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Vorschau 2026

11. Februar – 20. April 2026

Klaus Walter

Eröffnung 10. Februar um 18 Uhr

29. April – 2. August 2026

Jürgen Eisenacher

Eröffnung 28. April um 18 Uhr

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Bild: Close up Marx, Justin Time 2023 (Still, Hans-Joachim-Beuchel)

Justin Time
Close up Marx, 2023, 37:00 min

Zwei Systeme, fünf Städte, fünf Abbilder. Zwischen Trier und Chemnitz wandert der Film auf den Spuren der Marx-Denkmäler und analysiert den Mythos, der die Figur Marx umwabert. Der Film fragt nach den Entstehungsgeschichten der Monumente und der gesellschaftlichen Situation zu dem Moment, in dem diese Geschichten sich entfalteten. Gespräche mit Zeitzeug:innen versetzen uns in einen Bühnenraum, in dem sich die verschiedenen Denkmäler zum Gruppenbild versammelt haben.
Entlang der Struktur neuer und historischer Denkmäler bewegt sich CLOSE UP MARX von West bis Ost durch innerdeutsche Geschichte und Gegenwart. In Trier, Chemnitz, Neubrandenburg und Berlin umkreist die Kamera neue und alte Marxköpfe und -statuen als nach wie vor emotional aufgeladenen Projektionsflächen: Ist Marx gottgleich-überhöhter Denker oder Theoriegeber für Diktaturen? Hat der Kapitalismus gesiegt, wenn Karl Marx als Praline vermarktet wird oder steht die befreite Gesellschaft nach der Krise der Demokratie kurz bevor? Interviews mit Zeitzeug:innen, Marxist:innen und Kritiker:innen treffen auf Found Footage aus Social Media bis zur DDR-Zeit. In Close Ups fährt die Kamera die Denkmäler ab und sucht nach Spuren, Strukturen, neuen Winkeln und Perspektiven. Marx wird auf seine aktuelle Bedeutung abgetastet und neu kontextualisiert.

Mit einem queeren Blick untersucht Justin Time gesellschaftliche Bilder und Strukturen. Im ersten Beruf Steinmetz:in dechiffriert er Festschreibungen und Manifestationen von medialen Stereotypen und rinnerungskultur: nach einer langen Reihe von Drag-Cowboy-Filmen beschäftigt er sich in den letzten Jahren mit Denkmälern für Karl Marx oder dem für die gefallenen Brieftauben des ersten Weltkrieges. Videoarbeiten und Installationen dekonstruieren die Heroisierungen des in-Stein Gemeißelten und in-Bronze-Gegossenen, suchen nach tieferliegenden Schichten und neuen Wahrnehmungsebenen. Vor dem Kunststudium in Berlin und San Francisco ging Justin Time drei Jahre auf traditionelle Handwerks-Wanderschaft. Aus dieser Zeit kommt eine große Neugier auf andere Lebensweisen und Haltungen, mit dem ständigen Wunsch, den eigenen Horizont zu erweitern und beweglich zu sein.

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Pomona Zipser

HOHENSCHÖNHAUSER RAUMANGELN

Die Ausstellung HOHENSCHÖNHAUSER RAUMANGELN von Pomona Zipser Eröffnet am 25. Nocember um 18 Uhr und zeigt, bis zum 02. Februar 2026, eine Auswahl ihres skulpturalen Schaffens.

Pomona Zipsers Skulpturen sind eine Aufforderung zur Aktion und daher meist anfassbar, also haptisch erfahrbar. Sie reagieren darauf, wenn man sie anhebt, und sind veränderlich. Man probiert aus, was sie können, ihre verschiedenen Möglichkeiten und Positionen, bevorzugt vielleicht eine Variante, erforscht und spielt mit der Schwerkraft. Sie verhalten sich vieldeutig, auch wenn sie eindeutig vorhanden sind. Was sie nachts treiben, entzieht sich vorerst unserer Kenntnis.

Pomona Zipser 1958 in Rumänien geboren. Studium: Akademie der Bildenden Künste München und UDK Berlin. Lehrte an der UDK, der Weissensee Kunsthochschule und der Freien Akademie für Kunst. Teilnahme unter anderem an: Große Münchner Kunstausstellung, Ausstellungen der Darmstädter Sezession, Berlinische Galerie, Landesmuseum. Ausstellungen in Venedig (Biennale 1990), Budapest, Dublin, Aarhus (Sculpture by the Sea), Istanbul, Dakar und Japan. Arbeiten in Sammlungen: Deutschland, Dänemark, Japan, USA, Skulpturen im öffentlichen Raum in Berlin und UK.

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Bild: Berenice Llorens

SONIC THINKING

Kuratiert von Diego Moscoso

In den letzten Jahren hat Diego Moscoso immer wieder Konzerte organisiert, die sich mit Künstler:innen beschäftigen die im Bereich der experimentellen Musik sowohl Elemente der Klangkunst als auch musikalische Elemente als Werkzeuge zur Entwicklung ihrer verschiedenen künstlerischen Vorschläge nutzen. Diese Kombination ermöglicht eine doppelte Eingangstür, die somit einen großzügigeren Raum für ein mögliches Publikum.

Auch die künstlerische Tiefe ist ein Kriterium, die ausgewählten Künstler:innen nutzen experimentelle Musik/Klangkunst als Mittel, um Konzepte oder Ideen zu entwickeln. Die Ausrichtung der Konzerte ist vielfältig und abwechslungsreich. Aber die Prämisse ist dieselbe: Klang als Medium des Denkens. Von der Beziehung zur alten Musik, die entweder aus dem Osten (Tuce Alba) oder aus dem Westen (Simon Herody), das Denken in der Landschaft mit Feldaufnahmen und Instrumenten (Berenice Llorens) oder mit klanglichen/performativen Installationen (Pablo Torres Gomez), Künstliche Intelligenz und Neurobiologie (Moises Horta) und andere.

30. November 2025: thinking through sound:The inner self Julia Witas and Abigail Toll

Abigail Toll (UK)

„Idol“ ist das zweite Album der Komponistin und Klangkünstlerin Abigail Toll. Es ist eine Reaktion auf eine Begegnung mit dem Hypogäum in Malta: einer ehemaligen Begräbnisstätte, die von neolithischen Architekten zu Ehren der Natur entworfen wurde. Nachdem sie Tausende von Jahren in Stille gelegen hatte, wurde die Stätte im 20. Jahrhundert ausgegraben. Seine elliptischen Kammern, Göttinnenstatuen, Kuppeln und Korridore wurden zusammen mit einem tiefen Echo freigelegt, das angeblich physiologische Empfindungen im Körper beeinflusst. Der Archäologe Reuben Grima sagt, dass, wenn Stimmen die Resonanzfrequenzen des Tempels gemeinsam erklingen lassen, kraftvolle Schallreflexionen ein „kosmologisches Tor durch die Grenzen der Unterwelt in das Reich der Toten“ öffnen.

Ausgehend von den Resonanzfrequenzen und dem Nachhall des Tempels komponiert Toll eine
mehrdimensionale Klangumgebung, in der gestimmte Gläser, Stimmen, organische Objekte und
Elektronik miteinander verschmelzen. Die Platte vermittelt die transzendentale Natur neolithischer Tempel als ursprüngliche Orte für immersive, jenseitige Erfahrungen, an denen die Überreste gemeinschaftlicher Aktivitäten als verkörperte Erinnerungen nachwirken.

Julia Wittas (AT/USA)

Julia Witas ist eine in Berlin lebende multidisziplinäre Künstlerin, Sängerin und Performerin.
Mit Hilfe von Fotografie, Film, Installationen und Klang beschäftigt sie sich mit Themen wie Trauer, Tod, Natur, Symbolik und Traumerlebnissen. Mit einem intuitiven und experimentellen Ansatz nutzt sie dynamischen Gesang, Feldaufnahmen und multi-instrumentale, atmosphärische Klanglandschaften, um Klangkompositionen zu schaffen, die zwischen verschlingender, dunkler Verzerrung und schwebender, poetischer Zerbrechlichkeit schwanken.

Vision of Water von Julia Witas wurde am 3. November 2022 im Rahmen der Ausstellung „BestOFF 2022“ an der Kunstuniversität Linz live aufgeführt. Traumerlebnisse und persönliche Auseinandersetzungen mit Identität, Sexualität und Tod werden in Schichten sich wiederholender, multi-instrumentaler, atmosphärischer Klanglandschaften und metaphorischer Texte übersetzt, in denen die Grenze zwischen Illusion und Realität verschwimmt. Aufgeführt in einer Mehrkanal-Klanginstallation und in Nebel getaucht, ist Vision of Water ein ritualistisches, immersives Erlebnis.

Vorherige Termine:

16. November 2025: thinking through sound: Tradition Simon Herody and Tuce Alba

Tuce Alba (TK)

Tuce Alba (1996, Türkei) ist Architektin, Musikerin und Klangkünstlerin und lebt in Berlin. Sie
nutzt verschiedene Elemente, um durch Klang performative zeitliche Erfahrungen zu schaffen. Ihre
Arbeiten erforschen die strukturellen Details, die durch die Beziehung zwischen Klang und Raum entstehen, improvisierte räumliche Kompositionsstrukturen, die auf Zeit basieren. Als erfahrene „Ney“-Spielerin ändert sie auch akustische Forschungen zur Manipulation der Grenzen traditioneller Instrumente. In Live-Auftritten erzeugt sie rohen, schweren Lärm, Verzerrungen, tiefe Bässe und Rückkopplungen. Inspiriert von brutalistischen Strukturen behandelt sie Klang als feste Form, die sie in Echtzeit zerbricht und neu formt. Keine Melodie, keine Sanftheit, nur pure, physische Energie. Jedes Set ist eine Erkundung von Klang als Material, das ebenso sehr gefühlt wie gehört werden soll. Für diejenigen, die Intensität, Gewicht und die physische Wirkung von Klang suchen.
Die Ney, ein Instrument, das traditionell mit bestimmten Bildern und Ideologien assoziiert wird, wird überarbeitet, gedehnt und verzerrt – ihr Atem wird fragmentiert, neu synthetisiert und in eine neue Form verwandelt, die die Tradition herausfordert, aber dennoch mit ihr verbunden ist. Der Ansatz zielt nicht darauf ab, Tradition zu bewahren oder authentisch zu gestalten, sondern die fließende Natur des Klangs zu erforschen. Sie lehnt die Starrheit kultureller Hierarchien und festgefahrener Vorstellungen ab. Stattdessen untersucht sie Flexibilität, Unsicherheit und die physikalische Natur des Klangs. Durch eine solche Untersuchung öffnet diese Performance einen Raum, in dem das Potenzial des Klangs zur Transformation und zur Neugestaltung unserer Wahrnehmung in den Mittelpunkt gestellt wird.
Ein Atemzug wird zur Schwingung, die Schwingung wird zur Verzerrung. Diese Performance
untersucht die Tradition – nicht als feststehende Größe, sondern als Teil eines andauernden, sich entwickelnden Prozesses, in dem die Kollision zwischen alter Resonanz und moderner Klangbrutalität erforscht wird. Durch das Aufheben der Grenzen zwischen kulturellem Erbe und zeitgenössischem Lärm entsteht ein Raum, in dem diese Elemente koexistieren und sich gegenseitig neu formen.

Simon Herody (FR)

Simon Herody, geboren 1996, ist ein französischer Musiker und Klangkünstler, der es liebt, die Verbindungen zwischen Landschaften, Erinnerungen und Improvisation zu erforschen. Er studierte an der Kunsthochschule Villa Arson in Nizza und hat Klang zu einem sozialen und skulpturalen Medium gemacht, wobei er stets den Raum und die Gemeinschaft im Blick behält. Simon hat nie offiziell Musik studiert und hatte auch nie die Absicht dazu. Als Autodidakt begann er im Alter von 20 Jahren, ohne jegliche Absicht, Musik zu machen, auf einer Plastikklarinette zu spielen. Er war schnell begeistert und begann, mit allen Instrumenten zu experimentieren, die er in die Finger bekam: Saxophon, Akkordeon, Klavier usw. Als er 2020 nach Berlin zog, entdeckte er die elektronische Musikkomposition und begann, auf Tonband und Kassetten aufzunehmen, wobei er hingebungsvolle, instinktive elektroakustische Ambient-Musik schuf. In seinen Kompositionen und Performances mischt Simon Saxophon, Flöte und Klavier und lässt sich dabei von meditativem und spirituellem Jazz inspirieren, während er verschiedene andere Einflüsse einfließen lässt. Improvisation spielt eine große Rolle in seinem Schaffensprozess und hilft ihm dabei, immersive Stücke zu schaffen, in denen aktives Zuhören und Spontaneität unsere Wahrnehmung von Zeit und Raum verändern.
„Lamina Aura” Lamina Aura ist ein elektroakustisches Projekt des französischen Komponisten Simon Herody, dessen Mittelpunkt ein Pedalharmonium aus den 1940er Jahren bildet. Durch die Verschmelzung von Ambient-Texturen, anhaltenden Drones und harmonischen Obertönen bietet das Projekt ein immersives Erlebnis des langsamen Zuhörens, bei dem Klang nicht als Erzählung, sondern als Umgebung wahrgenommen wird. Er wird zu Präsenz, Architektur und Atem in Bewegung. Im Mittelpunkt steht ein taktiler und räumlicher Ansatz für Klang: Das Harmonium wird durch einen fußbetriebenen Balg aktiviert und erzeugt sich entwickelnde Klangschichten, die durch körperliche Anstrengung, Resonanz und Raumakustik geprägt sind. Subtile vokale Gesten oder Elektronik können auftreten, stehen jedoch immer im Dialog mit dem Raum. Jede Aufführung wird zu einer ortsspezifischen Entfaltung, bei der der Raum nicht nur ein Behälter, sondern ein Mitinstrument ist.

2. November 2025: thinking through sound: Archive and AI Alejandra Borea and Moises Horta

Alejandra Borea (PE)

Lima, 1993. In Berlin lebende Musikerin, Klangkünstlerin und Forscherin mit einem Magisterabschluss in Philosophie, spezialisiert auf die Phänomenologie des Hörens und Sound Studies. Sie schreibt über Musik und Klang für verschiedene akademische und nicht-akademische Kulturplattformen und ist aktiv in der Berliner Musikszene. Seit der Gründung ihres Soloprojekts im Jahr 2020 hat sie drei EPs veröffentlicht, die sich mit Klangarchiven veralteter Kommunikationstechnologien und deren postmemorale Resonanzen im digitalen Raum. Ihre Arbeit wurde als feste Installation präsentiert auf Radiofestivals in ganz Amerika und Europa sowie in Installationen in Lima, Berlin und New Hampshire präsentiert. Derzeit leitet sie die Radiostation des unabhängigen Verlags Consuelo Press und arbeitet als unabhängige Forscherin.

Tocar lo sensible Diese Performance verbindet gesprochenes Wort mit minimalistischer Percussion und metronomischen Rhythmen, um Berührung, Zeit und Präsenz zu erkunden. Der Text entfaltet sich in drei Teilen, und wechselt von der Kraft des Schlags zur Intimität der Berührung. Klang wird zu einem Mittel der Denken: jeder Schlag eine Geste, jede Stille eine Möglichkeit. Am Ende suggeriert das Stück eine andere Art des Zuhörens (mit den Fingerspitzen, jenseits des Besitzes). Eine ruhige, nachdenkliche Meditation über das taktile Leben der Dinge.

Moisés Horta Valenzuela (MX)

Moisés Horta Valenzuela (1988, er/sie) ist ein autodidaktischer Klangkünstler, Technologe und
und elektronischer Musiker aus Tijuana, Mexiko, der in den Bereichen Computermusik, Künstliche
Künstliche Intelligenz und die Geschichte und Politik der aufkommenden digitalen Technologien. Als , fertigt er eine eine unheimliche Verbindung zwischen altertümlichen und hochmodernen Klangtechnologien, die durch eine kritischen dekolonialen Theorie im Kontext zeitgenössischer elektronischer Musik und der klanglichen Kunst. Seine Arbeit wurde auf der Ars Electronica, dem MUTEK México und dem Transart Festival präsentiert, MUTEK: AI Art Lab Montréal, Elektron Musik Studion, CTM Festival: Music Makers Hacklab, unter anderem. Derzeit ist er Artist in Residence in der Factory Berlin, wo er an neuen Projekten arbeitet. Kompositionen und Klangkunstinstallationen unter Verwendung von maschinellem Lernen arbeitet. 
Der Name des Projekts, SEMILLA AI, leitet sich von dem Wort „Samen“ ab und stellt eine poetische Parallele dar zwischen der Deep Learning-Praxis der Verwendung von „Seeds“ (ganzzahligen Zahlen zur Erzeugung Pseudo-Zufallszahlen) und der mesoamerikanischen Mixe-Wahrsagerei der Antike und der Gegenwart Praxis, die als „Mook pajk wëjwë“ bekannt ist. In diesem Zusammenhang steht „Mook“ für Mais, „pajk“ bezieht sich auf einen Samen und „wëjwë (oder wëjpë)“ bedeutet Wahrsagen (Rojas, 2016). Die divinatorische Praxis dient als Schnittstelle, um den Zufall der realen Welt in den Prozess der Synthese von neuen Klängen unter Verwendung neuronaler Netze für die Klangsynthese. Das KI-Instrument SEMILLA verwendet Computer-Vision-Techniken, um die Koordinaten des geworfenen Mais in der „Weltraum“-Schnittstelle zu übersetzen und ihre Werte mit Hilfe von Reglern zu skalieren. Die Synthese-Engine läuft auf einem GPU-gesteuerten Mikrocomputer, einem Jetson Nano, der Audioinferenz in Echtzeit ermöglicht. Diese neuronale Audiosynthese-Engine basiert auf der Open-Source-Architektur namens „RAVE“: Realtime Variational Autoencoder‘, die von Antoine Caillon am acids-IRCAM entwickelt wurde. Sie verwendet eine decoder-only“-Ansatz, bei dem die Koordinaten des vom Computer erfassten Mais Bildverarbeitungsmodul erfassten Maiskoordinaten direkt in den ‚latenten Raum‘ abgebildet werden, wobei jedes Samenkorn einer bestimmten „Dimension“ im Decoder der VAE entspricht.

19. Oktober 2025: thinking through sound: Landscape Pablo Torres and Berenice Llorens

Pablo Torres Gomez (COL)

Pablo Torres Gómez ist ein Klangkünstler und Forscher, dessen Praxis sich mit den vielfältigen
Zeitlichkeiten befasst, die in die Materie eingeschrieben sind. Dabei bringt er ererbte Geologien ins Wanken und stellt sich auf die vielfältigen Echos ein, durch die planetarische Welten fortbestehen und auseinanderdriften.
Geoanthropologische Verstrickungen artikulierend, folgt diese Praxis hydrischen Agenturen.
Er verfolgt, wie Wasser geohistorische Prozesse formt, überträgt und neu artikuliert, und schlägt klangliche Gesten als Sprachen für die Sinngebung relationaler Ökologien vor. Diese Gesten überschreiten die epistemischen und materiellen Rahmen, die von der extraktiven Geologie auferlegt werden, und widersetzen sich der Reduzierung möglicher Zukunft auf singuläre, koloniale Trajektorien.
Durch diese Prozesse schlägt Pablo vor, Beziehungsmodi zu kultivieren, die auf Undurchsichtigkeit, Diskontinuität und Interdependenz beruhen. Er möchte transversale Räume für interspezifische Begegnungen öffnen und materielle Faltungen fördern, die für eine gemeinsam entstehende Zukunft sinnvoll sind.

Berenice Llorens (ARG)

Berenice Llorens ist eine Komponistin und Klangkünstlerin aus Córdoba in Argentinien, die derzeit in Berlin lebt. Sie nimmt Klänge aus der Natur, der Stadt und von Maschinen auf, recycelt sie und interpretiert sie neu, um sich entwickelnde klangliche Ökosysteme zu schaffen. Diese laden zu einer Reflexion darüber ein, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen, mit ihr interagieren und sie verändern. Llorens nutzt Loops und Delays als Werkzeuge, um die Wahrnehmung neu zu konfigurieren und die sich verändernde Natur des Gedächtnisses durch die ständige Neuinterpretation von Reizen nachzuzeichnen. Mithilfe von Mischtechniken und Klangverräumlichung erschafft und bewegt sie sich
durch klangliche Territorien, die im Bewusstsein, im Körper und in der emotionalen Resonanz verwurzelt sind – Räume, in denen der Klang fließend durch die Texturen von elektroakustischer Musik, die pulsierende Energie von Techno, die ausgedehnten Landschaften von Post-Rock und die meditativen Zustände von Ambient fließt und mutiert. Llorens’ Werk umfasst Performances, Kompositionen, Radio, audiovisuelle Arbeiten, Zeichnungen, Schriften und Kollaborationen. Sie forscht in den Bereichen Klang, künstliche Intelligenz und postnatürliche Studien.

Weitere Termine:

30. November 2025: thinking through sound:The inner self Julia Witas and Abigail Toll

 

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Bild: Nitya Misra, Down The Drain, 2025 (Filmstill)

Down The Drain, Bangalore 2025, 22:10 min

Down The Drain ist ein Dokumentar- und Spielfilm über das Abwassersystem von Bangalore, der aus der Perspektive einer Frau erzählt wird, die versehentlich eine Uhr die Toilette hinunterspült. Auf dem Weg, den die Uhr von der Toilette aus zurücklegt, erhält die Erzählerin Einblicke in die Rohre und Menschen, die das Abwassersystem der Stadt ausmachen, und beobachtet das System und seine Bestandteile durch Gespräche mit verschiedenen Menschen. Dieses Projekt wurde von der Science Gallery Bengaluru in Auftrag gegeben und von Rohini Nilekani Philanthropies finanziert.
Der Film kombiniert verschiedene Medien und Formate, um eine Geschichte zu erzählen und Gespräche mit Menschen zu führen, die Teil der verschiedenen Ebenen des Abwassersystems der Stadt sind. Ich hatte die Gelegenheit, mit einigen Künstlern zusammenzuarbeiten und verschiedene visuelle Formen zu erkunden, darunter Schattenpuppen, Collage-Animation und 2D-Animation, um dieses Projekt zu visualisieren.

Out The Door, 504, Bangalore 2021, 10:13 min

Out The Door, 504 ist ein Liebesbrief an das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Diese persönliche Erzählung wurde während der Pandemie mit einer Telefonkamera gefilmt und dokumentiert meine Familie bei den Vorbereitungen zum Auszug aus dem Haus, in dem sie über zwanzig Jahre lang lebte. Der Film ist eine Beobachtung über die Bindungen, die wir zu Häusern aufbauen, und wie bewohnte Räume zu uns sprechen. Durch den Film stelle ich in Frage, was „Zuhause“ bedeutet.

Nitya Misra ist eine unabhängige Filmemacherin mit Sitz in Bangalore. In ihrer Arbeit beobachtet und zelebriert sie die scheinbar belanglosen Momente des täglichen Lebens.
Ihre Arbeit umfasst verschiedene Filmformate, darunter Werbefilme, abendfüllende Spielfilme, Kurzspielfilme, Musikvideos und Kurzdokumentationen. Sie nutzt Techniken des visuellen Geschichtenerzählens, um Video, Schrift, Erinnerung, Musik und digitale Medien miteinander zu verweben und so die außergewöhnlichen Aspekte des alltäglichen Lebens in urbanen Räumen zu feiern.
Als Künstlerin möchte sie mit ihrer Arbeit den Betrachter daran erinnern, dass unser Leben, so klein und unbedeutend es auch erscheinen mag, im Großen und Ganzen voller Schönheit und Wunder ist.
Ihre Arbeiten wurden auf mehreren Filmfestivals in Indien und international gezeigt, darunter das Indian Film Festival Stuttgart, das Indian Film Festival of Melbourne und Arthouse Asia.

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Markus Willeke
Returning to flooded home

Die Ausstellung Returning to flooded home von Markus Willeke Eröffnet am 16. September um 18 Uhr und zeigt, bis zum 17. November 2025, eine Auswahl seines bildnerischen Schaffens.

Markus Willeke reagiert mit der Ausreizung der eigenen Beherrschung des künstlerischen Materials auf gesellschaftliche und ökologische Veränderungen. In seinen großformatigen Gemälden bringt er die Pigmente in ein kaum gefügiges, rätselhaftes Durchmischen und Durchleuchten. Die Sujets scheinen nicht mehr an eine körperliche Basis gebunden zu sein. Sie dehnen sich frei und unkontrolliert aus und platzen schließlich ins Lichthafte auf. Sie lösen sich von ihrer Materialität und schweben in einen sphärischen Raum ohne Bodenhaftung. Das Volumen ist aufgerissen, der Blick weitet sich in eine Unbestimmtheit und explodiert zur Welt.

Markus Willekes Motive – dystopische Landschaften, Tiere und Geister – werden zu flüchtig erscheinenden Trugbildern, die vor unseren Augen zerfließen und so zu subversiven, unterschwelligen Drohungen werden.

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Foto: Thomas Henke, Dmitri Sidorov, Mario A. Lorenz, Die Geschichte des Joseph Wolf (Videostill)

Videoprogramm ALLES vorbeivorbei

Boisseau & Westermeyer
C’est la fatigue, 2025, 3 min

Die Serverfarmen laufen heiß. Aus dem Hahn kommt kein Wasser mehr und das neue Milieu des Menschen ist ein Zusammenleben mit Avataren, die einen vertreten, beobachten, analysieren und Ratschläge erteilen.

Simone Brühl
Real Estate Series, 2021, 4:35 min

Die „Real State Series“ ist eine digitale Videokunstreihe, die sich mit Fragen von Eigentum, Sicherheit und Authenzität im Kontext digitaler und analoger Realitäten auseinandersetzt. Grundlage der Abreiten sind Häuser, die aus Online-Immobilienanzeigen ohne entsprechnede Bildrechte digital extrahiert und in neue, animierte Landschaften integriert wurden. Diese digital bearbeiteten Motive werden als NFTs auf der Online-Plattform OpenSea zum Verkauf angeboten, obwohl keine rechtliche Grundlage für die Nutzung der
Originalbilder besteht. Durch die gezielte Verbindung und Gegenüberstellung von Beständigkeit und
Vergänglichkeit, materieller und immaterieller Wertigkeit sowie von Realität und Virtualität hinterfragt diese Arbeit die Stabilität und Grundlage von Eigentum und Sicherheit. Gleichzeitig versteht sie sich als visuelle Analyse des Grundprinzips „Sicherheit“.

Henrike Daum
Melancollage I, 2025, 3:11 min

Aus dem Maschinenraum,
from outer space,
vom Himmel hoch,
aus allen Wolken gefallen.
Im Wald stehen und gehen,
ein Tänzchen im Wind.
Ach ach, Melancholia.

Andreas Drewer
während des Aufpralls, 2025, 7:09 min

Gegenständliche Bildwelten überlagen abstrakte und/oder lösen sich in ihr auf. Ein scheinbares Chaos
zuckender Farbigkeit und Struktur, in das plötzlich ein lineares Ereignis einbricht, welches sich zuletzt im dunstigen Himmel verliert. Zurück bleibt ein weißes Quadrat, das sich bis zum Ende des Films als Rahmen und Leinwand versucht. Der experimentelle Ton unterstreicht die rauschhafte Bildwelt.

Thomas Henke, Dmitri Sidorov, Mario A. Lorenz
Die Geschichte des Joseph Wolf, 2001, 9 min

Die Geschichte des Joseph Wolf ist keine Geschichte. Wir befinden uns in einer Zeit, die nicht mehr
gemessen wird. In einer völlig zerstörten Welt lebt Joseph W. als einer, der übrig ist. Wie nach einer zufällig vorhandenen inneren Struktur beginnen die verwundete Natur und er ein letztes Spiel. 

Gunilla Jähnichen
Neun kleine Krisen, 2010, 2:59 min

Neun kleine Krisen zeigt Bild-für-Bild Animationen die skizzenhaft als Zeichnung jeweils auf einem Blatt Papier entstanden sind.

Ursula Neugebauer
Timm Ulrichs als Franziskus, der den Vögeln predigt, 2025, 0:46 min

Elisabeth Sonneck
La vie florissante – les fleurs du macabre, 2020, 9:49 min

Unter diesem Titel realisiert Elisabeth Sonneck seit 2020 ein Langzeitprojekt, das im Fokus der Farbe Er-scheinungen des Abschiednehmens, von Erinnern, Verblassen, Feier und Verfall untersucht. Ausgangspunkt war die Recherche des 250jährigen Friedhofs der kleinen Stadt Die/Südfrankreich im Rahmen der DIE-residenz. Für ihre ortsspezifischen Projekte erarbeitet Sonneck neben koloristischen Erinnerungen in kleinformatigen Gouachen auch eine fotografische Bestandsaufnahme in Handyfotos. Dieses visuelle Material, technisch im einfachsten Modus und unbearbeitet gelassen, fokussiert Seitenblicke, absurde Konstellationen, marginale Situationen – es transformiert den physischen Ort, Spuren und Atmosphären der Nutzung, der Geschichte und sozialen Realität – in Farbe.

Wolf & Ritterskamp
Arts + Crafts Spectacular #1, 2010, 1:12 min

Die Künstler Gilbert & George erzählen von ihrem Landausflug und unerwarteten Vorkommnissen.

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Bild: Thomas Bruns, ALLES vorbeivirbei, 2025

ALLES vorbeivorbei

Eröffnung am Dienstag 15. Juli um 18 Uhr

bis zum 7. September

Mit:

Elisabeth Ajtay – Sonja Alhäuser – Stefka Ammon – Nándor Angstenberger – Clara Bahlsen – Heike Kati Barath – Gabriele Basch – Michael Bause – Kai-Annett Becker – Matthias Beckmann – Christoph Beer – Franziska Beilfuß – Nora Below – Arnold Berger – Holger Biermann – Beate Bilkenroth – Joscha Blankenburg – Sven Boeck – Boisseau&Westermeyer – Manuel Bonik – Gunnar Borbe – Patrick Borchers – Kai Bornhöft – David Braithwaite – Katja Brinkmann – Susanne Britz – Simone Brühl – Ingmar Bruhn – Thomas Bruns – Astrid Busch – Natalia Carstens – Teresa Casanueva  – Kyung-hwa Choi-Ahoi – Herbert De Colle – Marula di Como – Chris Costan – Odeta Cunaj – Henrike Daum – Nadine Deja – Dellbrügge & de Moll – Nanett Dietz – Annedore Dietze – Chris Dietzel – Andreas Drewer – Tina Dunkel – Irena Eden & Stijn Lernout – Manfred Eichhorn – Jürgen Eisenacher – Dana Engfer – Ulrike Ettinger – Stefan Fahrnländer – Sabine Fassl – Christel Fetzer – Anna Fiegen – Franziska Frey – Sabine Friesicke – Agustín García García – Anne Gathmann – Ingo Gerken – Hannah van Ginkel – Katrin Glanz – Thorsten Goldberg – Antje Görner – Kerstin Gottschalk – Reinhold Gottwald – Massoud Graf-Hachempour – Harriet Groß – Robert Gschwantner – Kim Dotty Hachmann – Ulrich Hakel – Klaus Hartmann – Lisa Haselbek – Tanja Hehn – Peter Nikolaus Heikenwälder – Ulrich Heinke – Andreas Helfer – Annika Hippler – Emily Hochman – Peter Hock – Reinhard Hölker – Birgit Hölmer – Ralf Homann – Stephan Homann – Fabian Hub – Franziska Hübler – Franziska Hünig – Gunilla Jähnichen – Thomas Jehnert – Gabriele Jerke – Uwe Jonas – Yuki Jungesblut – Elena Karakitsou – Judith Karcheter – Peter Kees – Jürgen Kellig – Werner Kernebeck – R.J. Kirsch – Annette Kisling – Ulrike & Günther-Jürgen Klein – Win Knowlton – Andreas Koch – Silke Koch – Eva-Maria Kollischan – Karen Koltermann – Sebastian Körbs – Pauline Kraneis – Inge Krause – Christine Kriegerowski – Käthe Kruse – Annette Kuhl – Susanne Kutter – Linda Kutzki – Patricia Lambertus – Odine Lang – Nina Langbehn – Gesa Lange – Seraphina Lenz – Marit Lindberg – Sabine Linse – Pia Linz – Christine Lohr – Agnes Lörincz – Petra Lottje – Mahony Collective – Dieter Mammel – Eniko Marton – Rei Matsushima – Matthias Mayer – Udo Meinel – Silke Miche – Manfred Michl – Ulrike Mohr – Mariella Mosler – Leo de Munk – Berit Myrebøe – Marcell Naubert – Ursula Neugebauer – Gertrud Neuhaus – Gabriele Obermaier – Juergen O. Olbrich – Nora Olearius – Jürgen Paas – Christina Paetsch – Roman Pfeffer – Susanne Pliet – Ev Pommer – Torsten Prothmann – Katja Pudor – Maria-Leena Räihälä – Alketa Ramaj – Katharina Reinsbach – Roland Reiter – Güde Renken – Kai Richter – Gerda Riechert – Matthias Röhrborn – Stefan Römer – Torsten Derk Römer – Matthias Roth – rasso rottenfusser – Maike Sander – Walter Santoni – Matthias Schamp – Gisela Schattenburg – Sandra Schlipkoeter – Alexandra Schlund – Jochen Schneider – Nadja Schöllhammer – Joanna Schulte – Sylvia Schultes – Olivia W. Seiling – Spunk Seipel – Tanja Selzer – Keren Shalev – Soji Shimizu – Hildegard Skowasch – Elisabeth Sonneck – Jan-Peter E.R. Sonntag – Petra Spielhagen – Ute Sroka – Anne Staszkiewicz – Alexander Steig – Christian Stock – Wolf & Ritterskamp – ststs – Johan Suneson – Lorant Szathmary – Vastiane Tamayo – Gaby Taplick – Antje Taubert – Justin Time – Thea Timm – Peter Torp – Petra Trenkel – Andrea Übelacker – Anne Ullrich – Christian Ulrich – Timm Ulrichs – Nikos Valsamakis – Anke Völk – Klaus Walter – Yvonne Wahl – Albert Weiss – Ute Weiss Leder – Markus Willeke – HS Winkler – Andreas Wolf – Gloria Zein – Majla Zeneli – Barbara Zenner – Julia Ziegler – Pomona Zipser – Sandra Zuanovic – H.H. Zwanzig

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Bild: Es gibt doch nur das Leben (…), Yvonne Wahl 2009 (Still)

Yvonne Wahl

Es gibt doch nur das Leben, den Tod gibt es doch gar nicht, 2009, 15 min

Eine menschenleere Wohnung bildet den Rahmen des Videos – eine Wohnung, welcher durch die jahrzehntelange Sammlung von Gegenständen verschiedenster internationaler Kulturen die Geschichte der Bewohner eingeschrieben wurde. Herumliegende Medikamente, Krücken und ähnliche Dinge lassen darauf schließen, dass hier ein kranker Mensch gewohnt haben muss, offenbar vor kurzem erst die Wohnung verlassen hat und verstorben ist. Man bewegt sich durch die Zimmer auf der Suche nach der Identität dieser Person. Kurz angespielte Musikstücke erinnern an die Kultur und Entstehungszeit des Mobiliars. Ein durchgehender Rhythmus, ähnlich dem eines Herzschlags, treibt durch das Video, obwohl der Prozess des Ermüdens einsetzt, man sich irgendwann keine Hoffnung mehr auf weitere Erkenntnis macht und entlassen werden möchte aus der Enge.

iFiction, 2003, 4 min

Im Video bewegt sich das Kameraauge langsam entlang gutbürgerlich gestalteter Innenräume. Fünf Frauen und Mädchen einer Familie sind darin in verschiedenen Varianten platziert. Sie agieren nahezu bewegungslos und treten auch nicht in Kontakt zu einander. Akustisch scheint man sich in einem U-Boot zu befinden. Bedrohliche Sonargeräusche sind zu hören.