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bankleer / Dellbrügge & de Moll

13. Juni bis 23. August





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Dekompostition (Dung Dung)

Mit unserer Arbeit Dekompostition (Dung Dung), reflektieren wir die gesellschaftliche Strömung aus Utopisten, Sonderlingen und Sektierer_innen, die am Ende des 19. Jhd. begonnen haben Siedlungen, Landkommunen und Kolonien zu gründen. Motiviert durch Ablehnung des Kapitalismus und das Sehnen nach einer neuen Welt entstand eine Vielzahl unterschiedlicher Ansiedlungen auch um Berlin wie Gildenhall, Wolterdorf, Marienhöhe, Eden, Motzener See, Tiefensee, oder Bornim. Allen gemeinsam ist der Versuch, existentielle, genossenschaftliche und ideelle Werte zu verbinden, was meist an der harten Realität scheiterte. Uns interessieren die Substanzen/Abfälle, die von diesen gescheiterten Daseinsmodellen übrig geblieben, dem formlosen preisgegeben und ohne Bedürfnis nach Autorität – im Halbdunkel verfallen. In den Lücken zwischen Vergangenheit und Zukunft dieser Bewegungen suchen wir nach schlummernden Resten, die es zu erhellen lohnt.

Dellbrügge & de Moll

Es ist nicht wahr

Das Staatsatelier Arno Breker in Berlin-Grunewald ist ein Tatort. Noch ehe der Umbau Berlins zur Reichshauptstadt begonnen hatte, übersetzte hier der Dekorateur der Macht Arno Breker die nationalsozialistische Ideologie in ein monumentales Bildprogramm für Germania.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs überließ der Berliner Magistrat 1949 Brekers Meisterschüler und Protegé Bernhard Heiliger den Ostflügel des Staatsateliers auf Lebenszeit. Dieser distanzierte sich nach dem Krieg von seinem Förderer und verdrängte zeitlebens die Nähe zu Breker, unter dem er während des

NS-Regimes acht Jahre lang gearbeitet hatte. Auch das verhinderte eine kritische Auseinandersetzung mit dem Entstehungskontext des Staatsateliers.

Im mittlerweile sogenannten „Atelierhaus Käuzchensteig“, mieteten Dellbrügge & de Moll im Rahmen des Berliner Atelierprogramms 2001 eines der acht Einzelateliers, zu denen der Berliner Senat in den 1970er Jahren den monumentalen Haupttrakt umfunktioniert hatte.

2011 erwirkte die Bernhard-Heiliger-Stiftung mit Oberbürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit die Beendigung des Atelierprogramms. Gegen den Widerstand der Künstler erfolgte der Rückbau des Staatsateliers und Berlin überließ der Stiftung mit der Immobilie auch die Nutzungshoheit für ein Privatmuseum, das im Juni 2015 als „Kunsthaus Dahlem“ eröffnete.

Im gleichen Jahr nahmen Dellbrügge & de Moll eine Einladung des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark zum Anlass, um zu den nationalsozialistischen Wurzeln des Staatsateliers zurückzugehen und den Kontinuitäten in die Gegenwart zu folgen. Als Ergebnis ihrer Recherchen veröffentlichten sie das Buch

Das Monumentale ist meine Krankheit.*“ mit Quellentexten von Protagonisten des NS-Regimes zur Kunst, sowie Architekturzeichnungen des Staatsateliers Arno Breker nach Originalplänen von Hans Freese, ISBN 978-3-902-09572-5

Im studio im Hochhaus zeigen Dellbrügge & de Moll unter anderem das Architekturmodell des Staatsateliers Arno Breker.

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Karin Kasböck und Christoph Maria Leitner arbeiten seit 1999 unter dem Namen bankleer als Künstlerduo in Berlin. Ausgehend von Performances und Happenings im öffentlichen Raum wie in Kunstinstitutionen produzieren sie dokufiktionale Videos, Objekte und raumgreifende Installationen zu gesellschaftlichen Verwerfungen und Transformationsprozessen. Ausstellungen und Aufführungen gehen ineinander über.

Dellbrügge & de Moll arbeiten seit 1984 zusammen. Bauen und Abreißen, Rekonstruieren und Versetzen, Öffnen und Begrenzen, Tilgen und Benennen sind eine Frage von Aushandlung. Unsere urbane Umwelt ist ein vorläufiges Ergebnis von Kommunikation. Dellbrügge & de Moll verhandeln die Konstitution von Räumen und die Auseinandersetzung um Definitionshoheit.

 

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Köbberling, Rottenfußer, Weis, Weishäupl

29. November 2016 bis 25. Januar 2017





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W O H N E N II

Folke Köbberling, Rasso Rottenfußer, Albert Weis, Katharina Weishäupl

Ein kooperatives Ausstellungsvorhaben zwischen Berliner Peripherie und Münchner Zentrum

Künstlerinnen und Künstler sind immer wichtige Akteure des Immobilienmarktes. Vermieter freuen sich auf verlässliche Mieten für aus dem Markt gefallene Objekte, die durch die Kunst mit geringsten Mitteln grundverwertet werden können. Gelten Kreative für die einen als geübte Scouts zukünftig attraktiver Stadtquartiere, warnen andere vor ihren Ateliers als frühes Kennzeichen einer bevorstehenden Gentrifizierung. Sie wiederum treibt der Stadt dann die Kuntschaffenden aus oder marginalisiert sie an den Rand. Die Beschäftigung mit dem Wandel der Städte scheint deshalb im ureigensten Interesse der Künstlerinnen und Künstler zu liegen. Die simple Frage nach dem „Wie wollen wir in Zukunft wohnen?“, wird wieder zu der Frage, die schon immer mitgemeint war: „Wo?“ – und nicht zuletzt: „Wem gehört die Stadt?” Mit Blick auf ihren bewohnbaren Raum entwickelte sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Wohnen zum “Asset”. Dadurch reduziert sich der Wohnort auf die Lage, die wiederum eine Erzählung des individuellen Selbst repräsentiert. Ein Wandel, der das Produkt Wohnen als wichtige Errungenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts zunehmend entkernt. Bei der Ausstellung “Wohnen” kooperiert zum ersten Mal das kommunale “Studio im Hochhaus” am Stadtrand der Metropole Berlin mit dem im Herzen Münchens aktiven Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten am Stachus. Jeweils zwei Münchner und zwei Berliner Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen in der zweiteiligen Ausstellung sich dem Wohnen zwischen Zentrum und Peripherie zu widmen. 1. Teil (München): Donnerstag, 30. Juni bis Sonntag, 24. Juli 2016; 2. Teil (Berlin): Dienstag 29. November 2016 bis Mittwoch, 25. Januar 2017.

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