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Im Zentrum der eigenen Peripherie





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Bild: Emma W. Howes, Im Zentrum der eigenen Peripherie, 2019 (Foto: Uwe Jonas)

Im Zentrum der eigenen Peripherie

Sechs Performances 2020

Seit 2018 haben die Künstlerin Anja Ibsch und die Kuratorin Teena Lange eine für die kommunale Galerie studio im HOCHHAUS entwickelte Reihe von 12 Performances kuratiert und realisiert, diese wird 2020 mit sechs weiteren außergewöhnlichen Künstler*innen weitergeführt.

Sich im Zentrum der eigenen Peripherie zu bewegen legt den Schwerpunkt auf die Distanz zum eigenen Selbst. So muss nicht jeder Akt, nicht jede (performative) Tat das eigene Selbst ins Zentrum stellen. Die eingeladenen Künstler*innen werden angeregt, sich in Performances als Kunst mit dieser Perspektive auseinanderzusetzen und dabei die besondere Lage, Aktualität und Geschichte des studio im HOCHHAUS mit einzubeziehen.

Ein Diskurs über (nicht) geschehene, (nicht) gesehene Handlungen entfaltet sich.

Was ist zentral, was ist un_angemessen und wo beginnt eigentlich die Peripherie?

Wie bereits 2018 und 2019 wird die anschließende gemeinsame Reflexion, der Artist Talk, eine wesentliche Komponente der Veranstaltungsreihe sein. Die Galerieräume könnten und werden dabei immer peripher verlassen werden.

Mit anschließender moderierter Gesprächsrunde, immer dienstags, 19 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Ausstellungsfonds Kommunale Galerien

 

#1 Dienstag, 17. März 2020 Anaïs Héraud-Louisadat

Winterschlaf der Störche

Anaïs Héraud-Louisadat entwickelt ihre künstlerische Arbeit zwischen Performance und Bildender Kunst. Die Performance „Winterschlaf der Störche“ ist Teil ihres Rechercheprojekts „Stork migrations“.. Im Jahr 1822 wurde in Mecklenburg ein Storch gefangen, dem ein Pfeil im Hals steckte. Dieser Pfeil stammte vom afrikanischen Kontinent und galt nunmehr als Beweis für die Theorie der Vogelwanderung. Zuvor ging man in Europa davon aus, dass Störche keine Zugvögel seien, sondern unter der Erde oder unter Wasser ihren Winterschlaf halten würden.

Die Künstlerin kombiniert Erzählung und Film zu einer ästhetischen Erfahrung im Entstehungsprozess eines werdenden Bildes.

 

Künstler*innen erstes Halbjahr:

17. März 2020 – Anaïs Héraud-Louisadat

19. Mai 2020 – Alastair MacLennan

23. Juni 2020 – Balz Isler

Künstler*innen zweites Halbjahr:

Tiara Roxanne, Jana Prepeluh, Margaret Dragu

 

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Doshi Doshi Doshi

Auch der Architekturraum wird von der aktuellen Ausstellung von Annette Kisling, Jens Franke und Leonard Wertgen bespielt.

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Doshi Doshi Doshi

Auch der Videoraum wird von der aktuellen Ausstellung von Annette Kisling, Jens Franke und Leonard Wertgen bespielt.

Zu sehen ist ein Interview mit Balkrishna V. Doshi das 2016 in seinem Architekturbüro in Ahmedabad stattfand, mit einer Länge von 10 Minuten.

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Annette Kisling, Jens Franke
Leonard Wertgen

Ausstellung vom 19. Januar bis Mai 2021

Doshi Doshi Doshi

Der 1927 geborene Architekt Balkrishna Doshi hat die indische Stadt Ahmedabad mit seinem baulichen Werk und seinem gesellschaftlichen Engagement entscheidend geprägt. Neben seiner Tätigkeit als Architekt ist er Städteplaner, Professor, Theoretiker und Gründer der Architekturfakultät der CEPT Universität in Ahmedabad.

Seit 2009 untersuchen Leonard Wertgen und Jens Franke (in Zusammenarbeit mit Niklas Fanelsa, Marius Helten und Björn Martenson) mit ihrer sich fortsetzenden Recherche die Stadt Ahmedabad. Ihr Interesse ist es, die gebaute Umwelt der Stadt in ihrer Vielfalt und ihren Widersprüchen zu verstehen und die Parallelität räumlicher Konzepte, die immer auch soziale, politische und historische Momente einbeziehen, wahrnehmbar zu machen. 2016 hatten sie die Möglichkeit mit Balkrishna Doshi über seine Arbeit und die Stadt Ahmedabad zu sprechen. Dieses Gespräch bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung „Doshi Doshi Doshi“. Zusätzlich werden als weiterer Teil des Forschungsprojektes Filmaufnahmen und Fotografien folgender Gebäude aus Ahmedabad von Balkrishna Doshi gezeigt: Institute of Indology (1962), Central Bank of India (1967), Premabhai Hall (1972), LIC Housing (1976) und Sangath (1981).

Die fotografische Arbeit von Annette Kisling widmet sich einem sehr bekannten Bauwerk von Balkrishna Doshi, dem Indian Institute of Management in Bangalore (1963 bis 1983). Im Winter 2014 hatte sie die Gelegenheit, den Campus des Institute of Management über den Zeitraum von zwei Wochen bei Tag und bei Nacht zu durchqueren und zu fotografieren. Der Ort ist so konzipiert, dass Innen- und Außenräume miteinander korrespondieren, ineinander übergehen. Für die Ausstellung wurden vor allem Fotografien ausgewählt, die Einblicke genau in diese Zwischenbereiche gewähren, zusätzlich in einige Innenräume, beispielsweise die Bibliothek des Institutes.

Raum 1

In diesem Video wird der erste Raum der Ausstellung, aber auch das gesamte Konzept von den Künstler*innen erklärt.

 

Raum 2

Architekturraum

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Die Vorschau in Zeiten der Pandemie ist schwierig, wir versuchen alle Ausstellungen zu realisieren, es kann aber immer zu Verschiebungen kommen. Auch ist ungewiss ab wann wir wieder eine reguläre Eröffnung druchführen können, wir Informieren sie weiter über den aktuellen Stand.

Annette Kisling mit Jens Franke, Leonard Wertgen

19. Januar bis 24. März

 

Matias Bechtold, Maike Sander

30. März bis 2. Juni

 

ALLES IV

Eröffnung am 9. Juni um 19 Uhr
bis 18. August

 

Matthias Beckmann, Patrick Borchers,
Bea Davies, Jorn Ebner, Juliane Laitzsch,
Pia Linz, Christoph Peters

aufzeichnen

Eröffnung am 24. August um 19 Uhr
bis 27. Oktober

 

Roman Pfeffer, Christof Zwiener

Eröffnung am 17. November um 19 Uhr
bis 19. Januar 2022

 

 

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Bild: Home of Display, Laura Engelhardt/Nina Gschlößl 2014

Laura Engelhardt

  1. September bis 11. November 2020

BAUANGRIFF, 7‘20 min., 2015

Der Kurzfilm 突击建房 – Bauangriff bezieht sich auf das Phänomen ‚tuji jianfang’ (Bauangriff) in Pekings Peripherie: Gebäude werden gebaut, um sofort wieder abgerissen zu werden. Der Film bewegt sich zwischen den weiten und sich ständig transformierenden Landschaften am Stadtrand Pekings und den Werbebildschirmen des Stadtzentrums.

HOME ON DISPLAY, 14 min., 2014

– Eine Zusammenarbeit mit Nina Gschlößl

Home on Display ist ein Dokumentarfilm über den Bau von Wohnhäusern für Chinas ‘Nouveaux Riches‘: eine visuelle Reflexion über den Wunsch und die Suche nach dem idealen Zuhause und deren Kommerzialisierung.

AUFZEICHNUNGEN AUS DER NACHBARSCHAFT, 27 min., 2019

Über den Zeitraum von 2 Jahren filme ich kontinuierlich aus meiner Wohnung in Berlin Alt-Treptow in unseren Innenhof und dokumentiere die Entstehung eines Wohn-Neubaus und Alltagsszenen inmitten der Berliner Stadtentwicklung und Verdrängung.

Überlagert werden die dokumentarischen Bilder von einer Textcollage, die inspiriert ist von der Lebensgeschichte meiner Nachbarin, die 1964 in diesem Haus geboren wurde als Alt-Treptow noch zur DDR gehörte.

Eine filmische Erzählung über städtische und körperliche Zustände.

AUFTRITT UND ABGANG VON MASCHA B., 14 min., 2020

Auftritt und Abgang von Mascha B. begleitet eine junge Frau durch einen digitalen Übersetzungsprozess.
In den Räumlichkeiten einer großen Architekturvisualisierungsfirma entsteht in minutiösen Arbeitsabläufen ein Werbebild: Mascha B. wird 3D-gescant, digital weiterverarbeitet und retuschiert. Ein virtueller Büroraum wird möbliert und ausstaffiert und anschließend mit Mascha B. und digitalen Arbeitskolleg*innen belebt. Während des finalen Renderingprozesses spielt die Arie aus der phantastischen Oper „Hoffmanns Erzählungen“ (1881), in der sich der Held unsterblich in die mechanische Puppe Olympia verliebt.

Laura Engelhardt (geb. 1988) studierte Architektur und Kunst in London, Stuttgart und Berlin. Momentan schließt sie das postgraduale Studium mit Schwerpunkt Film an der Kunsthochschule für Medien Köln ab. Ihre Filme untersuchen gebaute und imaginierte Architekturen und setzen sich mit der fragilen Beziehung zwischen Subjekt, Körper und (gebauter) Umwelt auseinander. Ihre Arbeiten werden international in Ausstellungen und auf Festivals gezeigt, ihr Kurzfilm Bauangriff wurde mehrfach ausgezeichnet. Laura lebt und arbeitet als Filmemacherin und Künstlerin in Köln und Berlin.

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Heike Baranowsky,

Veronika Kellndorfer

und Mirjam Thomann

Wand an Wand an Wand

Ausstellung vom 1. September verlängert bis bis 13. Januar 2021

In der Ausstellung „Wand an Wand an Wand“ beschäftigen sich die Künstlerinnen Heike Baranowsky, Veronika Kellndorfer und Mirjam Thomann mit der Ausstellungssituation im Studio im Hochhaus, das sich in den ehemaligen Geschäftsräumen der Volkssolidarität befindet. Die historischen, architektonischen und soziopolitischen Besonderheiten des Ortes, einer ebenerdigen Ladengalerie inmitten eines in den späten 1980er Jahren errichteten Hochhauskomplexes, in dem bis heute 50 000 Menschen wohnen, sind Ausgangspunkt für die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten. Diese werden durch einen gemeinsam vorgenommenen räumlichen Eingriff – die herausgenommene Deckenpaneele – mit dem Ort verbunden und in Beziehung zueinander gesetzt. Das Alugitter und die jetzt sichtbaren Installationsrohre, Kabel und das Betonskelett der Decke, muten wie eine archäologische Ausgrabung an. Nur werden hier nicht Bodenschichten durchgraben, sondern der Blick in eine unerwartete Höhe freigelegt.

Diese Umkehrung der Richtungsverläufe thematisiert Veronika Kellndorfer in ihren eigens für die Ausstellung konzipierten Arbeiten. Sie projiziert eine Aufnahme des 20-geschossigen Hochhauses als Kleinbild-Dia, stark verkleinert, knapp über die Fußleiste. Ein Zwei-Wege-Spiegel reflektiert die gerasterte Fassade der Architektur als mehrfach gebrochene Projektion, durch die Gitterstruktur bis an die Deckenkonstruktion. Die Blickrichtung des Dias, die es ermöglichte die Höhe des Hauses aufzunehmen, wird durch den Blick auf die Decke repetiert, das Außen verbindet sich mit dem Raum im Erdgeschoss – eine Projektion des Ortes auf sich selbst.

In Kellndorfers zweiten Arbeit in der Ausstellung, Interior, Corner beleuchtet ein Diaprojektor mehrere Gegenstände. Die Skulptur besteht aus einer konstruktivistischen Anordnung einfacher, geometrischer Figuren, gebaut aus dichroitischen und siebbedruckten Gläsern, sowie einem hölzernen Podest. Daneben gibt es einen Stein, der einen Scheinwerfer stützt und eine Pflanze, die Kellndorfer von Heike Baranowsky für die Dauer der Ausstellung geliehen hat. Die Lichtquelle erzeugt im Aufprall mit den Gläsern und der Pflanze ein geheimnisvolles Geflecht aus komplementären Farbspielen, Schattenwürfen und Projektionen. Monstera deliciosa, eine Pflanze, die an bürgerliche Interieurs denken lässt, verbindet sich hier mit dem Siebdruck des Atriums von Lina Bo Bardis Wohnhaus, der Casa de Vidro, in São Paulo – das DDR-Wohnungsbauprojekt in Hohenschönhausen wird mit dem Tropical Modernism Bo Bardis kurzgeschlossen.

182 ½ sind camera obsura Aufnahmen des Sonnenverlaufs über 6 Monate vom Höchst- bis zum Tiefststand, die Heike Baranowsky im hinteren Ausstellungsraum zeigt. Die Kameras hingen an verschiedenen Orten, die für die Künstlerin eine persönliche Bedeutung haben, wie ihr Zuhause, ihr Arbeitsplatz oder ihr Atelier. In den Kameras befand sich ein großformatiger s/w-Negativplanfilm auf den die Sonnenstrahlen direkt ihren Weg von Osten nach Westen als eine Lichtspur in Parabelform einschrieben. Der obere Scheitelpunkt markiert den Sommerhöchststand, der untere den Wintertiefstand. Aus den architektonisch anmutenden Formen kann man neben dem Sonnenstand auch die Wetterverhältnisse herauslesen. Langzeitbelichtungen komprimieren einen zeitlichen Ablauf auf einen Moment ähnlich einem Film, der auf ein einziges Bild reduziert wird. Trotz allem ist der zeitliche Aspekt und gerade ihre Dauer noch abzulesen.

Der Bogenhanf (Sansevieria cylindrica), Snake Plant oder African Spear genannt, nutzt die von den drei Künstlerinnen rausgenommenen Deckenpaneelen als Sockel und kann dadurch erst seine volle Bogenspannung entfalten. Dabei wird der Stapel Paneele ebenso wie die Pflanzen zu einer (lebendigen) Skulptur. Der konzeptionelle Ansatz von Baranowskys Arbeit liegt im Perspektivwechsel: Die Haltung des stillen Beobachtens von Phänomenen schließt die Handlung des Bauens von Bildwirklichkeiten nicht aus.

Mirjam Thomann zeigt in der Ausstellung zwei Arbeiten, die sie an den Rändern des Ausstellungsraums platziert, an den Eingängen, Übergängen und Ausgängen der Architektur. Der Schriftzug auf einer Glasscheibe, von innen spiegelverkehrt angebracht, von außen als Klartext lesbar, wurde durch die Plakatarbeit „I AM THE DOOR“ der Künstlerin Milena Muzquiz inspiriert, die Thomann 2019 während eines Besuchs in Los Angeles im Wohnzimmer einer gemeinsamen Freundin gesehen hat. Während der von Muzquiz verwendete Satz eine Rede Jesus zitiert, adressiert die leicht abgewandelte Form „I AM A DOOR“ unmittelbar die architektonische Beschaffenheit des Ausstellungsraums: Die transparente Schwelle zwischen Innen und Außen, die sich in dem Satz spiegelnden Besucher*innen bzw. Passant*innen, das Paradox des Aus- bzw. Einschluss bei gleichzeitiger Durchsicht und das transformative Potential von Türen.

Die drei im ersten Ausstellungsraum gezeigten Zeichnungen sind Teil einer Serie, die unter Verwendung der Farbstifte „Light Flesh“, „Medium Flesh“ und „Dark Flesh“ von Faber Castell entstanden ist. So genannte Flesh Colors oder Fleischfarben, die auf das Korporale und Lebendige verweisen, kommen in verschiedenen Materialitäten und Formen in Thomanns Arbeiten vor und spiegeln hier die Bewegung des Körpers im Raum.

Alle Bilder: Thomas Bruns

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Bild: Jan-Peter E.R. Sonntag

Berit Myrebøe

Jan-Peter E.R. Sonntag

Künstler*in Gespräch am Sonntag den 23.August zwischen 14 und

18 Uhr mit Berit Myrebøe und Jan-Peter E.R. Sonntag

Ausstellung bis 26. August 2020

Aufgrund der Covid 19 Pandemie können nur maximal fünf Personen mit Mundschutz (bitte mitbringen) gleichzeitig die Ausstellung besuchen. Aber keine Angst wir haben draußen viel Platz zum stehen und sitzen.

 

Berit Myrebøe

„Die in Berlin lebende Künstlerin malt Seestücke, die u.a. von Aufenthalten in ihrer Heimat Norwegen inspiriert sind. Das monochrome, spröde Material des Aluminiums durchläuft eine Metamorphose und wandelt sich in der Oberfläche durch die Kraft ihrer zeichnerischen Spuren, durch Licht und Reflexion, zu einer organisch bewegten, naturidentischen Projektion.
Die rauchig-kühle, fast monochrome Farbigkeit der Werke geht eine Symbiose mit dem silbrigen Bilduntergrund ein und trägt zur einzigartigen, seltsam distanzierten und gleichzeitig intimen Atmosphäre der Darstellungen bei. Sie variiert zwischen verschiedenen schattig-nebligen Grau- und Schwarzstufen, bis hin zu einer Palette von starken Blau- und Grüntönen, die an die kilometerlange Tiefe des Meeres, der Fjorde sowie das einzigartige Licht des Polarhimmels zu erinnern scheinen.” (Spuren, Musikzeitung für Gegenwart, Ausgabe Mai 2014, Klangspuren Schwaz, Tirol)

 Jan-Peter E.R. Sonntag

„In Travemünde an der Ostsee in der Niobestraße, in der ich aufwuchs, wohnte der Maler Linde. Ich sah ihn manchmal mit Malerutensilien an das nahe Steilufer gehen. Neben dem Haus, in dem die HNO-Praxis meines Vaters war, gab es eine Kunstgalerie, die fast nur Bilder der See – Seestücke ohne Menschen und Boote im Schaufenster hatte. Oft frage ich mich, wie es wohl wäre, würde ich mich, anstatt den offenen Enden der Moderne nach zu spüren, einfach ganz dem Genre der Seestücke verschreiben?“ (Jan-Peter E.R. Sonntag)

Raum 1

Raum 2

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Sonntag, 14. Oktober 2018 | Beginn 16:00 Uhr

poetry\\\sound #5

Zeitgenössische Lyrik und Elektronische Musik

im Wohnzimmerformat

Lesung:

Tobias Roth – aus „Grabungsplan“ (Gedichte, 2018)

Lesen & Hören: https://www.lyrikline.org/de/gedichte/verschieden-purpur-11179

Konzert:

Stefan Roigk – „Sprachmusik“

http://www.stefan-roigk.com/

Stefan Roigks Stück „Sprachmusik“, das er heute in einer Live-Version vorstellt, folgt dem Konzept, über das Hören zu lesen: verbale Umschreibungen abstrakter Sounds und Geräuschatmosphären werden vorgetragen, parallel eingesprochene Stimmimprovisationen per Software live strukturiert. Vortrag und Improvisation verbinden sich zu einer hörspielartigen Klangcollage.

Roigk (*1974) lebt als Bildender Künstler in Berlin und arbeitet interdisziplinär zwischen abstrakter Klangcollage, Skulptur, Installation, Performance und grafischer Partitur. Sein künstlerischer Fokus ist die dynamische und intermediale Inszenierung von Alltagsfragmenten sowie eine außergewöhnlich entwickelte visuelle Formensprache als transformatorisches Prinzip von Klang- und Geräuschwelten.

Seine Arbeiten wurden in zahleichen Einzel- wie auch Gruppenausstellungen in Deutschland, europaweit und in Amerika gezeigt. Platten von ihm erschienen auf den Labels Tochnit Aleph, Fragment Factory, Senufo Editions, Recordings for the Summer, Twisted Knister und Public Eyesore.

Tobias Roth wurde 1985 in München geboren, nach Studien in Freiburg und Berlin lebt er wieder in seiner Heimatstadt. Er debütierte 2013 mit dem Gedichtband Aus Waben (Verlagshaus Berlin) und legte seither zahlreiche eigene Titel, Herausgaben sowie Übersetzungen aus dem Italienischen, Lateinischen und Französischen vor. 2017 erschienen u.a. die von Roth herausgegebene Anthologie Lob der mechanischen Ente (SuKuLTuR Berlin), der gemeinsam mit Asmus Trautsch und Melanie Möller gestaltete Kommentar zu Ovids Liebeskunst (Galiani Berlin), sowie die Neuübersetzung von Voltaires Der Fanatismus oder Mohammed im Verlag Das Kulturelle Gedächtnis, zu dessen Gründungsgesellschaftern Roth zählt. 2018 erschienen u.a. Roths zweiter Gedichtband Grabungsplan (Verlagshaus Berlin), das Langgedicht Grotesken von Sabbioneta (hirundo press Hamburg), sowie die gemeinsam mit Moritz Rauchhaus herausgegebene Sammlung Wohl bekam’s. In 100 Menus durch die Weltgeschichte (Das Kulturelle Gedächtnis Berlin).

„poetry\\\sound“ ist eine Veranstaltungsreihe des studio im HOCHHAUS

– Programmgestaltung: Lyrik im ausland / Tobias Herold

Sonntag, 12. August 2018 | Beginn 16:00 Uhr

poetry\\\sound #4

Zeitgenössische Lyrik und Elektronische Musik

im Wohnzimmerformat

Lesung:

Orsolya Kalász

https://www.lyrikline.org/de/gedichte/wer-haette-das-gedacht-280

Konzert:

HATAM

Orsolya Kalász, *1964 in Dunaújváros, ist eine ungarische Lyrikerin und Literaturübersetzerin und lebt in Berlin. Ihre Lyrik verfasst sie mal in ungarischer, mal in deutscher Sprache und übersetzt sie anschließend selbst. Ihr erster zweisprachiger Gedichtband „Babymonster und die Gärtner“ erschien 1997 in der Lyrikreihe Poetische Boegen. Es folgte der Gedichtband „alles was wird, will seinen strauch: Ami volt, még bokor akar lenni“, ersch. 2007 im Gutleut-Verlag. Ihr letzter Gedichtband „Das Eine.“ ist 2016 bei Brueterich Press erschienen. Sie übersetzt neue Lyrik aus Ungarn, seit 2000 häufig in Zusammenarbeit mit Monika Rinck, so z.B.István Kemény: „Guter Traum mit Tieren“, erschienen 2016.

HATAM aka Farahnaz Hatam lebt als Muskerin, Klangkünstlerin und Komponistin in Berlin, wo sie vielfältig im Bereich experimenteller Musik tätig ist. Sie arbeitet hauptsächlich mit der Software SuperCollider und Modular-Synthesizern und tritt solo sowie mit den Projekten „LABOUR“, „Hacklander\Hatam“ oder als DJ auf. Darüber hinaus macht sie Musik für Theater, ist Mitbegründerin des Produktions- und Veranstaltungsortes N.K. (in Berlin-Neukölln) und wirkt regelmäßig an musikalischen und interdisziplinären Produktionen und Formaten in Berlin und andernorts als Künstlerin und Kuratorin mit.

***

Immer sonntagnachmittags bringt die Reihe poetry\\\sound Dichter und Musiker für eine Doppelmatinee zusammen.

In den Durchgangsräumen des studio im HOCHHAUS in Lichtenberg, wo Künstler und Publikum fast wie zu Hause beieinandersitzen können, begeben wir uns zunächst auf verschlungene literarische Pfade und hören die eingeladenen Autoren aus ihren Gedichten lesen: Fünf ganz unterschiedliche Schreibweisen der Gegenwartslyrik.

Nach einer kurzen Pause folgt jeweils ein schlicht arrangiertes elektronisches solo-Konzert, in Zimmerlautstärke und mit kompaktem Aufbau. Wir lauschen entlegenen musikalischen Passionen aus der Berliner Szene: Electronica, Klangkunst und echtzeitmusik. Der anschließende gemeinsame Austausch über die gehörten Texte und Sounds ergibt sich im intimen Rahmen der Matinee ganz von selbst.

Sonntag, 10. Juni 2018 | Beginn 16:00 Uhr

poetry\\\sound #3
Zeitgenössische Lyrik und Elektronische Musik
im Wohnzimmerformat

Lesung
Daniela Seel
neue Gedichte und aus „was weißt du schon von prärie“
https://issuu.com/kobo_berlin/docs/leseprobe_daniela_seel_was_weisst_d

Konzert
Andrea Ermke solo-Konzert
Hörprobe – Andrea Ermke mit ihrer Band
„Tree“
https://soundcloud.com/musica-moderna/tree-s-t-mm008-excerpt
Daniela Seel, geboren 1974 in Frankfurt/M., lebt als Dichterin und Verlegerin von kookbooks in Berlin und Frankfurt/M. Daneben arbeitet sie u.a. als freie Lektorin und übersetzt, zuletzt Lisa Robertson und Rozalie Hirs, und ist aktiv beim gemeinnützigen KOOK e.V. und im Netzwerk freie Literaturszene Berlin. Zahlreiche internationale Auftritte und Kollaborationen, u.a. mit dem Illustrator Andreas Töpfer, dem Tänzer David Bloom und den Musiker*innen Roland Dahinden und Hildegard Keeb. Daniela Seel veröffentlichte die Gedichtbände „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“ (kookbooks 2011) und „was weißt du schon von prärie“ (kookbooks 2015), sowie gemeinsam mit Frank Kaspar das Radiofeature „was weißt du schon von prärie“ (SWR/DLF 2015). Für ihre Arbeiten erhielt sie u.a. den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis, den Kunstpreis Literatur von Lotto Brandenburg und den Mondseer Lyrikpreis.

Andrea Ermke, *1971 in der Schweiz, ist als Musikerin im Kontext der Berliner Echtzeitmusikszene aktiv.
Als Autodidaktin arbeitet sie seit 1997 mit einem kompakten Setup: Drei MiniDisc-Playern und einem Mixer. Auf den MiniDiscs archiviert Ermke – oft abstrakt anmutende, schwer identifizierbare – Sounds, die sie mit marginalen Alltagsobjekten erzeugt hat oder, seltener, die bestimmte Umgebungen oder Situationen klanglich festhalten („field recordings“). Aus diesen Quellen schafft sie in ihren Live-Auftritten improvisierte, hochmusikalische Sets, die sich zwischen nuancenreicher Präzision und intensiv-rohen Texturen entfalten und dabei voll überraschender Wendungen sind.
Ermke spielt auch in langjährig bestehenden festen Gruppen wie „Sink“ (m. Arthur Rother, Chris Abrahams, Marcello Busato),“Tree“ (mit Burkhard Beins u. Chris Abrahams), ihrem Duo mit der Pianistin Anaïs Tuerlinckx oder „Cox Orange“ (m. Ignaz Schick, Burkhard Beins und Jim Denley).

Sonntag, 15. April 2018 | Beginn: 16:00 Uhr

poetry\\\sound #2
Zeitgenössische Lyrik und Elektronische Musik im Wohnzimmerformat

Programmgestaltung: Lyrik im ausland / Tobias Herold

Lesung

Sonja vom Brocke – Gedichte

Konzert

Christof Kurzmann (Wien) – Elektronik solo

Immer sonntagnachmittags bringt die Reihe poetry\\\sound Dichter und Musiker für eine Doppelmatinee zusammen.

In den Durchgangsräumen des studio im HOCHHAUS, wo Künstler und Publikum fast wie zu Hause beieinandersitzen können, begeben wir uns zunächst auf verschlungene literarische Pfade und hören die eingeladenen Autoren aus ihren Gedichten lesen: Fünf ganz unterschiedliche Schreibweisen der Gegenwartslyrik.

Nach einer kurzen Pause folgt jeweils ein schlicht arrangiertes elektronisches solo-Konzert, in Zimmerlautstärke und mit kompaktem Aufbau. Wir lauschen entlegenen musikalischen Passionen aus der Berliner Szene: Electronica, Klangkunst und echtzeitmusik. Der anschließende gemeinsame Austausch über die gehörten Texte und Sounds ergibt sich im intimen Rahmen der Matinee ganz von selbst.

Sonntag, 11. Februar | Beginn 16:00 Uhr

poetry\\\sound #1
Zeitgenössische Lyrik und Elektronische Musik im Wohnzimmerformat

Programmgestaltung: Lyrik im ausland / Tobias Herold

Lesung: Ulf Stolterfoht – Musikgedichte
Konzert: Hanno Leichtmann – Class of 2016 (a plunderphonic deathtrip)

Wir laden Sie und Euch herzlich ein zur Premiere der neuen kleinen Reihe „poetry\\\sound“, veranstaltet vom und im studio im HOCHHAUS in Neu-Hohenschönhausen, für die Lyrik im ausland das Programm gestaltet.
Immer sonntagnachmittas um 16:00 Uhr gibt es dort zuerst eine Lyriklesung und nach einer kleinen Pause ein elektronisches solo-Konzert – abseits der innerstädtischen Kulturkieze, dafür mit genug Zeit und Raum für Gespräche, einen Spaziergang…
Den Anfang machen am 11. Februar Ulf Stolterfoht, der als Auswahl aus seinem Schaffen Gedichte mit Musikbezug lesen wird, und Hanno Leichtmann mit seiner Komposition „Class of 2016 (a plunderphonic deathtrip)“.
Ulf Stolterfoht und Hanno Leichtmann verbindet ihr Interesse an Verfahren der Collage.
Stolterfoht kann als ein Vertreter der neueren experimentellen Lyrik gelten. Der Experimentcharakter seines Schreibens liegt dabei fernab der Innerlichkeit eines formalistisch-selbstreferenziellen Spiels, sondern betrifft den Entstehungsprozess seiner thematisch ganz unterschiedlich ausgerichteten Bücher. Von wilden, weitschweifenden und abseitigen Lektüren und Recherchen her rückt die dichterische Gestaltung – stets mit einem Augenzwinkern – den Welt- und Materialzusammenhang, dem sie sich widmet, empathisch in den Vordergrund. Nicht zuletzt, und vielleicht: ganz besonders ein Musik-Enthusiast, liest Stolterfoht heute als Querschnitt aus seinem Werk verstreut erschienene Gedichte, die von Musik und Musikern handeln.
In seiner Komposition „CLASS OF 2016 (a plunderphonic deathtrip)“ versammelt Hanno Leichtmann die Geister von Musikern aus aller Welt, die im vorletzten Jahr ihr Schaffen einstweilen unterbrechen mussten. Nachdem er zunächst Anfang der 90er-Jahre als (Freejazz-)Schlagzeuger in Erscheinung getreten war, wurde sehr bald die elektronisch produzierte Musik zu Leichtmanns künstlerischem Fokus. Als „Static“ veröffentlichte er bezaubernd-schräge Popmusik, später auch House als „The Vulva String Quartett“ und aktuell elektroiden Techno als „Gesetz der Oktaven“. Unter eigenem Namen erschienen Arbeiten auf Grundlage von (Klang-)Archiven in Form von Mehrkanal-Klanginstallationen sowie Arbeiten für Radio, Film und Werbung. Seine jüngsten Platten „Minimal Studies“ und „Unfinished Portrait of Youth Today“ begeistern durch ihre leichtfüßige Melancholie und kühl-betörenden Sound als zwei Juwelen zeitgenössischer Sample/Collage-Ästhetik.

Weiter Veranstaltungen:

15. April: Lesung: Sonja vom Brock; Konzert: Christof Kurzmann

10. Juni: Lesung: Daniela Seel; Konzert: Andrea Ermke

12. August: Lesung: Orsolya Kalász; Konzert: HATAM

14. Oktober: Lesung: Tobias Roth; Konzert: Stefan Roigk

– 16:00 Uhr –

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grundriss

Raum 1 (alle Bilder: Thomas Bruns)

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