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Was ist möglich?





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Was ist möglich?

Der Architekturbereich wird sich dieses Jahr mit den Möglichkeiten beschäftigen, die uns noch bleiben oder wenigstens theoretisch zur Verfügung stehen. Seit Jahren nun steigen die Mieten und Kaufpreise für Wohnungen (und Gewerbe) in immer schwindelerregende Höhen und das Angebot an (noch) bezahlbaren Unterkünften wird immer knapper und zum Teil unerreichbarer. Auch für diejenigen die eine Wohnung haben, wird es immer schwieriger die steigenden Mieten zu bezahlen und mit der Angst umzugehen die Wohnung zu verlieren, aus welchen Gründen auch immer. Demzufolge nimmt das Thema Wohnen einen immer breiteren Raum im täglichen Leben ein, ohne das Lösungen in Sicht wären. Wir wollen nun nach Möglichkeiten suchen, die bereits irgendwo auf der Welt realisiert wurden und uns Beispielhaft einen Weg weisen könnten, oder vielleicht auch nur utopische bis theoretische Überlegungen die Lösungen aufzeigen.

Hier kehren wir wieder zurück und zeigen die Idee von Elemental, die 2010 mit Villa Verde in Chile eine Siedlung bauten die von den Bewohner*innen zuende gebaut werden konnte, wodurch eine doppelt so große Wohnfläche realisiert werden konnte. Die Villa Verde von Elemental, eine Reihenhaussiedlung in Chile, zeigt, wie es möglich ist, durch den Einsatz von Selbsthilfe, ein größeres Raumangebot zu schaffen. Für die Architekten stellte sich die Frage, wie sie den angenommenen Bedarf von ca. 80 qm für eine Familie mit den vorhandenen Geldern decken kann, die nur für 40 qm ausreichen. Die einfache wie geniale Idee war es, die Hälfte fertig zu bauen, für die andere aber die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen (Boden, Dach, Balken für das Geschoss). Die Erdbebenopfer, für die diese Reihenhaussiedlung gebaut wurde, konnte so die andere Hälfte selbst fertig stellen, je nachdem wie viele Mittel sie zur Verfügung hatten dauerte dies unterschiedlich lange.

Im Mittelpunkt stehen aber zuerst einmal “Hütten”, aus aktuellem Anlass schauen wir auf die großartige Ausstellung “Das wachsende Haus” des Stadtbaurats Martin Wagner, die 1932 in Berlin stattfand. Hier wurden Entwürfe für kleine Häuser, sie sehen sehr nach Schrebergarten aus, vorgestellt, die sich den wandelnden Bedürfnissen der Bewohner*innen anpassen und meist in drei Schritten vergrößert werden konnten. Ein Ansatz der gerade stark in der Diskussion ist, aber auch das Potenzial der Entwürfe, die durch ihre Einfachheit eine große Möglichkeit an Selbsthilfe beinhalte, macht eine Wiedervorlage sinnvoll. Hinzu kommt die Möglichkeit eines der Häuser besichtigen zu können, da der studentische Nachbau des später von Mies van der Rohe aufgegriffenen Entwurfes von Ludwig Hilberseimer im Laufe dieses Jahres Station an eben diesem in Lichtenberg macht.

Auch werden wir uns mit Balkrishna Doshi beschäftigen, erst mit den Projekten die günstigen Wohnraum schufen, etwa Aranya, und Ende des Jahres dann mit der Ausstellung von Annette Kisling, Jens Franke und Leonard Wertgen sowie der intensiven Bespielung des Architekturraumes mit Projekten von Balkrishna Doshi.