UCLA Hammer Museum, Los Angeles, CA, im New Mexico Museum of Art, Santa Fe, NM und im Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin.

Inge Krause studierte von 1988 bis 1995 an der Hochschule bildende Künste in Hamburg bei Stanley Brouwn und Gotthard Graubner. Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen und Preise: 1996 Arbeitsstipendium für bildende Kunst in Hamburg, 2002 Studienaufenthalt in der Casa Baldi in Olevano Romano in Italien, 2013 HAP-Grieshaber-Preis der VG-Bildkunst. Ihre Arbeiten wurden im In- und Ausland gezeigt und sind in zahlreichen privaten Sammlungen vertreten.

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Konstantin Bayer, Frederik Foert

11. April bis 13. Juni 2018





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High Rise – Low Fidelity

Es geht hoch hinaus; mit einfachen Mitteln. Alles ist in Bewegung und trotz dem Ernst der Lage haben Konstantin Bayer und Frederik Foert das Gespür für den Humor nicht verloren. Hier ein ironischer Wink auf die Konsumkultur, dort ein Blick auf die Deutsch-Chinesische Freundschaft, sowohl die Neuinterpretation eines Filmklassikers als auch die Verarbeitung von Umweltthematiken finden ihren Platz in High Rise – Low Fidelity. Motoren, Diskokugeln, Großwildkatzen, Papageien, thermoaktive Farben, Spiegel und Laser, Strass besetzte Taschen und Live Videoloops, Möbelstücke, Alltagsmythen… kurz – Mozart und Wagner, aber auch Dire Straits und Gitte!

Am Ende aber doch ein Panoptikum, das wie das Studio im Hochhaus nicht den Boden unter den Füßen verliert, aber uns das Alltägliche in neuem Licht erscheinen läßt.

Fotos: Thomas Bruns

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ALLES!

23. Januar bis 4. April 2018





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ALLES!

Mit:
Wolfgang Aichner – Sonja Alhäuser – Michelle Alperin – bankleer – Heike Kati Barath – Horst Bartnig – Hanna Baumann – Jürgen Baumann – Michael Bause – Konstantin Bayer – Matias Bechtold – Kai–Annett Becker – Matthias Beckmann – Holger Biermann – Roland Boden – Manuel Bonik – Patrick Borchers – Ivan Boskovic – Nick Bötticher – Ingmar Bruhn – Matthew Burbidge – Astrid Busch – Dirk Busch – Alexander Callsen – Salomé Chkheidze-Mohs – Marula di Como – Henrike Daum – Dellbrügge & de Moll – Anne Dettmer – Helmut Dick – Birgit Dunkel – Jesper Dyrehauge – Irena Eden & Stijn Lernout – Manfred Eichhorn – Jürgen Eisenacher – Dana Engfer – Scott Clifford Evans – Frederik Foert – Franziska Frey – Erik Göngrich – Francis Gomila – Stella Geppert – Ingo Gerken – Katrin Glanz – Surya Gied – Thorsten Goldberg – Reinhold Gottwald – Massoud Graf–Hachempour – Kim Dotty Hachmann – Ulrich Hakel – Heike Hamann – Lisa Haselbek – Michael Hauffen – Tina Isabella Hild – Gerhard Himmer – Annika Hippler – Alekos Hofstetter – Birgit Hölmer – Ralf Homann – Irène Hug – Anja Ibsch – Gabriele Jerke – Anna Jermolaewa – Uwe Jonas – Yuki Jungesblut – Martin Kaltwasser – Franco Kappl – Judith Karcheter – Veronika Kellndorfer – Werner Kernebeck – R.J. Kirsch – Ulrike & Günther–Jürgen Klein – Andreas Knäbel – Win Knowlton – Eva–Maria Kollischan – Karen Koltermann – Inge Krause – Annette Kuhl – Susanne Kutter – Pia Lanzinger – Michael Lapuks – Julia Lazarus – Seraphina Lenz – LEO – Martin Lutz – Enikö Márton – Matthias Mayer – Penka Mincheva – Manfred Michl – Ulrike Mohr – Leo de Munk – Berit Myrebøe – Gertrud Neuhaus – Gabriele Obermaier – Lorcan O’Byrne – Juergen O. Olbrich – Bea Otto – Juergen Palmtag – Jürgen Paas – Günther Pedrotti – Roman Pfeffer – Pfelder – Andrea Pichl – Agnes Prammer – Torsten Prothmann – Maria–Leena Räihälä – Thomas Rentmeister – Mirja Reuter – Kai Richter – Reneè Ridgway – India Roper–Evans – Matthias Roth – Rasso Rottenfusser – Maike Sander – Matthias Schamp – Lena Inken Schaefer – Gisela Schattenburg – Claudia Schoemig – Iris Schomaker – Sonya Schönberger – Alexandra Schumacher – Olivia W. Seiling – Daniel Seiple – Spunk Seipel – Johanna Smiatek – Jan–Peter E.R. Sonntag – Elisabeth Sonneck – Christina Speer – Petra Spielhagen – Ute Sroka – Anne Staszkiewicz – Christian Stock – ststs – Sven Stuckenschmidt – Max Sudhues – Thea Timm – Roel van Timmeren – Peter Torp – Tim Trantenroth – Andrea Überlacker –Timm Ulrichs – Christine Weber – Albert Weis – Katharina Weishäupl – Markus Willeke – HS Winkler – Simone Zaugg – Barbara Zenner – Christof Zwiener

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ALLES2 ALLES1 ALLES6 Fotos: Thomas Bruns

 

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Seraphina Lenz, Sonya Schönberger

7. November 2017 bis 17. Januar 2018





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Seraphina Lenz, Sonya Schönberger

Vollkomfort

 

Die Ausstellung zeig die Ergebnisse der Recherche von Sonya Schönberger, die in diesem Jahr die Bewohnerinnen der Zingster Straße 25 befragt hat und einen Überblick über die partizipativen Arbeiten von Seraphina Lenz. Die Ausstellung „Vollkomfort“ liefert so einen Einblick in die parizipative Kunst.

Seraphina Lenz

Seit 1999 ist die Stadt Ort und Thema der Arbeit von Seraphina Lenz. In jenem Jahr schnitt sie das Wort „Wollnashörner“ aus einer Rasenfläche im Berliner Körnerpark aus. Gras und Gänseblümchen, die einige Wochen nicht gemäht worden waren, blieben als monumentaler Schriftzug stehen, während sie die Negativform minutiös mit einem Kantenschneider wegrasierte. Diese erste öffentliche Arbeit dauerte viele Tage und führte zu der Entdeckung, dass öffentliches Arbeiten Passanten zu Kommentaren herausfordert. Mehr noch: man konnte überraschende Gespräche zu ortsbezogenen Themen beginnen.

Die performativen Interventionen, die Seraphina Lenz seither für den Stadtraum entwickelt sind Vorschläge für Veränderung. Sie machen die Formbarkeit des städtischen Raums sichtbar und stellen eine Öffentlichkeit her, in der die Gestaltung des gemeinsam genutzten Raums thematisiert werden kann. Die Arbeiten haben den Charakter von Produktionen, an denen ein Team von eingeladenen Künstlern und eine Gruppe von Anwohnern mitarbeiten.

Für die grüne Nacht (Areale Neukölln 2001) bat die Künstlerin in einer mehrwöchigen Informationskampagne die Bewohnerinnen und Bewohner eines 23-stöckigen Hochhauses, für eine Nacht in den Lampen ihrer Wohnungen grüne Glühlampen zu installieren. Am Ende entstand aus den Privaträumen heraus durch die gleichzeitige minimale Handlung ein signalartiges öffentliches Bild.

Mit der Werkstatt für Veränderung realisierte sie ihr, vom Bezirksamt Neukölln durch einen Wettbewerb beauftragtes, Gestaltungskonzept für den Carl-Weder-Park. Es beschreibt die Benutzung der Fläche als einen plastisch-gestalterischen Vorgang. Die künstlerische Intervention bestand darin, über ein ganzes Jahrzehnt jeden Sommer eine Verwandlung der Parkanlage zu gestalten. Jenseits einer vordergründigen Nützlichkeit wurden verschiedene Nutzungsmöglichkeiten ausprobiert. So wurde der Park unter anderem zur Pferdekoppel, zum Gemüsegarten, zum nächtlichen Lesesaal und zum Filmset. Im Laufe der Jahre zeigte sich in diesen Arbeiten verstärkt die Bedeutung des Stadtraums als Aufführungsort.

Im jüngsten Projekt Anspiel interessierte sich Seraphina Lenz für die Perspektive der Anwohner auf die Internationale Gartenausstellung 2017 in Marzahn Hellersdorf. Auf Einladung zum kuratierten Kunstverfahren der IGA recherchierte sie von 2013 bis 2016 im Bezirk. Daraus entstand das Anspiel-Ensemble mit 16 ortsansässigen Protagonisten. Ein knappes Jahr wurde wöchentlich geprobt und diskutiert. Mit der Schauspielerin und Regisseurin Anja Scheffer und dem Ensemble realisierte die Künstlerin eine Performance, die das städtische Umfeld mit historischen und aktuellen Aspekten in der Gartenausstellung aufführte. Das Ensemble bewegte sich über das Gelände, nahm Raum ein, stand im Weg, bildete Soundduschen und dialogische Chöre. Ein DDR-Museum auf Rollen begleitete das Stück.

Sonya Schönberger

Auf dem VIII. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) 1971 verkündete der Generalsekretär des Zentralkomitees der SED und Staatsratsvorsitzende der DDR Erich Honecker das Vorhaben, durch die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik das materielle und kulturelle Lebensniveau der Menschen zu erhöhen. Dazu gehörte auch ein Wohnungsbauprogramm, das bis 1990 angemessenen Wohnraum für alle DDR-Bürger*innen schaffen sollte. Mittels industrieller Technologien wie der Plattenbauweise wurden bessere materielle Voraussetzungen für eine höhere Bauleistung geschaffen und die benötigte soziale Infrastruktur für die neu entstehenden Bezirke von Anfang an mitgeplant. In der Folge dieser Planung entstand auch Neu-Hohenschönhausen. Am 9. Februar 1984 legte Honecker in der Barther Straße 3 den Grundstein zu der neuen Großraumsiedlung. Damals war das Gebiet zwischen den nördlich gelegenen Dörfern Falkenberg, Malchow und Wartenberg und dem südlichen Alt-Hohenschönhausen eine Gegend mit Rieselfeldern und bot viel Raum für den versprochenen Einsatz gegen die Wohnungsnot. Rund 30.000 Wohnungen für 90.000 Menschen entstanden in den fünf Folgejahren.

Die Künstlerin Sonya Schönberger, selber in Berlin-Kreuzberg wohnend, begab sich im Sommer 2017 in diese vermeintliche Fremde, einem Teil von Berlin, den sie zuvor nicht bewusst betrachtet hatte. Sie wollte wissen, wie man dort lebt, wie man sich fühlt in Bezug auf den Rest der Stadt, wie sich dort die Generationen und verschiedenen Kulturen begegnen, wie man sich an die DDR erinnert und die Wende erlebt hat.

25 Interviews hat sie mit Bewohner*innen des Hauses Zingster Straße 25 geführt, in dem sich auch die kommunale Galerie studio im HOCHHAUS befindet. Zingster Straße 25 ist auch der Titel des Interviewbuches, das in Kooperation mit der Galerie und dem Verlag „Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt“ entstand.

Fotos: Thomas Bruns

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Thorsten Goldberg / Martin Kaltwasser

29. August - 1. November 2017





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Shelter
oder: Jeder Anfang ist ein Tisch

Martin Kaltwasser zeigt ein Originalexemplar und Fotos seiner selbstgebastelten Baubuden, die ihm als fundamental wichtigste Infrastruktur seiner Kunstprojekte im öffentlichen Raum dienen. Sie stellen eine Extremform temporärer No-Budget-Architektur dar, die höchste Funktionalität, geringsten baulichen Aufwand und höchste Wiederverwendbarkeit vereinen und als Werkbank, Lagerraum, Regenschutz, Pausenraum, Garderobe, Bauleitungsbüro,  Informationspavillon, Treffpunkt und Besprechungsraum etc. dienen. Sie sind minutenschnell ohne jegliche Vorplanung mit dem gerade zur Verfügung stehenden Material gebaut und lassen sich sekundenschnell an- und umbauen. Diese Baubuden sind Zentrum und Heimat. Einen ebensolchen Ort bilden die To-Do-Listen, die täglich neu verfasst werden. Sie sind inmitten von prekärem Leben, stets beruflich benötigter Extremflexibilität, kreativem Schaffen, Ideenflut und Privatleben eine zweite Heimat.

Träume von Räumen

Der Fußboden in Lichtenberg“ ist eine genaue textliche Beschreibung des Fußboden-Fliesenmusters im Bad einer Wohnung in Lichtenberg, in der Thorsten Goldberg einige Tage gewohnt hat.
Zimmerreisen dienen der Erkundung und Affirmation von Ordnungen. Wie alle Reisen von Gullivers bis Jules Vernes mathematisch genauer Umrundung der Erde sind sie Erkundungen von Ordnungen und dienen letztlich ihrer Stabilisierung. Die akribische Bestandsaufnahme lässt keine Fliese und keine Ecke aus – der Leser folgt der Beschreibung, als würde er selber im Bad auf und ab gehend, die Fliesen Zeile für Zeile lesen. Die Darstellung des Textes an der Wand, macht es notwendig, beim Lesen ebenso auf und ab zu gehen und den Text Zeile für Zeile zu lesen.

Das Hörstück „As the Crow flies“, das über Kopfhörer zu hören ist, erzählt in ähnlich zurückhaltender Art, wie eine Anleitung von einer ebenso linearen Reise durch einen ganz anderen Raum:

Es ist eine Reisebeschreibung möglichst genau entlang des 54. Breitengrades 4 Minuten.

Sie beginnt mit: „View over the beach and bay – turn around and Head northwest …“  an der Ostseeküste in Schleswig-Holstein und endet nach fast 10.000 km an der kanadischen Pazifikküste mit: „Turn left and follow 14.4 km Unknown road along the north beach of Charlotte Island: Agate Beach, Yakoun Point. Continue to Tow Hill: oceanview north over Rose Spit.“

In beiden Geschichten wird Raum durch das Aneinanderreihen von Punkten beschrieben. Wie eine Anleitung zum Nachmachen werden die Punkte detailliert beschrieben aber durch keine Bilder belegt, außer denen, die im Kopf des Lesers oder Hörers entstehen.

Die fotografierten Hotelbetten und Matratzen und Sofas bei Freunden und Bekannten sind – obwohl eigentlich Orte zum Ausruhen und Träumen, an denen die Reise zum Stillstand kommt – Teil einer eigenen langen Reise. Hotelzimmer wollen so etwas wie ein provisorisches Zuhause auf Reisen bieten. Stereotype Gemütlichkeit hier, ein schnell bezogenes Sofa dort – sie sind über Jahre, in denen Hotel- und Gästezimmer zumindest zeitlich mehr Zuhause als die eigene Wohnung war, gesammelt.

Fotos: Thomas Bruns

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bankleer / Dellbrügge & de Moll

13. Juni bis 23. August





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bankleer

Dekompostition (Dung Dung)

Mit unserer Arbeit Dekompostition (Dung Dung), reflektieren wir die gesellschaftliche Strömung aus Utopisten, Sonderlingen und Sektierer_innen, die am Ende des 19. Jhd. begonnen haben Siedlungen, Landkommunen und Kolonien zu gründen. Motiviert durch Ablehnung des Kapitalismus und das Sehnen nach einer neuen Welt entstand eine Vielzahl unterschiedlicher Ansiedlungen auch um Berlin wie Gildenhall, Wolterdorf, Marienhöhe, Eden, Motzener See, Tiefensee, oder Bornim. Allen gemeinsam ist der Versuch, existentielle, genossenschaftliche und ideelle Werte zu verbinden, was meist an der harten Realität scheiterte. Uns interessieren die Substanzen/Abfälle, die von diesen gescheiterten Daseinsmodellen übrig geblieben, dem formlosen preisgegeben und ohne Bedürfnis nach Autorität – im Halbdunkel verfallen. In den Lücken zwischen Vergangenheit und Zukunft dieser Bewegungen suchen wir nach schlummernden Resten, die es zu erhellen lohnt.

Dellbrügge & de Moll

Es ist nicht wahr

Das Staatsatelier Arno Breker in Berlin-Grunewald ist ein Tatort. Noch ehe der Umbau Berlins zur Reichshauptstadt begonnen hatte, übersetzte hier der Dekorateur der Macht Arno Breker die nationalsozialistische Ideologie in ein monumentales Bildprogramm für Germania.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs überließ der Berliner Magistrat 1949 Brekers Meisterschüler und Protegé Bernhard Heiliger den Ostflügel des Staatsateliers auf Lebenszeit. Dieser distanzierte sich nach dem Krieg von seinem Förderer und verdrängte zeitlebens die Nähe zu Breker, unter dem er während des

NS-Regimes acht Jahre lang gearbeitet hatte. Auch das verhinderte eine kritische Auseinandersetzung mit dem Entstehungskontext des Staatsateliers.

Im mittlerweile sogenannten „Atelierhaus Käuzchensteig“, mieteten Dellbrügge & de Moll im Rahmen des Berliner Atelierprogramms 2001 eines der acht Einzelateliers, zu denen der Berliner Senat in den 1970er Jahren den monumentalen Haupttrakt umfunktioniert hatte.

2011 erwirkte die Bernhard-Heiliger-Stiftung mit Oberbürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit die Beendigung des Atelierprogramms. Gegen den Widerstand der Künstler erfolgte der Rückbau des Staatsateliers und Berlin überließ der Stiftung mit der Immobilie auch die Nutzungshoheit für ein Privatmuseum, das im Juni 2015 als „Kunsthaus Dahlem“ eröffnete.

Im gleichen Jahr nahmen Dellbrügge & de Moll eine Einladung des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark zum Anlass, um zu den nationalsozialistischen Wurzeln des Staatsateliers zurückzugehen und den Kontinuitäten in die Gegenwart zu folgen. Als Ergebnis ihrer Recherchen veröffentlichten sie das Buch

Das Monumentale ist meine Krankheit.*“ mit Quellentexten von Protagonisten des NS-Regimes zur Kunst, sowie Architekturzeichnungen des Staatsateliers Arno Breker nach Originalplänen von Hans Freese, ISBN 978-3-902-09572-5

Im studio im Hochhaus zeigen Dellbrügge & de Moll unter anderem das Architekturmodell des Staatsateliers Arno Breker.

Fotos: Thomas Bruns

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Karin Kasböck und Christoph Maria Leitner arbeiten seit 1999 unter dem Namen bankleer als Künstlerduo in Berlin. Ausgehend von Performances und Happenings im öffentlichen Raum wie in Kunstinstitutionen produzieren sie dokufiktionale Videos, Objekte und raumgreifende Installationen zu gesellschaftlichen Verwerfungen und Transformationsprozessen. Ausstellungen und Aufführungen gehen ineinander über.

Dellbrügge & de Moll arbeiten seit 1984 zusammen. Bauen und Abreißen, Rekonstruieren und Versetzen, Öffnen und Begrenzen, Tilgen und Benennen sind eine Frage von Aushandlung. Unsere urbane Umwelt ist ein vorläufiges Ergebnis von Kommunikation. Dellbrügge & de Moll verhandeln die Konstitution von Räumen und die Auseinandersetzung um Definitionshoheit.

 

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Sonja Alhäuser, Heike Kati Barath

11. April - 7. Juni 2017





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Ein Rest bleibt immer

Sonja Alhäuser und Heike Kati Barath, zwei in Berlin lebende Künstlerinnen, sind mit ihrer Ausstellung „Ein Rest bleibt immer“ zu Gast im Hochaus.

Seit ca. 20 Jahren verbindet sie eine Freundschaft, die immer wieder zu einem intensiven Dialog in Form von künstlerischen Gemeinschaftsarbeiten geführt hat.

Im Hochhaus werden Skulpturen aus Margarine und Schokolade und eine Malerei-Installation zu sehen sein.

Zentrum der Ausstellung ist ein Tisch. Hier kommen sowohl Objekte als auch Papierarbeiten der Künstlerinnen zusammen, die den Prozess der Kommunikation fortsetzen, eine ganz eigene Sammlung von Ideenfetzen, Denkmustern, Aufzeichnungen zum Tagesgeschehen und Persönlichem.

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Kai Richter, Tommy Støckel

31. Januar bis 5. April 2017





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“Construction Time Again” bearbeitet, vorgefundene und genormte Hilfsmaterialien.

Kai Richter baute für die Ausstellung eine für die vorgefundenen Räumlichkeiten entwickelte begehbare Skulptur. Als Materialien dienten, ähnlich wie bei  Tommy Støckel, allerdings noch aus der “alten” analogen Welt bekannte normierte, vorgefertigte Hilfsmittel, die überall im städtischen Raum auf Baustellen zu finden sind. Als eine Referenz und im Kontext der Kunstgeschichte ist die (fast) zweidimensionale Arbeit im ersten Raum, “schwarzes Dreieck”, zu verstehen, die mit den
gleichen Materialien ein Bild erschafft.

Bei Tommy Støckel handelt es sich um 3-D Objekte, die im Internet der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Die Konstruktionsdaten können leicht mittels eines 3 D-Druckers ausgedruckt und verwendet werden. Bei den ausgestellten Objekten handelt es sich um (vergrößerte) Ersatzteile für 3D-Drucker. Theoretisch kann sich so ein 3D-Drucker selbst duplizieren. Tommy Støckel wählt die Objekte nach ihrer skulpturalen Brauchbarkeit aus und untersucht sie gleichzeitig auf die Möglichkeit, sie als Buchstaben und Ziffern einsetzen zu können.

Kai Richter, geboren 1969 in München, lebt in Düsseldorf. Er studierte Freie Kunst an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf.
Seine ortsspezifischen Skulpturen wurden unter anderem im Museum Bochum, der Bundeskunsthalle Bonn, dem Museum ikob in Belgien, den Kunsthallen Nürnberg und Mannheim, den Kunstvereinen Leverkusen und Mönchengladbach und dem Museum für konkrete Kunst in Ingolstadt gezeigt.

Tommy Støckel, 1972 in Kopenhagen geboren, studierte an der Königlichen Dänischen Kunstakademie. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Einzelausstellungen u. a. im Frankfurter Kunstverein (2006), im Arnolfini, Bristol (2009), im SMART Project Space, Amsterdam (2010) und in der Kunsthalle São Paulo (2013). 2016 nahm er an der Gwangju Biennale in Südkorea teil. Sein Buch STUDIO FONT erschien bei infinite greyscale Verlag.

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Köbberling, Rottenfußer, Weis, Weishäupl

29. November 2016 bis 25. Januar 2017





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W O H N E N II

Folke Köbberling, Rasso Rottenfußer, Albert Weis, Katharina Weishäupl

Ein kooperatives Ausstellungsvorhaben zwischen Berliner Peripherie und Münchner Zentrum

Künstlerinnen und Künstler sind immer wichtige Akteure des Immobilienmarktes. Vermieter freuen sich auf verlässliche Mieten für aus dem Markt gefallene Objekte, die durch die Kunst mit geringsten Mitteln grundverwertet werden können. Gelten Kreative für die einen als geübte Scouts zukünftig attraktiver Stadtquartiere, warnen andere vor ihren Ateliers als frühes Kennzeichen einer bevorstehenden Gentrifizierung. Sie wiederum treibt der Stadt dann die Kuntschaffenden aus oder marginalisiert sie an den Rand. Die Beschäftigung mit dem Wandel der Städte scheint deshalb im ureigensten Interesse der Künstlerinnen und Künstler zu liegen. Die simple Frage nach dem „Wie wollen wir in Zukunft wohnen?“, wird wieder zu der Frage, die schon immer mitgemeint war: „Wo?“ – und nicht zuletzt: „Wem gehört die Stadt?” Mit Blick auf ihren bewohnbaren Raum entwickelte sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Wohnen zum “Asset”. Dadurch reduziert sich der Wohnort auf die Lage, die wiederum eine Erzählung des individuellen Selbst repräsentiert. Ein Wandel, der das Produkt Wohnen als wichtige Errungenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts zunehmend entkernt. Bei der Ausstellung “Wohnen” kooperiert zum ersten Mal das kommunale “Studio im Hochhaus” am Stadtrand der Metropole Berlin mit dem im Herzen Münchens aktiven Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten am Stachus. Jeweils zwei Münchner und zwei Berliner Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen in der zweiteiligen Ausstellung sich dem Wohnen zwischen Zentrum und Peripherie zu widmen. 1. Teil (München): Donnerstag, 30. Juni bis Sonntag, 24. Juli 2016; 2. Teil (Berlin): Dienstag 29. November 2016 bis Mittwoch, 25. Januar 2017.

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Timm Ulrichs

29. August bis 9. November 2016





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Timm Ulrichs

Der Pionier der Konzeptkunst und vor allem Selbstdarsteller – aber in seiner Selbstpräsentation nie ichbezogen, sondern immer die Betrachter einbeziehend. Dieser „Totalkünstler“ zeigt im studio im HOCHHAUS einige beispielhafte Werke seines reichhaltigen Schaffens aus der nun über 50-jährigen Arbeit. Timm Ulrichs, der Wegbereiter der Konzeptkunst in Deutschland, hat vieles vorgedacht und -geführt, und Generationen von Künster_innen beeinflusst.

Timm Ulrichs, *1940 in Berlin. Bereits 1961 gründete Ulrichs eine „Werbezentrale für Totalkunst & Banalismus“ mit „Zimmer-Galerie & Zimmer-Theater“. Als „Totalkünstler“ ist Ulrichs seit 1959 aktiv. Weiterhin erklärte er sich 1961 zum „ersten lebenden Kunstwerk“ und organisierte 1966 eine öffentliche „Selbstausstellung“ in Frankfurt am Main. Ulrichs war von 1972 bis 2005 Professor für Bildhauerei und Totalkunst am Institut für Kunsterzieher Münster (seit 1987 Staatliche Kunstakademie Münster). 1977 war er Teilnehmer der Documenta 6 in Kassel. Testamentarisch erklärte Timm Ulrichs seine Bereitschaft, sich nach seinem Tod in der Kasseler Künstler-Nekropole bestatten zu lassen.

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